Curious Expedition 2

Genre
Strategie
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Thunderful Publishing
Erscheinungsjahr
2021.01
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Xbox Live, Playstation Network, Steam, Nintendo eShop
Kurzbewertung
Expeditions-Abenteuer mit Strategie- und Rollenspiel-Elementen
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Kleine und große Abenteurer*innen
Sprache
Deutsch, Englisch, weitere
Grafik
bunte Comic-Grafik
Sound
dezente Musik, passende Geräusche

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
eigene Figur und weitere zufällige Charaktere
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
taktisches Planen, Strategie, Vorausdenken, Ressourcen haushalten, Leseverständnis
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
teilweise relativ komplex für Jüngere
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5

Spielbeschreibung:
In ferne Länder reisen, Abenteuer erleben und Schätze finden, ist für Jung und Alt spannend und weckt den Entdeckungsdrang. Daher spricht der zweite Teil von Curious Expedition eine breite Zielgruppe an und verspricht spannende Reisen auf unerforschte Inseln. Hierbei müssen jedoch einige Aspekte bedacht werden, denn eine Expedition erfordert auch Strategie und Taktik. So müssen im Vorfeld die Teammitglieder rekrutiert und Ausrüstungsgegenstände gekauft werden. Und auch vor Ort gilt es, clever zu entscheiden, welche Vorgehensweise geeignet ist. So sind es nicht nur gefährliche Monster, auf die man achten muss, sondern auch erschöpfte Teammitglieder oder erzürnte Eingeborene. Jedes Abenteuer bietet hierbei ein einzigartiges Erlebnis, da die Welten prozedural generiert sind.

Pädagogische Beurteilung:
Viel zu bedenken
Vor jeder Mission ist es wichtig, seine Reise zu planen. Es muss klug entschieden werden, welche und wie viele Hilfsgegenstände man mitnimmt, denn es gibt ein Budget und eine vorgegebene Anzahl an Item-Slots. Dazu kommt, dass auch auf den Inseln Schätze gefunden werden und man schnell in die Bredouille kommt, Gegenstände wegwerfen zu müssen, da man diese nicht mehr tragen kann. Entscheidet man sich also für Items, die im Kampf helfen, Medizin und Verpflegung oder Gegenstände, die mit Eingeborenen profitabel getauscht werden können? Zudem sollte auch auf die Vorlieben und Abneigungen der Teammitglieder geachtet werden. Manche Charaktere mögen beispielsweise keine Insekten oder haben Höhenangst. Demnach kann es bei Unzufriedenheit dazu kommen, dass sich Teammitglieder aus dem Staub machen und dabei einiges von den Vorräten und die gefundenen Schätze mitnehmen. 

Planung und Vorausdenken
Die Karten der Inseln bestehen aus verschiedenen Feldern, die zu Beginn noch alle verdeckt sind. Sobald die Truppe weiter vorrückt, lichtet sich der Nebel und die Karte wird sichtbar. Daher ist es teilweise nicht immer einfach zu planen, welcher Weg am meisten Sinn macht. Zudem muss auch auf die geistige Gesundheit der Gruppe geachtet werden, die mit jedem Tag abnimmt. Also müssen regelmäßig Pausen gemacht werden, um diese wieder aufzufüllen. Dies geht jedoch nur an bestimmten Orten, wie Dörfern der Eingeborenen oder Oasen. Auf den Expeditionen kommt zudem noch eine moralische Komponente hinzu, denn es kann selber entschieden werden, wie man sich in manchen Situationen verhält. Plündert man antike Grabruinen und bestiehlt die Einheimischen oder ehrt man hiesige Bräuche und bringt den Eingeborenen Geschenke dar? All dies entscheidet den Fortgang der aktuellen Mission. Hinzu kommt der Aspekt der Zeit, denn während der Expedition vergehen Tage und sobald zu viel Zeit verstrichen ist, beginnt mysteriöser Nebel die Insel einzuhüllen und man kommt eventuell nicht mehr zurück zum Schiff. All diese Faktoren werden jedoch zu Beginn ausreichend erklärt.

Rundenbasierte Kämpfe
Neben möglichen Fallen in Tempeln oder Höhlen, birgt auch die hiesige Flora und Fauna Gefahren. So kommt es regelmäßig zu Kämpfen. Diese laufen rundenbasiert ab. Hierbei wird gewürfelt, woraufhin jeder Charakter unterschiedliche Aktionen ausführen kann. Diese hängen auch von der Ausrüstung ab, die dem jeweiligen Teammitglied zugeteilt wurde. So können Gegner angegriffen oder vergiftet werden oder man stärkt die eigene Verteidigung. Hier ist neben Glück also auch Strategie wichtig. Allgemein erinnern das Gameplay allgemein und die Kämpfe speziell an Pen&Paper Rollenspiele. Auch hier ist es stets ungewiss, was als nächstes geschieht und es werden auch Würfel genutzt, um Situationen zu entscheiden. 

Fazit:
Eine einzelne Expedition dauert zwar nicht sehr lang, aber es müssen viele Faktoren berücksichtigt werden. Spieler*innen müssen auf die Zufriedenheit und die Zusammenstellung der Gruppe achten, Ressourcen managen und rundenbasierte Kämpfe bestehen. Die unterschiedlichen Inseln bieten eine Vielzahl kreativer Ideen, abwechslungsreiche Abenteuer, verschiedene Schätze und Artefakte, aber auch Gefahren und Überraschungen. Die Charaktere sind vielfältig gestaltet und auch die Grafik ist bunt und hübsch gezeichnet. Da sich die Geschichte prozedural generiert, je nachdem wie man entscheidet oder welche Teammitglieder dabei sind, wird jedes Abenteuer einzigartig. Allerdings sollte die Komplexität nicht unterschätzt werden. Um das Spiel gänzlich zu verstehen, ist gute Lesekenntnis erforderlich, ebenso wie taktisches und vorausschauendes Handeln und strategisches Planen. Schon kleine Fehleinschätzungen können zum Misslingen einer Expedition führen. Zwar hat dies keine wirklichen Folgen, könnte jüngere Spieler*innen aber frustrieren.