Streets of Rage 4

Genre
Beat 'em Up
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
DotEmu, Yooreka Studio
Erscheinungsjahr
2020.04
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox, Nintendo Switch
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Steam, Nintendo eShop
Kurzbewertung
Kooperative Straßenkämpfe mit Stil
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Interessant für
Spieler_innen, die gerne im Koop spielen; Fans von Beat'em Ups
Sprache
Deutsch u.w.
Grafik
2D, Comicstil
Sound
Synthwave, Chiptune, sehr dynamisch

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
unterschiedliche spielbaren Figuren (Axel, Blaze, Adam, Cherry, Floyd)
Mehrspielermodus
1-3 Personen
Spielforderungen
Reaktionsfähigkeit, Kombination von komplexen Abläufen
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Darstellung von Gewalt
Autorin
Anastasia Kudinov
Einzeltest
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Spielbeschreibung: 
Streets of Rage 4 erinnert mit klassischem Arcade Beat'em Up, bunten Straßenkämpfen und verrückten Endgegnern an die 90er. Kein Wunder, denn die Reihe wurde schon 1991 in Japan von SEGA ins Leben gerufen. Bereits auf dem Sega Mega Drive konnte sich als Axel, Adam oder Blaze durch die Straßen von Wood Oak City gekämpft werden. 1994 sollte die Reihe mit dem Erscheinen des dritten Teils vorerst ein Ende finden. 26 Jahre später führen die französischen Studios DotEmu, Lizardcube und Guard Crush Games die Reihe nun weiter. 2017 arbeiteten DotEmu und Lizardcube bereits gemeinsam am Remake von Wonder Boy: The Dragon's Trap, ebenfalls einem SEGA-Klassiker, der durchweg positive Kritiken einfahren konnte. 

Pädagogische Beurteilung: 
Zurück in die Zukunft
Wie schon bei den Vorgängern darf in Streets of Rage 4 jeder in die Rolle von Ex-Polizist_innen schlüpfen, um die Straßen der Stadt vom Verbrechersyndikat zu befreien. Nicht nur das Gameplay, sondern auch die Story erinnern eher an die 90er, denn eine komplexe Geschichte darf man bei einem Beat'em Up nicht erwarten. Stattdessen stehen hier die Spielmechanik, die schönen Kulissen und der Sound im Vordergrund. Im Vergleich zu den Vorgängerteilen gibt es jedoch einige jüngere Charaktere: Während Mr. X der Erzfeind der ersten drei Teile war, müssen diesmal seine Kinder Mr. und Mrs. Y bezwungen werden. Als spielbare Charaktere stehen nun Adams Kinder – Cherry und Floyd – zur Auswahl. Zusätzlich können weitere Retro-Figuren aus den alten Teilen freigeschaltet werden.

Das Leben auf der Straße
Viele der Mechaniken werden Fans des Beat'em Up Genres schnell wiedererkennen. So besteht ein Level zum Beispiel aus mehreren Abschnitten (Stages). Meist sind es drei Stages mit jeweils einem Zwischenboss und einem etwas kniffligeren Endboss. Eine Neuerung ist allerdings, dass ein Level komplett neugestartet werden muss, sobald alle Leben aufgebraucht sind. Damit der Frustfaktor dabei nicht zu schnell steigt, kann sich aber bei jedem neuen Durchlauf ein Bonus, zum Beispiel ein extra Leben oder ein extra Stern, ausgesucht werden. Sterne sind ebenfalls neu: Wie bei modernen Beat'em Ups á la Street Fighter können mittlerweile "Spezialattacken" ausgeführt werden, die jeweils einen Stern kosten. Bei jedem Durchlauf hat die spielbare Figur zwei Sterne – weitere können als Items aufgesammelt oder eben als Boni ausgewählt werden. Neben den Sternen wurde noch eine weitere Funktion hinzugefügt, die es erlaubt, kraftvolle Angriffe aufzuführen: Hierbei werden die Lebenspunkte des eigenen Charakters abgezogen. Diese müssen dann mithilfe von Standard-Treffern an den Gegnern zurückerlangt werden. Schafft man dies nicht und wird stattdessen selbst getroffen, bleibt der Schaden permanent. Die Lebenspunkte können aber durch Items (Grillhähnchen oder Äpfel) im Level wieder aufgeladen werden.

Einer für Alle, Alle für Einen!
Der volle Spaß kommt im neusten Teil ohne Zweifel durch den Koop-Modus. Bis zu drei Spieler_innen können dabei die verschiedenen Modi gemeinsam bestreiten. Neben dem Story-Modus beinhaltet Streets of Rage 4 auch einen PvP (Spieler_in gegen Spieler_in) Modus, in dem die Kontrahent_innen gegeneinander antreten können. Da der Story-Modus aber bereits auf der normalen Stufe einen sehr hohen Schwierigkeitsgrad hat, bietet sich der Koop-Modus an, um gemeinsam anzutreten. Das überrascht nicht, denn auch schon SEGAs Vorgänger legten es darauf aus, gemeinsam zu spielen. Um das Erlebnis zu steigern, kann in den Einstellungen ausgewählt werden, ob durch Treffer von Mitspieler_innen selbst Schaden erlitten werden soll. In jedem Fall ist die Freude am Ende doppelt so groß, wenn das Syndikat gemeinsam gestürzt werden kann.

Fazit: 
Wer hätte gedacht, dass sich hinter Straßenprügeleien so viel verbirgt? In ungefähr 5 Stunden schafft man es, sich hier durch die ganze Stadt zu kämpfen. Und das in einer stylischen Umgebung mit tollen Synthwave-Klängen, die zum einen an die 90er erinnern (nicht zuletzt, weil viele Original-Komponisten am Soundtrack beteiligt waren) und sich zum anderen als richtige Ohrwürmer herausstellen. Das Spiel bietet zwar keine fesselnde Story, dafür aber ein verdammt spaßiges und gleichzeitig kniffliges Spielerlebnis, das vor allem gemeinsam mit Freund_innen sein ganzes Potential entfaltet. Trotz Prügeleien und der damit verbundenen Gewalt, wird kein Blut vergossen und die Gegner sterben keine qualvollen Tode. Hier steht tatsächlich Geschicklichkeit und Kooperation im Vordergrund. Im Laufe der Geschichte kommen jedoch auch Waffen (wie Schwerter und Pistolen) zum Einsatz. Insgesamt ist die Wiederauflage des Arcade Beat'em Ups sehr liebevoll wiederbelebt und modern umgesetzt – Spielspaß ist dabei garantiert!