My Little Farmies

Genre
Simulation
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
upjers GmbH
Erscheinungsjahr
2013.07
Systeme
PC, Mac, iOS, Android, Windows Phone
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Steam
Kurzbewertung
Farmsimulation als Browserspiel
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Gelegenheitsspieler_innen
Sprache
Deutsch
Grafik
bunte Cartoon-Optik
Sound
simple Soundkulisse

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
nicht vorhanden
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Planen
Zusatzkosten
InGame Währung kann gegen Echtgeld gekauft werden, um bspw. Wartezeiten abzukürzen
Problematische Aspekte
verführerisches Bezahlmodell
Redaktion
Pascal Horstmann
Spieleratgeber-NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4
Siehe auch

Spielebeschreibung:
Mit My Little Farmies bietet upjers einen klassischen Farm-Simulator, bei dem durch das Anbauen und Verarbeiten von Nahrungsmitteln, wie Korn, Äpfel oder Kohl, sowie die Haltung und den Verkauf von Vieh reale Produktionsketten simuliert werden. Der Schwerpunkt liegt darauf, immer größer und effizienter zu werden, um mehr Taler zu verdienen und seine Farm zu vergrößern, um dann wieder mehr Taler zu machen und so weiter. So arbeitet man sich von seiner kleinen Farm mit zwei Feldern und einem Gehege immer weiter in Richtung eines Großkonzerns. Umgebung und Zeit sind im Mittelalter angesiedelt, daher wird keine moderne Maschinerie genutzt, sondern Holzmühlen und Pferdekarren. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten seine Farm zu expandieren und sein Einkommen zu maximieren. Anfänglich werden die Spieler_innen an die Hand genommen und mit genauen Anweisungen, gefolgt von üppigen Belohnungen an das Spielprinzip herangeführt. Dabei erhält man schon ziemlich früh eine kleine Menge der beiden im Spiel genutzten Währungen „Taler“ und „Goldbarren“, die auch für Echtgeld erworben werden können. Die einzelnen Bauwerke, Tiere und anzubauenden Pflanzen werden in Form von Spielkarten gesammelt und müssen verbraucht werden, um sie zu bauen. Dies bedeutet wiederum, dass immer neue Karten gekauft werden müssen. Diese können durch das Erfüllen von Aufgaben und das Öffnen von täglichen Karten-Paketen erhalten werden. Außerdem ist es möglich Karten im Shop für Taler zu kaufen. Mit Hilfe der Goldbarren können besonders effiziente Strukturen, Tiere und Pflanzen oder sogar automatisch abbauende Dorfbewohner gekauft werden. Diese erleichtern es den Spielenden ungemein und sorgen damit für einen großen Vorteil in der Produktionskette. 

Pädagogische Beurteilung:
Motivation und Belohnung
Das Spielprinzip ist kein neues, viele Titel nutzen genau diese Art der Farmsimulation, um die Motivation der Spielenden aufrecht zu erhalten. Die Grafik ist extra bunt und ansprechend, besonders für Kinder. Mit immer neuen Erfolgen und kleinen Belohnungen für kleine Aufgaben, wie das Abernten eines Feldes oder das Verkaufen von ein paar Kartoffeln, werden die Spielenden gepackt. Aus dem sich immer wiederholenden Optimierungsprozess wird Spielspaß und Motivation gezogen, besonders pädagogisch wertvoll ist das aber nicht. Die Mechaniken sind simpel und leicht zu verstehen, bieten dafür aber auch wenig Freiraum für Kreativität. Hierbei kann maximal ein simples Verständnis von Handel und Optimierungsprozessen gewonnen werden. 

Echtgeld und Lootboxen
Besonders bedenklich ist der vorhandene Kauf von Goldbarren für Echtgeld, da er den Spielfluss vereinfacht und schnelle Erfolgserlebnisse verspricht. Explizit verführerisch ist die beschleunigte Fertigstellung von verbesserten Gebäuden, die ohne zusätzliches Ausgeben von Goldbarren weit über 10 Stunden dauern kann. Ansonsten heißt es warten, denn ohne die Beschleunigung hängt der Spielfluss erstmal. Durch kleine Tricks, wie zentrierte Bestätigungsbuttons und nur einmalige Bestätigungsaufforderungen für das Ausgeben von Goldbarren, wird auch schnell mal ungewollt das hart erkaufte Gold ausgegeben. Dies ist besonders für erfolgsorientierte Kinder und Jugendliche, die z.B. in ihrem Freundeskreis damit brillieren wollen, gefährlich und sollte daher zusammen mit den Eltern besprochen werden. Beim Umgang mit Spielen dieser Art ist es besonders essenziell, klare Regeln und Absprachen zu treffen.

Fazit:
Wer einen simplen Farmsimulator für unterwegs sucht, liegt hier noch am ehesten richtig. Trotzdem gilt bei My Little Farmies in erster Linie „frei spielen, aber mit großen Einschränkungen“. Wer das volle Erlebnis ohne lange Wartezeiten möchte, muss unweigerlich Echtgeld zahlen. Dies wird oft mit einem Zufallsprinzip ähnlich wie bei Lootboxen kombiniert und führt damit unweigerlich zu einem glücksspielähnlichen Erlebnis, bei dem die Spielenden hoffen, die richtigen Belohnungen per Zufall zu ergattern. Aus pädagogischer Sicht ist dieses Prinzip sehr bedenklich. Da hierbei konkrete Mechanismen verwendet werden, um zum Kauf der Echtgeldwährung anzuregen, ist der Spielspaß nur mit Absprachen zu genießen. Eltern sollten darauf achten, die Möglichkeit für Echtgeldkäufe vorher konkret mit ihren Kindern zu besprechen und von Anfang an klare Umgangsregeln mit diesem Feature festzulegen.