MEGA MAN 11

Genre
Jump&Run
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Capcom
Erscheinungsjahr
2018.10
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Steam
Kurzbewertung
Peppiges und buntes Jump&Run für Nostalgiker
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Freunde der alten 8-Bit-Klassiker und schwieriger Jump&Run's
Sprache
Englisch/Japanisch; Untertitel: Deutsch
Grafik
bunter Comic-Stil
Sound
etwas eintönig, an die Klassiker angelehnt

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Mega Man in seinen unterschiedlichsten Ausrüstungen
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
gute Reflexe, hohe Frustrationstoleranz
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
hoher Frustfaktor, hohes Tempo
Gruppenleiter
Marco Metzner
GAMER TREFF Jugendzentrum Blomberg
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5Screenshot 6

Spielbeschreibung:
Mega Man hat es mal wieder mit seinem Erzfeind Dr. Willy zu tun. Dieser möchte erneut die Weltherrschaft an sich reißen und Mega Man versucht alles, um ihn davon abzuhalten. So erzählt die animierte Anfangssequenz davon, dass sich ein Gremium gegen ein Forschungsprojekt von Dr. Willy entscheidet und stattdessen für das seines Konkurrenten. Das verärgert Dr. Willy außerordentlich. Und nun heißt es in acht Missionen gegen verschiedene, von Dr. Willy programmierte, Roboter-Endgegner zu kämpfen und die Welt zu retten. Zu diesem Zweck bleibt man, klassisch für ein Jump&Run, in der 2-dimensionalen Welt und rennt oder hüpft mit Mega Man die meiste Zeit von links nach rechts über den Bildschirm. 

Pädagogische Beurteilung:
Schießen in einem Jump&Run?
Das Schießen ist neben dem Springen und Rennen ein wichtiger Bestandteil, um dadurch Gegenstände und Gegner aus dem Weg zu räumen. Da es manchmal auf dem Bildschirm ziemlich voll wird, kommt man bei dem ganzen Gewusel oft gar nicht drumherum, sich den Weg frei zu schießen. Die Tester_innen fanden jedoch, dass dies in keinster Weise brutal wirkte. Zwar ist das Schießen ein wichtiger Aspekt und manche Spezialattacken lassen auch mal die gesamten Gegner einfrieren oder vernichten diese, nur ist das Setting so comicartig und kindlich gestaltet, dass es definitiv eher an die alten Super Mario-Titel erinnert, als an einen Shooter.

Unterschiedliche Welten und Bosse
Insgesamt gibt es acht verschiedene Level. Jedes orientiert sich thematisch an dem jeweilgen Endgegner. So verfügt jeder Boss über besondere Stärken, die teilweise an die Elemente angelehnt sind. Nimmt man also den Endboss „Tundra Man“, so müssen sich die Spieler_innen durch eine Schnee- und Eiswelt mit roboterartigen Schneeflocken und –stürmen kämpfen. Der rutschige Untergrund erschwert dabei das Vorankommen. Nachdem ein überdimensionales Skelett-Mammut bekämpft wurde, trifft man auf den auf Schlittschuhen laufenden „Tundra Man“. Umheimlich ist das Setting dabei nie, da immer wieder humoristische Situationen eingebaut wurden. Ein Endgegner auf Schlittschuhen, der im Rampenlicht Pirouetten dreht ist einfach lustig. Grundsätzlich ist es aber so, dass die Endgegner aufgrund ihrer Größe oder Eigenschaften übermächtig wirken. Deren Schnelligkeit und die Vielzahl ihrer Attacken können insbesondere jüngere Spieler_innen, oder welche mit geringer Frustrationstoleranz, überfordern.

Ein sehr schwieriges und "schnelles" Spiel
Die Steuerung ist simpel und beschränkt sich auf das Laufen, Springen und Schießen. Eine ausreichende Duck-Funktion und die Möglichkeit des vertikalen bzw. diagonalen Schießens hätte, laut Testern, dem Spiel, trotz aufschlussreichem Tutorial, gut getan. So leicht die Steuerung auch sein mag, wechselte die anfängliche Euphorie der Jugendlichen in Frust. „Ich raste gleich aus“, beklagt Ali bereits beim ersten Antesten und schnell rutschen Schimpfwörter heraus. Auch Dustin sieht es ähnlich: „Am liebsten würde ich den Controller wegschmeißen.“ MEGA MAN macht es den Spielenden schlicht nicht leicht, der Schwierigkeitsgrad ist von Beginn an recht hoch und die Gegner und Hindernisse steigern sich im Laufe der Level. Dazu wird man in manchen Situationen aufgefordert, das Hindernis schnell zu überwinden, bevor beispielsweise der Boden unter den Füßen wegfällt. Diese Kombination aus hohem Schwierigkeitsgrad und Zeitdruck kann bei Kindern zu Frust und Stress führen. Es wäre daher wichtig, nach einigen Fehlversuchen Pause zu machen, damit man seine Emotionen und das Stresslevel etwas zügeln kann.

Taktisches Denken fördern
Fairerweise muss gesagt werden, dass MEGA MAN 11 zumindest unterschiedliche Schwierigkeitsstufen anbietet, sodass man z.B. beim Runterfallen stets von einem Vogel gerettet wird, die Speicherpunkte reichlich gesetzt sind oder die Energie langsamer sinkt. Das fanden die Tester_innen gut, auch wenn sie das Spiel trotzdem für ziemlich schwierig halten. Ergänzend dazu lässt sich die Zeit für einen kurzen Moment verlangsamen, sodass man Gegnern und Hindernissen leichter ausweichen kann. „Das erleichtert das Spielen“, meint Ali. Außerdem gefällt an MEGA MAN, dass man nach dem Besiegen eines Endgegners einen neuen Anzug bekommt, der an die Eigenschaften des besiegten Endgegners angepasst ist. Nachdem beispielsweise der bereits genannte „Tundra Man“ besiegt wurde, gibt es einen Anzug, mit dem man über die Spezialattacke einen Blizzard auslösen und Feuer einfrieren kann. Die Spieler_innen werden also aufgefordert, die Level taktisch auszuwählen, damit es ihnen für das nächste Level ein wenig leichter gemacht wird. In dem Fall wird beispielsweise das Besiegen vom Feuer-Boss „Torch Man“ anschließend viel einfacher.

Fazit:
MEGA MAN 11 ist schnell und peppig in bunter und morderner Grafik. Die Sprachausgabe beschränkt sich auf Englisch und Japanisch, die Zwischensequenzen sind aber deutsch untertitelt. Das Gameplay macht Spaß, wird aber schnell zu einer Frustfalle. Der Umgang mit Gewalt und bösartigen Endgegnern ist von den Entwicklern gut gelöst worden. Was hängen bleibt ist besonders die bunte Grafik und das schnelle Gewusel auf dem Bildschirm. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass das Spiel zu keiner Zeit mit dem Internet verbunden werden muss. Außerdem gibt es keine versteckten Kosten, um besondere Waffen oder Anzüge zu kaufen. Nach den acht Leveln können zudem noch ein paar Herausforderungen freigespiel werden, um die Langzeitmotivation zu steigern.

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Spieletester
GAMER TREFF Jugendzentrum Blomberg
Blomberg
Bewertung Spielspass

Was ist gut? Was ist schlecht?

+ Unterschiedliche Schwierigkeitsstufen
+ Ausreichend platzierte Checkpoints (Speicherpunkte) im Anfängermodus
+ Kein Online-Zwang und keine versteckten Kosten
+ Taktisches Denken wird gefördert
+ Bunte comicartige Grafik mindert das Gefühl von Gewalt

- Auch im Anfängermodus teilweise für kleine Kinder zu schwierig
- Steuerung etwas eingeschränkt
- Hoher Frust- und Stressfaktor

Unsere Tipps an Erwachsene:

  • Begleiten Sie zu Beginn Ihr Kind beim Spielen, um die Frustrationstoleranz zu prüfen.
  • Kommen Sie beim Überschreiten der vereinbarten Spielzeit Ihrem Kind etwas entgegen. Es ist extrem frustrierend, wenn man eine schwierige Stelle endlich geschafft, aber den nächsten Speicherpunkt noch nicht erreicht hat. Ausmachen beim nächsten Checkpoint ist ein guter Kompromiss, damit die Kinder mit einem guten Gefühl die Konsole ausmachen können.

Unsere Tipps an Kinder und Jugendliche:

  • Zwischendurch Pause machen, um bei frustrierenden Momenten die Emotionen etwas runter zu kommen.