Jump Force

Genre
Beat 'em Up
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Bandai Namco
Erscheinungsjahr
2019.02
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Anime Kampfspiel mit Verschmelzung vieler bekannter Universen
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von Manga/Anime, Beat'em Ups
Sprache
Japanisch in Ton, Texte u. Untertitel in Deutsch sowie weitere
Grafik
3D Anime-Zeichenstil, detaillierte Umgebungen
Sound
actionreicher Soundtrack, Rufe/Schreie/Aussagen der Charaktere sind der jeweiligen Anime-Vorlage nachempfunden

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Son Goku, Ruffy, Naruto; weitere bekannte Figuren aus anderen Animes
Mehrspielermodus
zwei Spielende, lokal oder online
Spielforderungen
Reaktionsfähigkeit/gute Reflexe, Lesefähigkeit, Einarbeitung in Steuerung
Zusatzkosten
weitere Charaktere und optische Anpassungen für Charaktere separat erhältlich
Problematische Aspekte
Darstellung von Comic-Gewalt, teilweise Übersexualisierung, Sichtbarkeit leichter Wunden und Blut
Redaktion
Patrick Habetz
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Jump Force ist ein Beat'em Up, in dem bekannte Manga und Anime Charaktere aufeinandertreffen und im kämpferischen Wettstreit gegeneinander antreten. Neben einem Storymodus, der typisch für dieses Genre eher aus sich wiederholenden Kampfeinlagen und stiltypischen Dialogen besteht, können Spielende im Mehrspielermodus mit ihren Lieblingscharakteren im Kampf gegeneinander antreten.

Pädagogische Beurteilung:
Wenn die stärksten Animefiguren ihre Kräfte messen
Der große Pluspunkt bei diesem Titel besteht darin, dass erstmals ein Anime-Kampfspiel nicht nur die Welt und die Charaktere eines einzelnen Universums beinhaltet, sondern hier viele der größten Animehelden und Bösewichte aufeinandertreffen. Hier können Fans der verschiedenen Serien ihre Lieblingscharaktere gegen die Konkurrenz antreten lassen und so herausfinden, wer über die anderen triumphiert. Dies kann ein großer Spaß sein, da viele verschiedene Kombinationen aufeinandertreffen können. Doch all die Charaktere, die hier zusammen kommen, teilen auch eine Eigenschaft miteinander, nämlich dass sie kämpfen. Kämpferische Gewaltausübung steht bei allen auf der Tagesordnung und entsprechend fallen natürlich auch die Darstellungen aus. Seien es Schläge oder Tritte, übermenschliche Fähigkeiten oder der Gebrauch von Waffen, jeder Charakter benutzt seine typische Art, um gegen die Kontrahent_innen zu kämpfen. Dabei treffen Superlative auf andere und das Effektfeuerwerk ist gewaltig.

Die Animewelten als Vorbilder
Die besagten Superlative sind natürlich ihren Vorbildern aus Manga und Anime nachempfunden, von den äußeren Merkmalen über bestimmte Körperhaltungen und Bewegungen, dem Verhalten und den typischen Aussagen und Sprüchen bis hin zu den jeweils bekannten Kampftechniken und Fähigkeiten. Sogar die originalen japanischen Synchronstimmen wurden für die Dialoge verwendet. Was auf der einen Seite Fans und Begeisterte freut, bringt auf der anderen Seite jedoch auch die teilweise einseitigen Problematiken mit sich. So sind zum Beispiel die meisten Männer überproportional muskulös dargestellt, während einige der Frauen hautenge, knappe Kleidung tragen und überproportionale Darstellungen weiblicher Merkmale aufzeigen. Das trifft nicht auf alle Charaktere zu, es kommt eben auf das Universum an, aus dem sie stammen. So gibt es zum Beispiel Sanji, einen Charakter aus One Piece, der aus seiner Geschichte heraus niemals eine Frau angreift und in seinem Verhalten eine Art Kavalier/Frauenheld ist. Wenn er gegen einen weiblichen Charakter kämpft, hat er plötzlich, wie im Anime, Herzen als Augen und richtet bei seiner Kontrahentin keinen Schaden an, egal was er tut. So bringt fast jeder Charakter etwas mit, seien es übersexualisierte Darstellungen, moralische Vorstellungen, eine rüde Aussprache, Feindselig- oder Bösartigkeit, etc. Genug Stoff worüber durchaus differenziert reflektiert werden kann und auch sollte.

Wie typische Kämpfe in Anime eben aussehen
Entsprechend der Vorlagen sehen auch die Kämpfe im Spiel actionreich aus. Es gibt zig bunte Angriffe und Explosionen in allen Farben. Während das Kampfgeschehen stiltypisch schnell und hektisch ist, finden auch Darstellungen der Auswirkungen eines Kampfes Platz. Die Charaktere nehmen sichtbaren Schaden in Form von leichten Verletzungen, sprich Kratzern und kleinen Wunden an der Haut. Diese sind teils auch blutrot dargestellt, sehen jedoch eher comichaft aus. Schlimmere Verletzungen wie in den Animevorlagen bekommen Spielende nicht zu sehen. Eine weitere stiltypische, sichtbare Darstellung ist auch hier das Verschleißen der Kleidung. Während der Kämpfe nimmt auch die Kleidung Schaden, wodurch mehr Haut zum Vorschein kommt. Manche männlichen Charaktere stehen dann auch mal mit freiem Oberkörper da, bei den weiblichen Charakteren wird die Kleidung an verschiedenen Stellen knapper und knapper. Intime Bereiche bleiben jedoch zu jeder Zeit bedeckt.

Fazit:
Jump Force ist ein typisches Beat'em Up aus dem Animebereich, welches als Besonderheit die größten bekannten Anime-Universen miteinander vereint, wodurch die stärksten Figuren gegeneinander antreten können. Dies bringt jedoch auch eine geballte Ladung an verschiedenen Darstellungen mit sich, wie übersexualisierte Charaktere, moralisch fragwürdige Haltungen, Feindselig- und Bösartigkeit oder rüde bzw. leicht beleidigende Aussprache. Diese werden vor allem aus den Anime-Vorlagen mit in das Spiel transportiert, um Fans mit der Nähe zum Detail zu begeistern. Dennoch bieten gerade diese Inhalte mehr als genug Notwendigkeit, darüber differenziert zu reflektieren, was logischerweise auch für die Anime selbst gelten könnte. Die Darstellung von Gewalt ist vielfältig, jedoch stets comichaft gehalten. Sowohl die Darstellung leichter Verletzungen als auch die Beschädigung der Kleidung sind als stiltypische Elemente enthalten und könnten vereinzelt provozieren, jedoch kommt es an keiner Stelle zu expliziten Darstellungen von schlimmen Verletzungen oder Nacktheit. Aufgrund der genannten Punkte ist dieses Spiel für alle ab 14 Jahren interessant.

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Spieletester
Games4Kalk
Köln
Bewertung Spielspass

"Finds richtig gut dass die originalen Synchronstimmen verwendet wurden!"