Homebrew, eine Waffe zum Cheaten?

Obwohl Cheaten nur eine von vielen Möglichkeiten ist, die Homebrews bieten, so ist es oft das erste woran Leute denken, wenn sie den Begriff Homebrew hören.

Von Lukas Zellmer

Homebrew selbst hat nicht unbedingt etwas mit Cheaten oder dergleichen zu tun. Der Begriff bezeichnet selbst programmierte Programme von Privatpersonen für z.B. Konsolen. Es versteht sich von selbst, dass Konsolenhersteller wie z.B. Nintendo das nicht begrüßen.

Die Ziele hinter diesen kleinen Programmen haben meistens ebenfalls rein gar nichts mit Cheaten zu tun. So gibt es beispielsweise für den Nintendo 3DS einen Theme Manager, mit welchem man selbst erstellte Hintergründe für das Home Menü des 3DS einstellen kann. Des Weiteren ist es auch möglich, seine Speicherstände zu bearbeiten, Emulatoren zu installieren oder sogar eigens für die Konsolen entwickelte Spiele, welche es im jeweiligen Store nicht gibt. Ein Beispiel wäre hier Halo Revamped. Daneben gibt es natürlich auch die klassischen Mods für alle möglichen Spiele. wie z.B. Skins für Super Smash Bros oder neue Pisten für Mario Kart Wii oder Mario Kart 7.

Splash Screen von CTGP Revolution – Quelle: http://www.chadsoft.co.uk/

2 Funktionen von Homebrews finde ich persönlich sehr herausragend: Einerseits die Möglichkeit, seine auf Cartridge gekauften 3DS Spiele auf der Konsole zu installieren, sodass man in Zukunft die jeweiligen Cartridges nicht mehr zum Spielen braucht (eine selbst gebastelte Downloadversion des Spiels sozusagen). Die zweite große Funktion wäre das Streaming von 3DS Spielen. Ja richtig gehört, mit dem New 3DS ist es möglich, die Spiele über einen Router an einen PC zu streamen und, wenn gewollt, aufzuzeichnen.

 

Natürlich ist die Qualität nicht dieselbe wie bei einer teuren Capture Card, jedoch zeigt dies, dass die wirklichen Vorzügen von Homebrew, Custom Firmware etc. nicht beim Cheaten oder der Spiele-Piraterie liegen müssen. Letztere liefert leider jedoch den Grund für die Konsolenhersteller, die Sicherheitslücken zu schließen, durch welche Homebrews installiert werden können.
Nicht nur den jeweiligen Herstellern können diese negativ auffallen, sondern auch Spielern von z.B. Online-Spielen. So ist es im Juni 2018 passiert, dass eine Gruppe Hacker in Splatoon 2 dafür gesorgt haben, dass sie und ihr Gegnerteam auf einer zu dem Zeitpunkt unveröffentlichten Map spielten.

So we ran into hackers that forced us into Turf War on an unreleased map when we were in league for zones…

If you see these people, please report them.#Splatoon2 #スプラトゥーン2 pic.twitter.com/CAkgpF5F7V

— Brian (@_Luxin) 19. Juni 2018

Homebrews selbst müssen also nichts Schlechtes sein, es gibt genug positive Beispiele, die dies zeigen. Letztendlich muss aber jeder selber entscheiden, ob er Homebrews nutzen möchte, da unter anderem auch bereits Leute von den Konsolenherstellern gesperrt werden, die damit nichts verwerfliches getan haben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem CTRL-Blog.