Blick zurück auf den Super Nintendo

Kommt es wirklich immer auf die Grafik und die neuste Technik an? Ist es bei Videospielen wie bei Filmen, findet man das Original meist besser, da man es länger kennt, es einem vertraut vorkommt und man es mit glücklichen Momenten verbindet? Wieso freut man sich über Anekdoten in neuen Spielen, die auf vergangene Titel verweisen? Haben ältere Spiele aufgrund der Grafik heutzutage noch Chancen Kinder in ihren Bann zu ziehen? Die meisten Kinder kennen die alten Konsolen nicht mehr, erfreuen sich aber auch heute noch an Spielen wie Super Mario oder Zelda. Schaffen es die alten Spiele auch ohne HD-Grafik oder Motion Steuerung sie länger an die Konsole zu fesseln? Diese Fragen boten den Grundstein für ein mehrwöchiges Projekt in der Spieletestergruppe OT- St. Anna.

Von Linda Scholz

Der Siegeszug des Super Nintendo

Anfang der 90er Jahre erhielt das Super Nintendo Entertainment System seinen Einzug in deutsche Wohnzimmer und mit diesem viele damals bereits bekannte aber auch neue Gesichter der Spielewelt. Die 16-Bit Konsole war der Nachfolger des NES und setzte seinerzeit neue Maßstäbe. Die meisten Spiele besaßen einen deutschen Bildschirmtext und eine Speicherfunktion, es gab mehr Farben, Comic Darstellungen und erste Animationen und 3D-Render Grafiken. Neben zahlreichen Adaptionen bekannter NES-Titel wie Super Mario Bros. oder The Legend of Zelda wurde auch der Grundstein für viele neue Spielereihen wie Mario Kart oder Donkey Kong Country gelegt. Das Super Nintendo fesselte damals eine ganze Generation von Videospielern und auch heute noch wird es von Fans als Kultobjekt angesehen und viele feiern es als die beste Konsole aller Zeiten. Sicherlich war die Grafik damals im Vergleich spektakulär, aber trifft es auch zu, dass damals mehr Charakter und Liebe in die Spiele gesteckt wurde? Es gibt viele Meinungen, dass der Charme der Spiele verloren geht, da die Spieleentwickler vermehrt auf Grafik und technische Neuerungen setzen. Doch darf hierbei nicht vergessen werden, dass auch cineastische Grafiken, epochale Musik und ausgefeilte Mimik und Gestik der Spielfiguren zur Immersion und Atmosphäre beim Spielen beitragen. Also was genau macht den Spielspaß aus und was sagen die Tester, wenn man sie mit den wirklich alten Teilen ihrer Lieblingsspiele konfrontiert. Wird durch ein Heranführen an das Medium das Interesse der Kinder geweckt oder interessieren sie sich nicht für die alten Spiele?

Erste Schritte …Tritte und Schläge

Zu Beginn des Projektes nahmen wir uns einen echten Klassiker vor: Super Street Fighter II aus dem Jahr 1993. Die erste Vorfreude wurde jedoch sogleich durch Neugierde abgelöst. „Was ist das denn?“ fragten sich die 12 bis 14 jährigen Tester als sie das Super Nintendo sahen. Dass man sich näher an die Konsole setzen muss, da es keine kabellosen Kontroller gibt und die Spiele-Cartridge´s (Steckmodule) größer als ihre Handys sind verwunderte und belustigte die Tester vorerst. Mit einem Klacken wurde die Konsole angeschaltet und die Tester konnten sich einen Eindruck darüber machen, was sie erwartet. Direkt wurde die Neugier geweckt: „Ist das die allererste Konsole?“ „Von wann ist das Spiel?“ Konsolen gab es davor bereits, doch mit der Frage aus welchem Jahr das Spiel ist, taten sich die Tester schwer. Ein Tester schätzte großzügig 2003, während die anderen sich einig waren, dass das Spiel vom Anfang der 80er Jahre sein musste.
Die erste Skepsis verflog während des Spielens direkt. Die Tester konnten gegeneinander kämpfen und feuerten sich gegenseitig an. Bei einem Beat em Up ist der Spielspaß nachdem man die Steuerung beherrscht schnell da und weil der Super Nintendo Kontroller über recht wenig Tasten verfügt, konnten die Tester direkt loslegen. Das Spiel ist cool und macht Spaß, darüber waren sich alle schnell einig. Gerade aufgrund des leichten Einstieges bot Street Fighter einen guten Start das Projekt zu beginnen. Der Reset Knopf der Konsole wurde gedrückt, um nun den Story-Modus zu spielen und sich gegen den Computer zu messen. Doch auch hier blickte man in fragende Gesichter. Schließlich waren es die Tester gewohnt die Konsole über den Kontroller zu steuern, um sie neu zu starten oder in das Konsolen-Menü zu gelangen. Nach einem kurzen Sinnieren darüber, ob Kinder in 20 Jahren über das Fuchteln der Wii-Mote, Kontroller allgemein oder CD´s als Medium schmunzeln werden, widmeten wir uns wieder dem Spiel. Zwar zog der Schwierigkeitsgrad rasch an, dennoch ging der Spielspaß nicht verloren. Schnell konnte auch der Retro-Charme die Spieler in den Bann ziehen: „Das sieht aus wie aus den alten Automaten.“ „Ja, Spiele waren früher epischer.“ „Und Street Fighter ist ein Klassiker.“ Nun waren es nicht mehr nur die Tester die perplex waren, allerdings wollten wir auch einen neuen Teil Spiel, also wurde die Konsole ausgeschaltet.
Im Vergleich zu den gerade gesehenen Spielfiguren kamen den Testern die Spielfiguren von Street Fighter X Tekken (Link zum Test) stark überdimensioniert vor. Ihnen fiel ebenfalls auf, dass die Gegner im alten Spiel schwerer zu besiegen waren, was allerdings aufgrund der Herausforderung positiv aufgenommen wurde. Schnell wurden die Tester jedoch zurück ins 21ste Jahrhundert geholt und ihnen fielen die Neuerungen und Unterschiede auf. Im neuen Spiel gibt es eine mehrstufige Leiste die sich durch Aktionen füllt und dem Spieler erlaubt spezielle Angriffe auszuführen. Zudem gibt es mehr Charaktere von denen sich jeder Spieler zwei aussuchen darf, um während des Kampfes nach Bedarf zu wechseln. Die Tester waren sich schnell einig, dass ihnen die grafische Darstellung, die Musik und die Attacken des neuen Spiels besser gefallen. Doch obwohl alles in sich viel moderner überarbeitet war, gab es innerhalb der Darstellung wenige Veränderungen. Der Grundbaustein der Charaktere, des animierten Hintergrunds oder des Kampfsystems waren allesamt erkennbar, was nicht bei allen Spielen der Fall ist. Die Tester hatten an beiden Spielen viel Spaß und waren gespannt auf die anderen Spiele.

Übung macht den Meister-Fahrer

Super Mario ist eine der bekanntesten Videospielfiguren der Welt und auch Mario Kart ist wohl fast jedem Kind ein Begriff. Mittlerweile gibt es auf jeder folgenden Nintendo-Konsole einen Nachfolger wie Mario Kart 64 für den Nintendo 64 oder Mario Kart – Double Dash (Link zum Test) für den GameCube (Artikel: GameCube). Doch auch die Idee verschiedene Figuren aus unterschiedlichen Spielen gegeneinander antreten zu lassen hat seine Ursprünge. Super Mario Kart für das Super Nintendo erblickte Anfang der 90er Jahre das Licht der Welt, begründete damals das Genre des Funracers neu und ist mittlerweile das erfolgreichste Rennspiel aller Zeiten. Es gab damals lediglich 8 spielbare Charaktere, 20 verschiedene Rennstrecken sowie 8 unterschiedliche Power-Up Gegenstände. Da den Testern das Spielprinzip bekannt war, konnten wir sogleich loslegen. Auch bei Super Mario Kart sorgte die Grafik für amüsierte Gesichter und die Schätzungen für das Erscheinungsjahr reichten von 1989 bis 1997. Obwohl die Grafik bei diesem Projekt nicht im Hauptaugenmerk liegen sollte, fanden die Spieler schnell die ersten Kritikpunkte. Super Mario Kart verfügt lediglich über einen 2 Spieler-Modus, während die aktuellen Titel mit bis zu 4 Spieler gleichzeitig spielbar sind. Nach dieser ernüchternden Nachricht folgte direkt die nächste: nur 8 verschiedene Fahrer. Manche Spieler suchten vergebens nach ihren Lieblingscharakteren wie König Buu Huu, Diddy Kong oder Toadette. Auch die Möglichkeit neue Fahrer freizuschalten fehlte den Testern. Allerdings konnte die Auswahl der Rennstrecken punkten. Zwar sind die Kurse bei Super Mario Kart nicht so ausgefallen wie bei Mario Kart Wii, wo man in einem Einkaufszentrum, durch einen Laubwald, um einen Vulkan oder in eine Wüstenruine fahren kann, dennoch waren die Tester gewillt alle Variationen wie Schnee, Sand, Rennpiste oder Geisterhaus auszuprobieren. Nach den ersten paar Runden erreichte Super Mario Kart sein Ziel, Spielspaß und Frust wechselten sich ab. Der Wille zu gewinnen und die Freude andere Fahrer mit roten Panzern abzuschießen war ebenso schnell da wie der Ärger über eine Bananenschale zu fahren oder vom Blitz getroffen zu werden. Dieses doch einfache Grundprinzip hat sich in den Jahren nicht verändert, weshalb die Spieler trotz aller anfänglichen Kritiken ihren Spaß hatten. Zwar mussten sie sich erst an die Grafik gewöhnen, was immer wieder in ihren Kommentaren zur Geltung kam, trotzdem wollten sie nicht aufhören zu spielen. Besonders auffällig war, dass sie beim Lenken stets den Kontroller mit drehen wollten, wie sie es von der Wiimote gewöhnt waren. Allgemein war gerade die Steuerung eine große Hürde. Das Spiel lässt sich viel schwerer steuern als die neuen Mario Kart Titel. Oft fuhren die Tester gegen die Wand, ins Wasser oder in den Abgrund und landeten dadurch auf den hinteren Plätzen. Die Items erhält man über Münzen und Blöcke auf dem Boden und die Tester hatten aufgrund der unscharfen Grafik ihre Schwierigkeiten diese zu erkennen. Wie bei allen Mario Kart Titeln bekommt man auf den hinteren Plätzen bessere Items (Artikel: Wird Mario betrogen?), allerdings sind diese gerade in den aktuellen Ablegern sehr mächtig und verhelfen schnell dazu die vorigen Plätze einzuholen. Bei Super Mario Kart sind diese Power-Ups eher überschaubar, beispielsweise gibt es die Kanonenkugel nicht, die den Fahrer mit schneller Geschwindigkeit in die vorderen Reihen schießt. Allerdings haben abgesehen von der Sprungfeder alle Items ihren Weg in die neuen Teilen gefunden und laut Tester hat der Stern beim alten Spiel auch eine bessere Musik.
Auf die Frage ob das alte Spiel schwerer ist waren sich alle mit einem eindeutigen Ja einig. Allerdings führte die Frage, ob das neue Spiel vielleicht lediglich zu einfach ist zu einigen Überlegungen während die Wii mit dem dazugehörigen Mario Kart Titel (Link zum Test) angeschlossen wurde. Besonders auffallend war die Erleichterung der Tester wieder mit der gewohnten Steuerung zu spielen. Neben Spielen wie Street Fighter, das sich „relativ wenig“ verändert hat, ist es bei Mario Kart besonders die Steuerung, die sich sehr stark weiterentwickelt hat. Zusätzlich fiel einer Testerin auf, dass die Speicherzeiten von Mario Kart Wii länger seien als beim alten Spiel. Zusammenfassend waren sich die Tester einig, dass ihnen das alte Spiel zwar Spaß gemacht hatte, dass sie aber das neue Spiel lieber mögen, da es sie aufgrund von der Musik, des Aussehens, der Charaktere und der Steuerung mehr anspricht. Die Anfänge von Mario Kart selber einmal gespielt zu haben empfanden jedoch alle als positive Erfahrung.

Hüpfen und Rennen – Die Welt von Super Mario

Neben seinen zahlreichen Auftritten in diversen Spieletiteln ist Mario auch der Protagonist seiner eigenen Abenteuer, die sich stets hoher Beliebtheit erfreuen. Doch woher kommt die Faszinationskraft des schnauzbärtigen, dicklichen Klempners? Er ist nicht stark wie Solid Snake, sexy wie Lara Croft oder niedlich wie Yoshi oder Kirby. Super Mario begleitet seit nunmehr über 30 Jahren Videospieler und ist das Markenzeichen von Nintendo. So simpel wie der Charakter Mario sind die Anfänge der Super Mario Jump´n´Runs. Bereits auf dem NES erlebte Mario zusammen mit seinem Bruder Luigi seinen ersten Auftritt als Protagonist. In Mario Bros. mussten sich die beiden durch verschiedene Level kämpfen, um die entführte Prinzessin zu retten. Das simple Spielgeschehen umfasste neben Hüpfpassagen, einfache Gegner, Items wie den Super Pilz und eine banale Story. Doch gerade die Einfachheit reichte aus, um eine ganze Generationen zu begeistern. Mit Super Mario World erhielt Mario Anfang der 90er Jahre seinen Einzug auf dem SNES. Besonders die vielen Neuerungen konnten die Fans damals begeistern. Es gab eine Speicherfunktion, eine Overworld, mehrere unterschiedliche Endgegner, verschiedene Items und erstmals tauchte Yoshi auf. Auch die Tester unserer Testergruppe hatte alle bereits Erfahrung mit verschiedenen Super Mario Spielen. Obwohl die Spielmechanik seitdem kaum verändert wurde, waren die Tester gespant Super Mario World für das SNES zu spielen: „Es ist aufregend und sieht lustig aus“ (Testerin 11 Jahre). Eines wurde den Testern schnell bewusst: Super Mario war früher viel schwerer. Man merkt sehr schnell, dass sich die Kollisionserkennung seit damals  stark verändert hat. Die ersten Versuche der Tester scheiterten kläglich an den Standartgegnern oder ersten Löchern im Boden. „Auf der Wii hätte ich den getroffen“ stellte eine Testerin fest und damit hatte sie Recht. Auf dem SNES wird man viel öfter von Gegnern getroffen, sobald man diese nicht richtig trifft. Man fällt auch öfter in den Abgrund, da sich Mario noch nicht an Absätzen festhalten oder den Wandsprung ausführen kann. Auch die Power-Ups erscheinen seltener und sind nicht so mächtig. Den meisten Testern war deutlich anzumerken, dass sie der ungewohnte Schwierigkeitsgrad eher abschreckte. Ihnen fiel ebenfalls auf, dass Super Mario World im Vergleich zu aktuellen Spielen sehr karg wirkt. Einzig das Auftauchen von Yoshi führte bei den Testerinnen zu Verzückungsrufen. Ansonsten vermissten die Tester gerade bekannte Neuerungen der aktuellen Titel wie gewisse Items, besondere Fähigkeiten oder besonders den Mehrspieler Coop-Modus. In Super Mario World spielen die zwei Spieler nacheinander abwechselnd Level, während bei New Super Mario Bros Wii (Link zum Test) bis zu vier Spieler gleichzeitig spielen können. Sobald einer der Charakter ausscheidet, kann er durch Tastendruck ein Leben abgeben und sich durch Schütteln wieder in das Geschehen zurückholen. Falls alle vier Charaktere gemeinsam spielen, passiert es zudem sehr oft, dass sich Spieler unbeabsichtigt in Feinde oder Abgründe stoßen, da sie sich aus Versehen auf den Kopf springen. Doch besonders dieses Chaos bereitete den Spielern fiel Freude. Sie waren sich einig, dass sie bei Mario auf jeden Fall an ihrem gewohnten Spielen festhalten wollten. Wobei anzumerken ist, dass New Super Mario Bros fiel Ähnlichkeit mit Super Mario World hat, während sich Marios dreidimensionale Abenteuer eher davon abheben. Super Mario Galaxy (Link zum Test) beispielsweise führt Mario in eine Galaxie, in der er selbst die Schwerkraft überwindet. In Anlehnung dazu ist es doch beachtlich wie klein die Welt von Super Mario World damals doch war.

Mit 2,5D durch den Dschungel – Donkey Kong Country

Donkey Kong Country erblickte 1994 das Licht der Welt und ist eines der meistverkauften Spiele für das SNES. Als wir in unserer Testergruppe einige Wochen vor dem Projekt Donkey Kong Country Returns auf der Wii spielten, waren sich viele Tester einig, dass einiges von New Super Mario Bros geklaut sei. Betrachtet man die Anfänge von Donkey Kong Country jedoch, stellt man fest, dass es mit Mario Spielen abgesehen von den typischen Merkmalen eines Jump´n´Runs nicht viel gemein hat. Damals nutzte man eine Technik um dreidimensionale Sprites auf das SNES zu übertragen und die comicartige Grafik zu durchbrechen. Dieses Verfahren machte die Optik des Spiels damals sensationell und auch die Tester stellten fest, dass Donkey Kong Country viel moderner als andere SNES Spiele aussieht. Es gibt zwar keine speziellen Power-Ups, dennoch fanden alle das Spiel einfacher als Super Mario World. Zu Beginn des Spiels mussten sich die Tester erst wieder an den Zwei-Spieler Modus gewöhnen. Auch bei Donkey Kong Country spielt man nacheinander und nicht zeitgleich nebeneinander wie bei Donkey Kong Country Returns. Sobald ein Charakter getroffen ist, kommt der andere an die Reihe und auch das Schütteln, um seinen Charakter wieder zu aktivieren ist nicht möglich. Es gibt DK Fässer, durch die man seinen Partner wieder zu sich holen kann. Diese gibt es bei dem neuen Teil der Reihe zwar auch, allerdings nutzt man diese dort nie, wie ein Tester feststellte: „Beim anderen achtet man da nie drauf.“ Der Aspekt dem anderen Zuzuschauen und zu Warten bis man an der Reihe ist, wurde mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Einerseits vermissten die Tester die bekannte Funktion, andererseits konnte sie sich so besser auf das Level und die Hindernisse konzentrieren. Die Tester fanden Donkey Kong Country auch leichter als den aktuellen Ableger, hatten dadurch die erste Welt schnell geschafft und waren gewillt weiter zu spielen. Zwischenzeitlich wurde ein komplett gelöster Spielstand geladen, um auch die anderen Welten und Endgegner zu sehen. Anschließend wollten die Tester lieber den zweiten Teil auf dem SNES spielen und verzichteten dafür auf den Ableger für die Wii. „Das alte Spiel ist sehr cool, weil die Level besser sind“ (Tester 12 Jahre). Auch Donkey Kong Country II Diddys Kong Quest gefiel den Testern. Vor allem, da diesmal auch ein Affenmädchen spielbar war. Die Tester bemerkten, dass in Donkey Kong Country die Charaktere viel flüssiger wirken und nicht so mechanisch wie Mario in seinen alten Abenteuern. Donkey Kong Country stellte auch damals aufgrund der Darstellung einen Grafik-Umbruch dar. Die optische Darstellung hat sich seither auch beim aktuellen Titel nicht sehr gravierend verändert, was vermutlich erklärt, warum Donkey Kong Country die Tester mehr zu fesseln vermochte als Super Mario World.

Action-Adventure trifft Rollenspiel – The Legend of Zelda

Als letztes Spiel der Reihe nahmen wir uns einen sehr spannenden Kandidaten vor. The Legend of Zelda ist die meistverkaufte Action-Adventure Serie mit Titeln quer durch die Konsolen von Nintendo. Auch den Spieletestern war Zelda ein fester Begriff, besonders da der bekannteste Ableger Ocarina of Time ein Remake auf dem Nintendo 3DS erhielt: „Ich kenne das alte Zelda, ich spiele das gerade auf dem 3DS“ (Tester 11 Jahre). Ocarina of Time war das erste Zelda mit 3D Grafik und erschien Ende der 90er Jahre auf dem Nintendo 64 (Artikel: Ein Blick zurück auf den Nintendo 64). Allerdings reichen die Anfänge der wirklich alten Zelda Titel mehr als ein Jahrzehnt länger zurück. The Legend of Zelda A Link to the Past ist der dritte Teil der Zelda-Reihe und der erste Titel auf dem SNES. Die Tester waren auch hier im Vorfeld sehr gespannt, da sie die actionlastigen Abenteuer von Link auf der Wii sehr mochten. Umso überraschter stellten die Spieler fest, dass das alte Zelda rein optisch so gar nichts mit den aktuellen Titeln gemein hatte. Damals war es bei Rollenspielen gängig eine Draufsicht zu verwenden. Während man bei Jump´n´Runs oder Beat em Ups das Geschehen von der Seite betrachtet, betrachtet man hier das Geschehen von oben. Der Spieler lenkt seine Spielfigur so durch die Welt und besiegt Gegner, wodurch „das alles aussieht, als wäre es eine platte Scheibe“ (Testerin 12 Jahre). Nachdem die Spieler nun bereits Erfahrungen mit Spielen für das SNES hatten, tippten sie das Erscheinungsjahr von Zelda A Link to the Past richtig auf Anfang der 90er Jahre. Bezüglich des Schwierigkeitsgrades waren sich die Tester uneinig, da beide Spiele ihre leichten und schweren Passagen haben. Allgemein hatten die Spieler allerdings eher Schwierigkeiten sich in das Spiel hineinzuversetzen. Zwar betonte ein Tester er fände es besser, dass man nicht immer die Wiimote schütteln muss, allerdings fehlte ihnen die cineastische Grafik wie bei The Legend of Zelda Twilight Princess (Link zum Test) oder The Legend of Zelda Skyward Sword (Link zum Test). Abgesehen davon, dass die Orte und die Figuren identische Namen haben, konnten die Kinder auch allgemein wenig Ähnlichkeiten entdecken. The Legend of Zelda A Link to the Past erinnerte sie vielmehr an 3D Dot Game Heroes (Link zum Test), welches wir ebenfalls bereits in der Testergruppe gespielt hatten. Da gerade Zelda ein sehr umfangreiches Spiel ist, dass durch seine Geschichte glänzt, die sich im Laufe des Spielens entwickelt, entsteht die Faszinationskraft erst nach einer gewissen Zeit. In unserer Testergruppe hatten wir nur eine gewisse Zeit zur Verfügung, weshalb die Tester auch nur den Anfang des Spiels spielen konnten. Dennoch war es für sie eine amüsante Erfahrung auch Spiele kennenzulernen, die sich sowohl in optischer Darstellung, Grafik, als auch Steuerung und Spielmechaniken so stark verändert hatten wie The Legend of Zelda.

Fazit

Das Projekt in der OT St. Anna hat allen beteiligten sehr viel Spaß gemacht. Es ist eine sinnvolle Erfahrung den Kindern auch die Anfänge der Spiele zu zeigen, um sie zu ermutigen über den Horizont der ihnen bekannten Spiele hinauszuschauen. „Hast du wieder die alte Wii dabei?“ (Testerin 12 Jahre) und andere Kommentare führten dazu, dass sich auch die Tester fragten, wieso man das Bekannte immer als Standard für sich festlegt. Ebenfalls wurden durch das Projekt Überlegungen angeregt, wie sich die Spiele wohl in der Zukunft entwickeln werden. Die Vorstellung, dass die Tester zukünftig von der nächsten Generation bezüglich ihrer aktuellen Lieblingsspiele belächelt werden, fanden alle Teilnehmer sehr spannend. Auf die Frage, ob die alten Spiele mehr die Fantasie anregen reagierten die Tester mit gemischten Gefühlen. Einerseits waren sie sich einig, dass sich der Spieler umso mehr vorstellen muss, je bescheidener die Grafik ist. Andererseits wäre diese Vorstellungskraft jedoch eher eine Sache des jeweiligen Spielers. Während ein Spieler in Minecraft (Link zum Test) beispielsweise sensationelle Fantasielandschaften sieht, sieht ein anderer eine grob pixelige Klötzchenlandschaft.