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Legend of Mana
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Legend of Mana

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Square Enix
Erscheinungsjahr
2021.06
Systeme
PC, Playstation 4, Nintendo Switch, iOS, Android
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Playstation Network, Steam, Nintendo eShop
Kurzbewertung
HD-Remaster-Version des kreativen Rollenspiel-Klassikers
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von unkonventionellen Rollenspielen
Sprache
Deutsche Texte
Grafik
niedliche Comic-Grafik
Sound
passende Musik und Soundkulisse

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
wahlweise männliche oder weibliche Spielfigur
Mehrspielermodus
lokaler Koop-Modus
Spielforderungen
Neugierde, freies Erkunden und Ausprobieren
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
nicht vorhanden
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
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Spielbeschreibung:
Nach Secret of Mana und Trials of Mana, erhielt nun auch das ursprünglich 1999 für die PlayStation erschienene Rollenspiel Legend of Mana eine Neuauflage. Da der Ursprungstitel niemals offiziell in Europa erschienen ist, ist dies also auch die erste Veröffentlichung in Deutschland. Hierbei handelt es sich zudem nicht um ein komplettes Remake, sondern ein HD Remaster. Das Spiel wurde also grafisch und technisch aufgearbeitet, jedoch nicht komplett neu aufgelegt. Nichtsdestotrotz erstrahlt die nostalgische Retro-Grafik in neuem Gewand.
Die Grundgeschichte, dass die Welt in Gefahr ist, ist sehr simpel gehalten und wird durch optionale Nebenfiguren und drei unterschiedliche Handlungsbögen erzählt. Anders als in ähnlichen Rollenspielen, ist die Spielwelt von Legend of Mana hierbei erstmal komplett leer und muss nach und nach aufgebaut werden. Hierzu werden Ortschaften, Städte, Wälder und Höhlen auf der Karte platziert und können dann besucht werden. Je nachdem, welche Entscheidungen beim Erstellen getroffen werden, ändert sich das Abenteuer bei jedem Durchgang.

Pädagogische Beurteilung:
Kreatives World-Building
Zu Beginn können die Spielenden eine wahlweise männliche oder weibliche Spielfigur, eine Waffe sowie eine Karte aussuchen und die ersten Orte auf dieser platzieren. Hierbei spielt es eine große Rolle, wo welche Orte platziert werden. So sind die Monster in Arealen, die sehr spät oder weit vom eigenen Heim platziert werden, stärker und die Orte verfügen über elementare Eigenschaften, die sich aufheben oder verstärken, je nachdem, neben welches andere Gebiet sie gesetzt werden. So hat die Lage nicht nur eine kosmetische Komponente, sondern beeinflusst auch Aktionen und Eigenschaften in den Gebieten. Auch wenn diese Mechaniken kurz erklärt werden, erhält man wenig vertiefende Informationen über Vor- und Nachteile des World Buildings. Dies liegt daran, dass dieses Prinzip darauf setzt, dass die Erfahrung wächst und Spielende bei erneuten Durchgängen andere Wege ausprobieren. Für Neueinsteiger*innen kann dies jedoch erstmal überfordernd wirken, da nicht immer klar ist, was als nächstes getan werden muss. So gilt es auszuprobieren, um sich das Wissen selber zu erarbeiten.

Verschiedene Gefährten
Nachdem die Ortschaften auf die Karte gesetzt wurden, enthüllt sich, um was für Orte es sich handelt. In den Städten können Gegenstände gekauft, Gespräche geführt und Nebenmissionen angenommen werden. Außerdem finden sich hier unterschiedliche Nebencharaktere, die als Partner akquiriert werden können. Diese können auch optional von einer zweiten Person gesteuert werden. Die unterschiedlichen Figuren beeinflussen auch die verschiedenen Nebenmissionen und etwaige Dialoge mit anderen Charakteren. Werden dann Aufgaben erfüllt, führt dies teilweise zu Folgemissionen. Wählt man jedoch währenddessen einen anderen Partner oder erfüllt nicht direkt die gemeinsame Aufgabe, kann es auch sein, dass Partner sich eigenständig verabschieden und die Mission nicht abgeschlossen werden kann. Auch dies sind Erfahrungen, die durch das Spielen gelernt werden und bei einem erneuten Durchgang anders umgesetzt werden können.

Kämpfe und Schätze
In den Höhlen oder Wäldern bewegen sich die Spieler*innen durch 2,5D-Gebiete, die teilweise sehr gradlinig aufgebaut sind, während andere mehr einem Labyrinth ähneln. Diese Orte sind in der Regel voller Monster, die in Echtzeitkämpfen besiegt werden müssen. Hierdurch werden die Held*innen immer stärker, lernen neue Fähigkeiten und finden auch verschiedene hilfreiche Gegenstände und Schätze. Das Kampfsystem ist vielseitig und es können mit der Zeit unterschiedliche Waffen und Spezialattacken ausgewählt werden. Am Ende einer Mission erwarten die Spielenden oft Endbosse, die besonders stark sind. Zudem erhält man am Ende von Missionen in der Regel auch Artefakte, die wiederum auf der Karte genutzt werden können, um wiederum neue Orte freizuschalten.

Fazit:
Das nostalgische Rollenspiel kombiniert hübsche Retro-Optik und ein interessantes und kreatives Gameplay. Die Remaster-Version ähnelt dem Vorgänger spielmechanisch sehr, jedoch wurden alle Hintergründe sehr gelungen komplett neu gezeichnet. Auch die Musik wurde neu aufgelegt, es kann jedoch zwischen der alten und der neuen Musik gewählt werden. Die freien Möglichkeiten, das Abenteuer durch das Gestalten der Spielwelt frei zu beeinflussen, bietet einen hohen Widerspielwert. Das unkonventionelle Spielprinzip ist hierbei besonders für Fans von Rollenspielen interessant, die gerne unterschiedliche Möglichkeiten austesten und das Geschehen aktiv mitgestalten wollen. Neueinsteiger*innen könnten sich jedoch durch die große Freiheit etwas überfordert fühlen, auch da der zusammenhängende Storystrang nur bedingt vorhanden ist.