Spieleratgeber NRW - Druckansicht von Seite #6227
Oneshot
https://www.spieleratgeber-nrw.de:443/site.6227.de.1.html

Oneshot

Genre
Adventure
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Degica
Erscheinungsjahr
2016.12
Systeme
PC, Mac
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Experimentelles Indie-Game mit melancholischer Geschichte
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von Meta-Gaming und experimentellen Indie-Games
Sprache
Englisch
Grafik
Retro-Pixel-Optik
Sound
fantastischer Soundtrack mit melancholischer Note

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Protagonist Niko und weitere liebenswerte Charaktere
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
kreatives Denken und Experimentierfreude
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
nicht vorhanden
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5

Spielbeschreibung:
Ohne eine Vorgeschichte erwacht der kleine Niko allein in einem dunklen Zimmer. Nachdem die ersten Gegenstände gefunden, kombiniert und passend eingesetzt wurden, kann das verlassene Haus weiter erforscht werden, bis er eine Glühbirne findet. Nach kurzer Zeit erfährt Niko, dass es sich hierbei um die neue Sonne dieser mysteriösen Welt handelt, die an der Stelle eingesetzt werden muss, an der die alte Sonne zerbrochen ist. Hierzu muss er jedoch vorab die düstere Spielwelt erkunden, die sich in drei Gebiete aufteilt. Während des Abenteuers müssen Gespräche geführt und Rätsel gelöst werden, um das Ziel der Reise, die Spitze eines riesigen Turms, zu erreichen. Schnell merkt man jedoch, dass die Spieler*innen selber ein überaus relevanter Teil der Geschichte werden.

Pädagogische Beurteilung:
Durchbrechen der vierten Wand
Im filmwissenschaftlichen Bereich werden mit dem Durchbrechen der vierten Wand Momente beschrieben, in denen die Zuschauenden aktiv angesprochen beziehungsweise in das fiktive Geschehen des Films eingebunden werden. Metagaming hingegen beschreibt das Wissen, das Spielende haben, beispielsweise durch einen vorherigen Spieldurchlauf, das den Charakteren im Game jedoch in der Logik der Handlung fehlt. Diese beiden Mechanismen werden in Oneshot aufgegriffen und clever genutzt. Hier erinnert das Abenteuer öfter an Titel wie Undertale oder Doki Doki Literature Club, in denen die Spielenden ebenfalls selber als Handlungstragende angesprochen werden. So entsteht eine besondere Verbindung zu den Charakteren und die Spieler*innen werden selber Teil der Geschichte. Hierbei geht Oneshot noch einen Schritt weiter und so finden sich die Lösungen zu gewissen Rätseln auch außerhalb des Spiels auf dem eigenen Computer.

Melancholische Geschichte
Nikos Reise führt ihn durch verschiedene Gebiete und er lernt unterschiedliche Charaktere kennen. Überall ist jedoch erkennbar, wie sehr die Welt und die Charaktere unter dem fehlenden Sonnenlicht leiden. In Niko erkennen die Figuren ihren Propheten, der ihnen das Sonnenlicht zurückbringen wird. Dementsprechend sind alle sehr hoffnungsvoll und vorfreudig, wodurch es leichtfällt, die Figuren ins Herz zu schließen. Allgemein ist die Atmosphäre jedoch eher betrübt und es gibt viele traurige Momente, wodurch eine eher melancholische Stimmung erzeugt wird. Da die Geschichte besonders im späteren Verlauf ein wenig komplex wird und es keine deutschen Texte gibt, richtet sich das Spiel zudem erst an ältere Kinder und Jugendliche.

Retro-Ästhetik
Die komplette Pixel-Optik erinnert an Retro-Titel vergangener Konsolengenerationen. Die grafische Darstellung und die Farbgebung sind jedoch sehr liebevoll inszeniert. Zudem gibt es zwischendurch immer wieder detailliertere Grafiken, die einzelne Szenen und Charaktere in den Fokus rücken. Auch die verschiedenen Musikstücke des Soundtracks passen sich zu jeder Zeit optimal der Atmosphäre an.

Fazit:
Bei Oneshot handelt es sich um ein einzigartiges Abenteuer. Die Geschichte ist spannend erzählt und die experimentellen Aufgaben und Spielmechaniken sind nicht schwer zu meistern, können aber auch erfahrene Gamer*innen überraschen. Die audiovisuelle Darstellung, die melancholische Atmosphäre und die liebevolle Gestaltung der Charaktere tragen dazu bei, dass man auch nach dem Spielen noch oft an Nikos Geschichte zurückdenkt.