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Pokémon Unite
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Pokémon Unite

Genre
Onlinespiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
The Pokémon Company
Erscheinungsjahr
2021.07
Systeme
Nintendo Switch, iOS, Android
System im Test
Nintendo Switch
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Kostenloses und einsteigerfreundliches Online-Spiel mit Bezahlinhalten
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Pokémon-Fans und MOBA-Spieler*innen
Sprache
Deutsch
Grafik
bunte 3D-Grafik aus der Vogelperspektive
Sound
passende Musik und Soundeffekte

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
wählbare Pokemon
Mehrspielermodus
ausschließlich im Multiplayer spielbar
Spielforderungen
taktisches Verständnis
Zusatzkosten
In-Game-Käufe möglich
Problematische Aspekte
teilweise chaotische Kämpfe, Pay2Win
Redaktion
Jan Wall
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Die Pokémon-Reihe war nie für sonderlich schwierige Spiele bekannt. Mit dem „kostenlosen“ Pokémon Unite wird das Franchise jedoch um ein Genre ergänzt, welches wohl den Ruf der größten Komplexität innehat. Das MOBA (Multiplayer Online Battle Arena) von Nintendo wählt dabei aber einen anderen Weg, als es Genre-Größen wie League of Legends oder Dota tun – denn statt einem komplizierten Einstieg und einer gewaltigen Charakterauswahl bricht Entwickler TiMi Studio Group das Spiel auf die wichtigsten Basics herunter. Neben der Veröffentlichung für die Nintendo Switch erscheint der Online-Titel am 30.09.21 ebenfalls für Smartphones, um sich die größtmögliche Zielgruppe zu erschließen – aus kommerzieller Sicht also die perfekte Grundlage für Pay2Win und In-Game-Käufe.

Pädagogische Beurteilung:
Spielprinzip und Regeln
Der klassische Modus von Pokémon Unite unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht sonderlich von anderen MOBAs. Gespielt wird 5 gegen 5, wobei die Spielenden in die Rolle von unterschiedlichen Pokémon schlüpfen. Die Arena lässt sich in 3 verschiedene Straßen, Lanes genannt, einteilen, welche oben, unten und in der Mitte von den zwei verschiedenen Startpunkten der Teams verlaufen. Zwischen den Lanes befindet sich der Jungle, ein Bereich, welcher von hohem Gras gesät ist und ein Verstecken ermöglicht. Ziel ist es, Bälle zu sammeln und mit diesen bei den gegnerischen Tor-Zonen zu punkten. Das Team mit den meisten Punkten gewinnt. Neben dem Erzielen von Punkten ist außerdem das Leveln des eigenen Charakters wichtig, was durch das Besiegen von Gegnern oder wilden Pokémon, welche an verschiedenen Orten der Karte platziert sind, geschieht. Jedes Pokémon des Rosters (Gesamtaufgebot der Charaktere) kann außerdem unterschiedliche Attacken erlernen und individuelle Items tragen. Wen die beiden Teams aufeinandertreffen können die Kämpfe teilweise unübersichtlich und chaotisch werden, wodurch sich Jüngere überfordert fühlen können.

Easy to learn, hard to master
Wie zu Anfang beschrieben, ist der Einstieg bei Pokémon Unite stark vereinfacht. Zum Start muss ein Tutorial absolviert werden, um die wichtigsten Regeln kennenzulernen, was gerade jüngeren Spieler*innen hilft, ein Verständnis für unterschiedliche Mechaniken und die Relevanz von Team-Play zu entwickeln. Zwei Faktoren, welche für ein erfolgreiches Spielen enorm wichtig sind, da, ähnlich wie z.B. beim Fußball, jeder Charakter auf festen Positionen Zuhause ist, um von den jeweiligen Stärken profitieren zu können. Einzelgänger*innen kommen hier nicht weit – wird sich beispielweise schon bei der Charakterauswahl zu viel Zeit gelassen, muss man lernen, sich den Team-Kamerad*innen unterzuordnen, da die Lieblingsposition schon vergeben sein kann.
Zusammengefasst ist das Spielprinzip leicht zu verstehen und auch jüngere Jugendliche finden sich schnell zurecht. Ist man allerdings gewillt auf einem höheren Niveau zu spielen, erfordert es viel Training, da selbst kleine taktische Feinheiten über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Die Spielerinnen und Spieler der Testergruppe, welche allesamt keine Erfahrungen im MOBA-Genre vorweisen konnten, hatten ab der ersten Runde Spaß und waren motiviert, sich stetig zu verbessern.

Pay-to-win
Konträr zum spaßigen Gameplay steht bei Pokémon Unite leider die Implementierung von In-Game-Käufen. Anders als es z.B. bei League of Legends der Fall ist, wo sich die In-Game-Käufe nur auf kosmetische Änderungen der Charaktere beschränken, ist es bei Nintendos Ableger zusätzlich möglich, Spielvorteile in Form von Items zu kaufen. Kinder und Jugendliche können hier motiviert sein, Echtgeld für neue Pokémon oder stärkere Items auszugeben, um erfolgreicher zu sein und weniger Zeit investieren zu müssen. Obwohl es sich bei Pokémon Unite um einen reinen Online-Titel handelt, ist die kostenpflichtige Online-Mitgliedschaft von Nintendo nicht erforderlich. Einerseits sparen hier Spieler*innen, die sowieso kein Geld ausgeben wollen, andererseits wird Kindern und Jugendlichen eine weitere Hürde zum problematischen In-Game-Shop genommen, da der Titel einfach kostenlos heruntergeladen und gespielt werden kann.

Fazit:
Das einsteigerfreundliche MOBA bietet ein spaßiges und motivierendes Gameplay, welches die Kinder und Jugendlichen der Testergruppe zuweilen begeistern konnte. Durch die zufällig erstellten Teams im Online-Spiel, kam es teilweise zu frustrierenden Momenten, da abwesende Spieler*innen kaum negative Folgen zu befürchten haben und damit das eigene Team stark schwächen. Einen Sprach-Chat gibt es nicht, dafür kann über die Pfeiltasten mit vorgegebenen Nachrichten kommuniziert werden. Die Einbindung von Mikrotransaktionen bewerten wir als problematisch.