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Friday the 13th: The Game
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Friday the 13th: The Game

Genre
Action-Adventure
USK
keine Jugendfreigabe (?)
Pädagogisch
ab 18 Jahre
Vertrieb
Gun Media
Erscheinungsjahr
2017.05
Systeme
PC, Xbox One, Nintendo Switch
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Horrorspiel mit viel Gore und Gewalt, aber auch mit Variationen und strategischen Möglichkeiten
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
volljährige Fans von Horror- und Multiplayerspielen
Sprache
Englisch mit Texteinstellungen in Deutsch und vielen anderen Sprachen
Grafik
einfach gehaltene 3D-Grafik mit einem individuellen Stil
Sound
Sound- und Geräuschkulisse mit Grusel- und Schockeffekten

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
14 Jugendliche nach Vorbildern aus den Filmen
Mehrspielermodus
Online-Multiplayer mit bis zu 8 Personen
Spielforderungen
Reaktionsgeschwindigkeit
Zusatzkosten
DLC-Pakete für neue Outfits, Animationen und Waffen der Charaktere
Problematische Aspekte
Gewalt, Blut, Gore, Jumpscares und Horror
Redaktion
Dustin Heye
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Töten oder Überleben sind, ähnlich, wie es die gleichnamige Kult-Horrorfilmreihe vormacht, die primären Ziele in Friday the 13th: The Game. Das genaue Ziel ist davon abhängig, in welcher Rolle sich die Spieler*innen befinden. Der Hauptmodus ist ein asymmetrischer Online-Modus, bei dem maximal 8 Spieler*innen in die Rolle unschuldiger Jugendlicher schlüpfen. Ihr Gegenspieler ist niemand Geringeres als der Serienmörder Jason Voorhees, welcher ebenfalls von einer willkürlich ausgewählten Person gesteuert wird. Jasons Ziel ist relativ einfach: Alle Jugendlichen auf der großen Karte zu finden und zu töten, bevor die Zeit abläuft. Dabei helfen ihm seine besonderen übermenschlichen Kräfte, mit denen er die übrigen Spielenden besser ausfindig machen kann. Für die Jugendlichen steht ebenfalls nur ein Ziel im Vordergrund: Überleben. Doch welche Option macht am meisten Sinn? Verstecken? Wegrennen? Kämpfen? Das müssen die Spieler*innen in jeder Runde neu herausfinden. Mittlerweile gibt es auch eine Singleplayer-Variation des Online-Modus sowie einen Story-Modus. In diesem finden die Massenmorde von Jason in Rahmen von mehreren kleinen Szenarien und Geschichten statt. Für jedes Szenario gibt es am Ende eine Bewertung, wie gut sich die Spieler*innen angestellt haben.

Pädagogische Beurteilung:
Horror-Klischees in Videospielform
Ähnlich wie in den zugehörigen Filmen, bietet Friday the 13th: The Game eine große Ansammlung an typischen Horror-Klischees und Genre-Tropes an. Viele dieser bekannten Klischees haben die Spieler*innen durch ihre Spielweise auch selbst in der Hand. Gerade deswegen sorgen sie für Schock und Horror, die eine jüngere Zielgruppe durchaus beeinflussen können. Jason kann durch seine Fähigkeiten oft willkürlich erscheinen und für plötzliche Panik- und Schockmomente sorgen. Weitere typische Elemente sind brutale Todesszenen, Jumpscares, laute Schreie in der Ferne, Panik, Stress sowie dramatische Musik während der Fluchtversuche oder auch die Stimme von Jasons toter Mutter, die Jason beeinflusst. Auch wenn all diese Elemente aus der Filmvorlage bekannt sind, werden sie im Videospiel wieder lebendig und können Einfluss auf den Gemütszustand der Spieler*innen nehmen.

Große Variation erlaubt viele strategische Möglichkeiten
Auch wenn der Titel sehr große Parallelen zu Dead by Daylight aufweist, verfügt der Multiplayermodus über eine große Variation und strategische Möglichkeiten. Dazu gehören neben 8 unterschiedlichen Karten über 14 Charaktermodelle von Jugendlichen sowie 9 verschiedene Charaktermodelle für Jason, die alle jeweils unterschiedliche Eigenschaften und Fähigkeiten haben. Macht es taktisch mehr Sinn, den starken Footballspieler zu wählen, das stille Punk-Mädchen, das sich gut verstecken kann oder die Streberin, die in Sekundenschnelle ein Fluchtfahrzeug reparieren kann? All diese Faktoren machen das Gameplay aus, sorgen für Abwechslung und verlangen auch von den Spielenden flexibel zu denken und Situationen zu analysieren. "Repariere ich lieber das Fluchtfahrzeug, was nicht ganz lautlos vonstattengeht, oder verstecke ich mich im Wald, bis die Zeit abläuft? Bin ich lieber in einer Gruppe unterwegs oder streife ich allein über die Karte?" Solche Fragen müssen die Spieler*innen teilweise in wenigen Sekunden beantworten und lernen, mit den Konsequenzen klarzukommen. Das Spiel sorgt auf diese Weise schon fast für eine Art interaktive Simulation einer Horror-Verfolgungsjagd, bei der die Spieler*innen lernen, schnell zu reagieren, nachzudenken und zu handeln.

Großer Fokus auf Gewalt und Gore
Die unterschiedlichen Arten, wie Jason seine Opfer ermordet, haben auch im Spiel einen großen Fokus. Jason besitzt über 75 verschiedene Variationen an Mord- und Tötungsmöglichkeiten seiner Opfer. Manche müssen erst freigeschaltet werden, bevor sie benutzt werden können, andere lassen sich nur an gewissen Orten ausführen und einige sind von Jasons primärer Waffe, wie Machete, Speer oder Axt, abhängig. Die Mordmöglichkeiten fungieren hier förmlich als Sammelfunktion und durch eine Trophäe bzw. einen Erfolg für die Verwendung jeder Todesanimation werden die Spieler*innen zusätzlich motiviert, jede Variation zu entdecken. Auch wenn die Morde durch die schlichte Grafik und die teilweise übertriebenen Animationen im Vergleich zu anderen Spielen oder Filmen abgeschwächt wirken, sind es trotzdem Animationen von abgeschlagenen Köpfen, zerschmetterten Knochen oder eingedrückten Augen, die sehr brutal und für eine jüngere oder sensible Zielgruppe nicht geeignet sind.

Mangelnder Support kann zu Problemen im Online-Modus führen.
Obwohl Friday the 13th: The Game seinen Hauptfokus auf den Online-Modus setzt, lässt der Online-Support deutlich zu wünschen übrig. Gemeldete Spieler*innen werden selten gebannt und auch viele Fehler brauchen lange, bis sie (wenn überhaupt) behoben werden. Da die Spielsitzungen teilweise zufällig zusammengestellt werden und die Spieler*innen sich in den meisten Fällen nicht kennen, bieten diese Faktoren zusätzliches Potenzial für unangemessenes Verhalten, für das es nur selten Konsequenzen gibt. Dazu zählen Aspekte wie Beleidigungen, Missachtung des eigentlichen Spielkonzeptes oder die Benutzung von Bugs und Fehlern seitens der Mitspielenden.

Fazit:
Friday the 13th: The Game bietet in vielen Aspekten einen großen Anteil an Gewalt und Brutalität, die teilweise direkt aus den gleichnamigen Filmen übernommen wurden. Trotz abgeschwächter Grafik sind die Szenen teilweise explizit und auch die Spielmechanik weist ein bedrohliches und unheimliches Szenario und Schreckmomente auf. Für volljährige Horrorfans kann das Spiel mit einem Gameplay punkten, dass Spannung verspricht und zum schnellen Interagieren und Reagieren drängt.