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Resident Evil Village
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Resident Evil Village

Genre
Action-Adventure
USK
keine Jugendfreigabe (?)
Pädagogisch
ab 18 Jahre
Vertrieb
Capcom
Erscheinungsjahr
2021.05
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One, Xbox Series, Playstation 5, Google Stadia
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Ein etwas anderes Resident Evil Spiel, das trotzdem viel richtig macht
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von Survival Horror, Fantasy, Mythologie und Resident Evil
Sprache
Deutsch, Englisch, Japanisch und viele mehr
Grafik
ästhetische Umgebung und gruselige Horror-Inszenierung mit Liebe fürs Detail
Sound
unheimliche und bedrückende Sound- und Geräuschkulisse

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Ethan Winters
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
starke Nerven, Geduld, eine durchschnittliche Kombinationsgabe und taktisches Denken
Zusatzkosten
zum aktuellen Stand keine
Problematische Aspekte
Gewalt, Gore, Kidnapping, Jumpscares
Redaktion
Dustin Heye
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Ein Überlebenskampf und Horror zwischen Werwölfen, sprechenden Puppen und riesigen Vampiren, ist das noch Resident Evil? Die Handlung von Resident Evil Village setzt zumindest am Vorgänger Resident Evil 7: Biohazard an. Drei Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers leben Protagonist Ethan Winters und seine Frau Mia mit ihrer Tochter Rosemary ein scheinbar sorgenfreies Leben. Bei einem friedlichen Abendessen zu Hause fallen plötzlich Schüsse. Mia wird erschossen und Rose entführt. Der Entführer? Niemand Geringeres als der Vorzeige-Charakter der Reihe und ehemalige Protagonist Chris Redfield. Auch Ethan wird verschleppt und in einem Wagen transportiert, der unterwegs einen Unfall hat. Er kann sich befreien und erreicht ein kleines Dorf. Doch hier fängt der wahre Horror erst an. Nicht nur Chris, sondern auch die Dorfgemeinschaft und vor allem die Anführerin Mutter Miranda haben ein Interesse an Rose und es sich zum Ziel gemacht, sie in ihre Obhut zu bringen. Dabei schrecken die infizierten Dorfbewohner*innen auch nicht vor Gewalt und Mord zurück. Für Ethan beginnen ein Überlebenskampf und die Suche nach seiner Tochter. Neben der Handlung knüpft sich auch die Steuerung, die größtenteils gleichgeblieben ist, an den Vorgänger an sowie die First-Person-Perspektive, welche mit Resident Evil 7: Biohazard erstmals in die Hauptreihe eingeführt wurde.

Pädagogische Beurteilung:
Neuerungen im Gameplay sorgen für frischen Wind
Auch wenn das Gameplay in vielen Aspekten gleich geblieben ist, wurde es diesmal um einige Funktionen erweitert. Unter anderem können aus gewöhnlichen Ressourcen Items wie Munition oder Heiltränke hergestellt werden. Bei einem Kaufmann gibt es auch die Möglichkeit, Waffen aufzurüsten und neue Items zu erwerben. Die Spieler*innen müssen selbstständig überlegen, welche Schritte im Kampf gegen die Monster am meisten Sinn machen: Rüste ich lieber meine Schrotflinte auf oder spare ich auf ein Scharfschützengewehr? Stelle ich Pistolenmunition oder einen Heiltrank her? Die Antworten auf solche Fragen und die Auswirkungen auf die individuelle Spielerfahrung müssen Spieler*innen für sich selbst abwägen und herausfinden. Diese Mechaniken erinnern unter anderem an den dritten und vierten Teil der Reihe, in denen bereits jeweils ähnliche Funktionen existierten. Generell erinnern die Ästhetik, die Handlung und auch viele Mechaniken stark an Resident Evil 4. Fans werden also auf jeden Fall einige Hommagen entdecken. 

Mehr Empathie und Persönlichkeit
Während die Persönlichkeit von Protagonist Ethan Winters im Vorgänger noch recht flach und eindimensional gehalten wurde, erlebt der Charakter hier emotionale Höhen und Tiefen und fühlt sich mehr wie eine echte Person an. Für Spieler*innen werden somit auch mehr Identifikationspunkte und eine emotionale Involvierung geboten, die im Vorgänger eher fehlten. Auch die Persönlichkeiten sowie die Optik der Nebencharaktere und vor allem der Bossgegner wirken frisch, innovativ und sorgen für ikonische Momente. Kein Wunder also, dass Charaktere wie Lady Dimitrescu oder Karl Heisenberg im Internet so große Popularität erlangt haben und gefeiert werden. 

Unterschiedliche Bosskämpfe verlangen Flexibilität
Auch im Gameplay bietet jeder Gegnertyp und jeder Boss eine eigene und innovative Erfahrung. Kein Bosskampf ist wie der andere und fühlt sich auch beim Spielen stets unterschiedlich und innovativ an, weshalb Spieler*innen stets flexibel sein und oft umdenken müssen. Gleichzeitig demonstriert das aber auch, welche Vielfalt und taktischen Möglichkeiten in einem Videospiel existieren und umgesetzt werden können. Ein Schwachpunkt liegt allerdings bei der Balance aus Items und normalen Gegnern. Nicht selten wird man über einen zu langen Zeitraum mit Munition überfüttert, sodass mühelos jeder Gegner ohne wirkliche Gefahr ausgeschaltet werden kann. In anderen Situationen folgen dann bei knapper Munition mehrere Gegnerwellen und Bosskämpfe hintereinander, wodurch sich der Schwierigkeitsgrad plötzlich wendet und die Dynamik leidet. 

Horror-Atmosphäre
Für eingefleischte, erwachsene Horror-Fans bietet Resident Evil Village eine gelungene Horror-Atmosphäre, Momente der Panik und sehr viele clevere Jumpscares, die an die älteren Teile erinnern. Durch die First-Person-Perspektive wird zusätzlich eine immersiv stärkere Involvierung geboten. Dadurch werden Faktoren wie die gruselige Atmosphäre, die Jumpscares und der Horror zusätzlich verstärkt. Kombiniert mit diversen verstörenden Bildern und Szenen kann das Spiel durchaus einen Zustand der Panik und Angst erzeugen, der für ein älteres Publikum eine spannende Erfahrung bieten kann, für ein jüngeres Publikum aber nicht geeignet ist. Im Punkt Brutalität ist das Spiel zwar im Vergleich zum Vorgänger einige Stufen zurückgefahren, hat aber ebenfalls eine gesetzliche USK-Kennzeichnung ab 18 Jahren bekommen.

Kombinationsgabe und taktisches Vorgehen
Wie bereits in den älteren Titeln, verfügt auch Resident Evil Village weiterhin über klassische Rätsel, die eine gewisse Kombinationsgabe und Denkweise voraussetzen. Nicht selten müssen Gegenstände zusätzlich untersucht oder gewisse Orte mehrfach erkundet werden. Auch taktisches Vorgehen wird benötigt und kann darüber entscheiden, wie kompliziert das Spielerlebnis wird. Unter anderem werden in rumliegenden Tagebüchern oft vage Hinweise zu Schwachstellen von Gegnern und Bossen erwähnt, die zur Bewältigung eines Kampfes entweder hilfreich oder sogar unabdingbar sind. Spieler*innen werden hier also animiert, stärker über die Spielwelt, die Gegner und ihre möglichen Schwachstellen nachzudenken. Wenn Spieler*innen den Hilfestellungen und Hinweisen nachgehen, werden sie mit einfacheren Kämpfen belohnt. Abgerundet werden diese Faktoren durch viele optionale Orte und Gegenden, zu denen man sich erst Zugang verschaffen oder Items finden muss, wie etwa Schatztruhen oder abgeschlossene Häuser im Dorf, die besondere Belohnungen beinhalten. Es wird also die Möglichkeit geboten, sich intensiv und neugierig mit der Spielumgebung auseinanderzusetzen, was auch belohnt wird.

Fazit:
Im direkten Vergleich zum Vorgänger erscheint dieser Teil aufgrund weniger brutaler Szenen und der fehlenden VR-Perspektive um einiges harmloser. Trotzdem bietet das Spiel ein Horror-Szenario mit verstörenden Szenen und Momenten, die nicht zu unterschätzen sind. Als Faustregel lässt sich sagen: Wer keine Probleme mit Resident Evil 7: Biohazard hat, könnte dieses Spiel vermutlich auch vertragen. Volljährigen Spieler*innen wird eine Mischung aus innovativen Spielelementen, Anspielungen an ältere Teile, interessanten Rätseln, viel Variation und einer besonderen Horror-Atmosphäre geboten. Ob es sich um ein wirkliches Resident Evil handelt oder diverse Stilbrüche als Kritikpunkte zu interpretieren sind, müssen Fans der Reihe hier für sich selbst entscheiden.