Spieleratgeber NRW - Druckansicht von Seite #6148
Ghost of Tsushima
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Ghost of Tsushima

Genre
Action-Adventure
USK
keine Jugendfreigabe (?)
Pädagogisch
ab 18 Jahre
Vertrieb
Sony Interactive Entertainment
Erscheinungsjahr
2020.07
Systeme
Playstation 4
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Samurai-Abenteuer im historischen Japan
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von Samurai-Geschichten und japanischer Kultur
Sprache
Deutsch, Englisch, Japanisch, weitere
Grafik
beeindruckende, realitätsnahe 3D-Grafik, wahlweise im Kurosawa-Modus
Sound
atmosphärischer Soundtrack und realistische Soundkulisse

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Protagonist Jin und seine Unterstützer*innen, viele starke weibliche Figuren
Mehrspielermodus
kooperativer Online-Mehrspielermodus (Legenden-Modus)
Spielforderungen
taktisches Geschick, Reaktionsfähigkeit
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Darstellung von Gewalt und Brutalität
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Wir schreiben das Jahr 1274. Auf der japanischen Insel Tsushima, welche zwischen dem japanischen Festland und Südkorea liegt, fallen die Mongolen ein, um die Insel zu erobern. Der junge Jin Sakai kämpft am Strand gemeinsam mit seinem Onkel, Fürst Shimura, gegen die Mongolen, während ihre Truppen herbe Verluste erleiden. An dieser Stelle übernimmt man die Kontrolle über Protagonist Jin und lernt die ersten grundlegenden Steuerelemente. Trotz aller Bemühungen behalten die Mongolen für den Moment die Überhand, Jins Onkel wird gefangengenommen und Jin schafft es nur mit Mühe und Hilfe diese Schlacht zu überleben. Im anschließenden Verlauf ist es seine oberste Priorität, seinen Onkel zu retten und die Insel zurückzuerobern. Hierzu müssen jedoch auch Gefährten akquiriert, neue Fähigkeiten gelernt und Orte der Insel erkundet werden. Mit der Zeit wird man so immer mächtiger, muss sich jedoch auch seinen eigenen Wertevorstellungen stellen.

Pädagogische Beurteilung:
Insel der Möglichkeiten
Bereits kurz nach dem Beginn steht die offene Spielwelt frei zur Erkundung. Hierbei ist das Pferd das wichtigste Transportmittel, es kann sich jedoch auch zu bereits besuchten Orten teleportiert werden. Neben den unterschiedlichen Missionen, um die Hauptgeschichte voranzutreiben, stehen auch verschiedene Nebenmissionen zur Verfügung, wie es für Open-World-Games üblich ist. Hier können versteckte Schreine und Tempel entdeckt, es müssen Gehöfte und Dörfer von Mongolen befreit und mysteriöse Waffen und Rüstungen gefunden werden. Zwar kann auf diese Nebenaufgaben auch verzichtet werden, allerdings wird Jin dadurch immer mächtiger, er lernt neue Fähigkeiten und findet Ressourcen, um die Waffen und Rüstungen verbessern zu lassen. Hinzu kommt, dass die Spielwelt wunderschön gestaltet ist und es viel zu entdecken gibt. Von dichten Bambuswäldern, schneebedeckten Bergen, Tempeln und Schreinen sowie herbstlichen Laubwäldern ist die japanische Natur sehr detailgetreu abgebildet. Allgemein sollte auch auf die Flora und Fauna geachtet werden. So zeigt der Wind nicht nur den Weg, sondern goldene Vögel, Füchse und Glühwürmchen weisen auch auf versteckte Objekte hin.

Moral und Ethik
Das japanische Wort bushidō bedeutet Weg des Kriegers und beschreibt den Verhaltenskodex der Samurai. Mit inbegriffen die Werte und Moralvorstellungen, die definieren, wie man seinen Feinden gegenübertritt. So ist der hinterhältige Angriff aus dem Versteck unehrenhaft, da Feinden nur von Angesicht zu Angesicht gegenübergetreten werden sollte. Alle hinterlistigen Attacken führen dazu, dass man seine Ehre verliert. Dieses Konzept wird im Spiel aufgegriffen, da Schleichpassagen, in denen man möglichst nicht entdeckt werden soll, und Angriffe aus dem Hinterhalt Teil der Spielmechanik sind. Hierbei wird innerhalb der Geschichte immer wieder der Konflikt von Jin thematisiert. Auf der einen Seite will er seinen Prinzipien treu bleiben, auf der anderen Seite bleibt manchmal nichts anderes übrig, da die Anzahl der Feinde übermächtig ist und auch sie zu hinterhältigen Mitteln greifen. So wird das Thema Moral und Ethik immer wieder innerhalb der Dialoge aufgegriffen.

Überall Leichen
Ghost of Tsushima ist allgemein ein durchaus brutales und gewalthaltiges Spiel. So stößt man überall in der Spielwelt auf Leichen, die erhängt, erfroren, verbrannt, erstochen oder sonst wie ermordet wurden. Die Insel gleicht dem Schlachtfeld, das sie ist. Auch innerhalb der Missionen geht es um Mütter und Kinder, die ermordet werden, Menschen, die Selbstmord begehen, gefoltert oder verkauft werden. So sieht man in einer Zwischensequenz, wie ein unschuldiger Mensch angezündet wird, mitsamt seiner Schmerzensschreie. Bei den Themen ist das Spiel genauso wenig zimperlich wie innerhalb der Kämpfe. Auch hier können den Feinden Körperteile abgetrennt werden oder es gibt finale Schwertangriffe in Zeitlupe und jede Menge Blut. 

Sehr japanisch
Letztlich erinnert das Setting und die Darstellung an klassische Samurai-Filme, da der Titel auch eine Hommage an die Filme von Akira Kurosawa ist. Sio gibt es auch einen Kurosawa-Modus, woraufhin das Spiel optisch an die Schwarz-Weiß-Filme von Akira Kurosawea erinnert. Aber nicht nur die Ästhetik traditioneller, historischer Filme ist Teil der japanischen Inszenierung, man findet auch weitere japanische Komponenten. So enthalten die Nebenmissionen viele Aspekte japanischer Mythologie, kulturelle Anspielungen und Elemente des Shintoismus sowie des Buddhismus. Für Fans von japanischer Kultur und historischer japanischer Geschichte in Film und Anime gibt es hier viel zu entdecken.

Fazit:
Wer sich für Samurai-Abenteuer, eine offene Spielwelt im japanischen Setting und die Themen Moral und Ethik begeistern kann, wird mit Ghost of Tsushima viele Stunden Spielspaß haben. Die Geschichte wird spannend erzählt und die Charaktere sind vielseitig gestaltet. Besonders weibliche Charaktere verkörpern hier of starke Rollen. Die Kampfmechanik ist fordernd und die Aufgaben sind abwechslungsreich. Besonders die vielfältige Landschaft ist beeindruckend inszeniert. Aufrgund der gezeigten Gewalt und den Folgen dieser, richtet sich der Titel an volljährige Spieler*innen.