Spieleratgeber NRW - Druckansicht von Seite #6079
Gecheckt Jülich-Aldenhoven
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Projekt Gecheckt! in Jülich-Aldenhoven

Auch 2020 hatten zwischen dem 13.10. und 16.10. in der ersten Herbstferienwoche 13 Jugendliche die Möglichkeit, durch Medien ihrer Kreativität Ausdruck zu verschaffen. Im Projekt „Gecheckt! – Jugend, Medien und Familie“ haben die Teilnehmenden im Alter von 13 bis 17 Jahren in vier Tagen den Prozess von der Idee bis zur Fertigstellung eines Medienproduktes erlebt. Dafür hat die evangelische Kirchengemeinde Aldenhoven ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und das Projekt möglich gemacht.

Von Michelle Posmyk

Vorarbeit:
Damit die Vision eines Projektes so gut wie möglich verwirklicht werden kann, ist die Vorbereitung sehr bedeutend. Die Jugendlichen lernen auf diese Weise einen strukturellen Faden aufzubauen und ihre Ideen zu verschriftlichen. Die Idee selbst ist dabei nur der Ausgangspunkt, der zur Auseinandersetzung mit der eigentlichen Zielsetzung führt. Dafür machen sich die Teilnehmenden in selbstständig eingeteilten Gruppen Gedanken über zentrale Ideen, Umsetzungsmöglichkeiten, Materialien und Vorgehensweisen. Sobald die Struktur feststeht, präsentieren die Gruppen ihre Planung im Plenum und können auf diese Weise gruppenübergreifend weitere Anregungen und Ideen untereinander austauschen.    

Projektgruppe TikTok:  
Die App TikTok fasziniert immer mehr Jugendliche. User_innen können dort kurze Videos aufnehmen, diese mit Musik unterlegen, Effekte oder Filter hinzufügen und anschließend mit der eigenen Community oder der ganzen Welt teilen. Die Beliebtheit der App wurde auch im Rahmen von Gecheckt! deutlich. Die größte Gruppe mit acht Teilnehmerinnen hatte sich das Ziel gesetzt, das Thema TikTok durch selbst produzierte Kurzfilme zu präsentieren. Dabei stand am Anfang die Recherche im Vordergrund, bei der die Jugendlichen die App nach Inspirationsquellen durchsuchten. Diese sollten die Kategorien Challange, Dance, Comedy, Tutorial, Lipsync und Prank abdecken. Der Prozess wechselte sich zwischen der Videoaufnahme und weiterer Recherche ab, wodurch immer wieder neue Ideen entstehen konnten. Da die Gruppe die App TikTok in ihrem Alltag vermehrt nutzt, war sie bereits mit dem Umgang vertraut. Nachdem die Kurzfilme fertig waren, wurden sie mithilfe eines Schnittprogrammes am Computer zu einem Video zusammengesetzt.

Projektgruppe Bildmanipulation:            
Vier Teilnehmerinnen machten im Laufe der Projektwoche erste Erfahrungen im Bereich der Fotografie und Bildbearbeitung. Zu Beginn stand die Frage im Raum, ob man als Gruppe nach einem Konzept vorgehen oder unabhängig voneinander verschiedene Ideen ausprobieren möchte. Es wurde sich auf einen Mittelweg geeinigt, bei dem das Fotografieren die Gruppenverantwortung war und anschließend die Teilnehmerinnen an einem eigenen Laptop die Nachbearbeitung vornehmen und sich gegenseitig helfen konnten. Die Zielsetzung der Bildmanipulation war die Verschmelzung von Realität und Fiktion, sodass das ursprünglich aufgenommene Bild nicht mehr als realistisch angesehen werden sollte. Dafür wurden zu Beginn eigene Aufnahmen von Landschaften, Personen und Gegenständen gemacht und schon währenddessen Ideen der Manipulation festgehalten, welche anschließend verschriftlicht wurden. Für den Fantasy-Aspekt wurde Stockmaterial zur Verfügung gestellt, wodurch es ermöglicht wurde, sich selbst an andere Orte zu bringen oder schweben zu lassen, Frisuren oder Augenfarben zu ändern und diverse Effekte anzuwenden. Anschließend wurden die Bilder im Vorher-Nachher Vergleich präsentiert.

Projektgruppe Action-Film:          
Viel Bewegung und Action stand bei der Filmgruppe auf dem Plan. Drei Jugendliche machten es sich zum Ziel, eine Actiongeschichte in einem Kurzfilm darzustellen. Wovon soll der Film handeln? Soll es ein Stummfilm werden oder braucht er Dialoge? Welche Requisiten und welche Technik werden benötigt? Diese Fragen und noch weitere ergaben sich in der Planungsphase. Dass das Filmemachen eine zeitintensive Angelegenheit ist, war den Teilnehmenden schon von Anfang an bewusst. Die Herausforderung wurde aber angenommen und die erste Idee stand fest. Die Gruppe plante einen Parcourlauf zu drehen. Diese Idee wurde jedoch aus unterschiedlichen gründen wieder verworfen und die Gruppe hatte einen neuen Einfall: Drei Brüder gegen die Mafia. Für die Technik standen dem Team diverse Kameras, wie Actioncams, Digitalkameras oder eine Drohne, zur Verfügung und als Requisiten entschieden sie sich für Attrappen von Schusswaffen, dunkle Kleidung und Kopfbedeckungen. Anschließend wurde ein ausführliches Script mit Rollenverteilungen, Dialogen und Szenenanweisungen erstellt, welches als Leitfaden für den Filmdreh verwendet wurde. Für die Abschlussszene wurden auch aus den anderen Gruppen alle Projektteilnehmenden mit einbezogen, um das Finale zu verstärken. Anschließend wurde das Material gesichtet, geschnitten und mit Text und Musik unterlegt.

Präsentation: 
Zum Abschluss haben die Teilnehmenden ihre Medienwerke den anderen Gruppen und ihren Eltern präsentiert. Zwei Teilnehmerinnern übernahmen dafür die Rolle der Moderation und führten die Zuschauer_innen durch den Ablauf. Jede Gruppe stellte ihre Idee, Vorgehensweise und das fertige Produkt vor und hatte anschließend Gelegenheit, weitere Fragen zu beantworten. Das Publikum war von jedem Projekt begeistert und die Jugendlichen nehmen aus dieser Erfahrung nicht nur eine erweiterte Medienkenntnis, sondern auch ein stärkeres Gefühl für Teamfähigkeit, Konfliktlösung und den Ausdruck ihrer Kreativität mit.

Weitere Informationen zum Projekt Gecheckt! gibt es hier.