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Dead Cells
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Dead Cells

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Motion Twin
Erscheinungsjahr
2017.05
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch, Mac, Android
System im Test
Nintendo Switch
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Forderndes 2D-Actionspiel, in dem aus Fehlern zu lernen im Fokus steht
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Spielende, die Herausforderungen mögen, Fans von Rogue-like Metroidvania Titeln
Sprache
Deutsch, Englisch, weitere
Grafik
stimmige, düster gehaltene 2D-Pixelart
Sound
düstere Musik dezent als Hintergrunduntermalung, Kampfgeräuschkulisse

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
nicht vorhanden
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Lesefähigkeit, Reaktionsvermögen, Planungs- und Strategieverständnis, Bereitschaft zu scheitern, aus Fehlern zu lernen und neu zu beginnen, Geduld
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Frustrationspotenzial
Redaktion
Patrick Habetz
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Dead Cells ist ein rasantes, actiongeladenes Abenteuer, in dem es darum geht, möglichst effizient von einer mysteriösen Gefängnisinsel zu entkommen. Für den namenlosen Protagonisten startet die Herausforderung in einer Gefängniszelle. Dort befindet sich ein Nichtspieler-Charakter mit ein paar kurz gehaltenen Dialogzeilen sowie einem Start-Item. Anschließend geht der Ausbruchsversuch auch direkt los. Die Level sind dabei voller größtenteils untoter Monster, welche versuchen, das Vorankommen und den Ausbruch zu verhindern. Dies gelingt ihnen auch immer wieder, denn mit dem Tod des Charakters ist das Spiel noch lange nicht vorbei. Eigentlich ist der Körper des Protagonisten nämlich ein hingerichteter Gefangener, welcher von einer Art unsterblichem Zellenwesen übernommen und kontrolliert wird. Stirbt also der Körper, landen die Zellen wieder in der ursprünglichen Zelle, finden einen neuen Körper und die nächste Runde startet.

Pädagogische Beurteilung:
Der ewige Kreislauf des Sterbens
Die Herausforderung des Spiels ist komplex und besteht aus mehreren fordernden Elementen. Der Charakter startet in der Gefängniszelle, läuft durch den geschützten Bereich und begibt sich anschließend ins erste Areal. Die Monster werden bekämpft, lassen bei ihrem Ableben Gold und manchmal auch Gegenstände fallen, welche aufgenommen und genutzt werden können. Zwischendurch können Verstärkungen gefunden werden, welche einzelne Aktionen stärken. Dazu können noch die sogenannten toten Zellen gefunden werden. Wird der Ausgang eines Areals erreicht, können diese Zellen eingetauscht werden, um dauerhafte Verstärkungen oder Vorteile freizuschalten. Dies ist besonders wichtig, denn das sind die einzigen Elemente, die beim Tod des Protagonisten nicht verloren gehen. Alles andere wird wieder auf den Anfang zurückgesetzt. Sterben Spielende vor dem Erreichen des Ausgangs, verlieren sie auch alle in diesem Level gefundenen Zellen.
Was auf der einen Seite als Grundstruktur die Spielmechanik und damit die Herausforderung ausmacht und den Ansporn liefern kann, es noch einmal anders zu versuchen, um weiter voranzukommen, kann auf der anderen Seite aber auch Frustration auslösen.

Eine mysteriöse Welt voller Geheimnisse
Die Spielwelt ist eine sehr mysteriöse, verschlossene und teils düstere Umgebung, welche auch kaum etwas von sich preisgeben will. Das Gefängnis scheint voller unwirklicher Areale zu sein und kein Ende zu finden. Die wenigen freundlichen Wesen sind, genauso wie die ganzen Monster, zum Großteil nicht menschlich, sondern wirken eher wie dämonische Abbilder oder andere Gruselfiguren. Insgesamt sind die Areale also nicht einladend gestaltet, was das Setting jedoch sehr gut untermalt. Mit jedem neuen Versuch verändert sich die Welt auch wieder. Freundliche Figuren verschwinden oder tauchen auf, einzelne Levelbereiche oder ganze Areale strukturieren sich um, wodurch der Weg innerhalb der Abschnitte immer wieder aufs Neue ein anderer ist. Warum das alles geschieht, was für ein Ort das ist oder andere Informationen rund um die Geschehnisse und Begebenheiten bleiben meist im Dunkeln. Dies kann gerade zu Anfang sehr verwirrend sein, bringt aber auch eine Faszination mit sich, mehr darüber herauszufinden.

Aus den gemachten Fehlern lernen
Auch das Spiel an sich gibt sehr wenig Informationen im Vorfeld preis. Beim allerersten Versuch auf einem gespeicherten Spielstand wird rudimentär die Steuerung erklärt. Diese ist an sich auch nicht besonders schwierig und lässt sich schnell verinnerlichen. Da das Konzept jedoch darauf ausgelegt ist fordernd zu sein und nur den erfolgreichen Fortschritt belohnt, bleibt während des Levels kaum Zeit, die Steuerung zu erlernen. Die ersten Runden werden meist daran scheitern, dass die mangelnde Kenntnis der Bedienung den Monstern ermöglicht, den Sieg davonzutragen. Wer sich dann jedoch die Frage stellt, was in dem Moment falsch gemacht wurde, wird diesen Fehler beim nächsten Versuch nicht mehr machen. Dazu gibt es eine Vielzahl an Waffen und Gegenständen, welche in ihren Funktionalitäten unterschiedliche Spielweisen und Strategien erlauben. Auch diese werden durch die Menge und mangels ausgiebiger Erklärungen nach und nach kennengelernt, bieten dadurch jedoch auch immer wieder neue Möglichkeiten, eine andere Lösung zu finden.
Das ganze Grundkonzept ist sehr fordernd, bestraft unter Umständen auch recht hart und kann dadurch ebenfalls schnell Frustration auslösen. Allerdings bleibt das Spiel, auch wenn es fordernd ist und nicht alles zu Anfang erläutert, zu jeder Zeit fair und mit etwas Reflexion auch stets nachvollziehbar, um daraus zu lernen und eine bessere Strategie zu entwickeln. Wer die nötige Energie und Geduld an den Tag legen möchte, kann hier also sogar Kompetenzen wie Frustrationstoleranz und Problemlösung spielend fördern.

Fazit:
Dead Cells ist ein forderndes Actionspiel im stimmigen 2D-Look, in dem Spielende sich durch verschiedene Areale und Horden untoter Monster sowie gegen die Zeit kämpfen müssen, um dem Gefängnis zu entkommen. Der Tod der Spielfigur gilt dabei nicht als Ende des Spiels, sondern fungiert als essentieller Bestandteil der Herausforderung. Denn bis auf wenige Elemente wird alles wieder in den Ausgangszustand zurückgesetzt. Was bleibt sind wenige Verstärkungen, die dauerhaft freigeschaltet sind und so jede neue Runde Vorteile bieten, und, noch wichtiger, die gesammelten Erfahrungen der Spielenden. Mit jeder neuen Runde wurde mehr gelernt und neue Strategien können ausprobiert werden, um mit dem nächsten Versuch noch weiter zu kommen. Um dieses Konzept möglichst lange spannend und komplex zu halten, verrät das Spiel nur wenig über sich oder die Begebenheiten des Ablaufs. Der Kern der faszination steckt im Prinzip Versuchen, Scheitern, Lernen und erneut Versuchen. Dies kann spannend sein und Kreativität beim Bewältigen von Herausforderungen bieten, auf der anderen Seite fordert es auch Geduld und das eigenständige Verstehen der gemachten Fehler, um im nächsten Versuch eine bessere Lösung zu finden. Der Aspekt der steten Wiederholung kann aber auch Frustration verursachen. Jedoch ist das Spiel in seinem Konzept und in seinen Forderungen stets fair und objektiv nachvollziehbar gestaltet.