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Endzone - A World Apart
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Endzone - A World Apart

Genre
Simulation
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Assemble Entertainment / WhisperGames
Erscheinungsjahr
2020.04
Systeme
PC
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Steam
Kurzbewertung
Survival-Aufbauspiel nach der Apokalypse
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Planer und Fans von postapokalyptischen Szenarios
Sprache
Deutsch, Englisch, weitere
Grafik
realistisch angelegte 3D Grafik aus isometrischer Sicht
Sound
musikalisch entspannende Untermalung mit Soundeffekten zur Umgebung

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
nicht vorhanden
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Planungsfähigkeit, Vorausdenken, Abschätzen von moralischen Entscheidungen
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Frustrationspotenzial
Gruppenleiter
Dirk Poerschke
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5Screenshot 6

Spielbeschreibung:
Direkt zu Beginn informiert eine Kinderstimme über die Geschichte zum Spiel. Die Erde wurde zerstört. Der vestörende Text wird mit Bildern aus einem tief in der Erde versteckten Bunker illustriert. Seit über 100 Jahren ohne Sonne haben sich die Überlebenden eines nuklearen Krieges auf die Rückkehr zur Erdoberfläche vorbereitet, eine Erdoberfläche, die von der Kinderstimme als gemein und bösartig beschrieben wird. Trotzdem schauen die Überlebenden nicht zurück, sondern nehmen den Kampf gegen ihr trostloses Schicksal auf und fahren auf die Oberfläche, um die Erde neu zu besiedeln.

Pädagogische Beurteilung:
Die grundlegendsten Dinge zum Überleben
In einer Umgebung, die in Teilen noch atomar verseucht ist und von Dürren heimgesucht wird, sollen wir das Überleben einer kleinen Gruppe organisieren. Wir starten unsere Mission von einem Hauptquartier aus, einem alten Bus, mit zehn Erwachsenen und fünf Kindern. Zuerst brauchen wir Wasser, Lebensmittel und Unterkünfte. Dafür braucht man Ressourcen, die es praktischerweise in der menschenleeren Umgebung zu finden gibt. Überall liegt Schutt herum, wir fällen ein paar Bäume und recyceln die Abfälle der umgebenden Ruinen in deren Bestandteile Stoff, Plastik, Elektronikschrott und Metalle. Die ersten Lebensmittel können aus einem der Seen der Umgebung gefischt werden, wir ernennen einen der Siedler zu einem Jäger und einen weiteren zum Bauern, der auf einem Feld Bohnen, Kohl oder Kartoffeln anbauen soll. Die Wasserversorgung stellen wir mit Zisternen, Holzstegen und Wasserträgern sicher. Viel Arbeit für 10 Erwachsene und fünf Kinder und damit beginnen schon die ersten Schwierigkeiten.

Fachkräftemangel
Irgendjemand muss die Unterkünfte bauen. Wir brauchen aber auch jemanden, der das Holz dafür beschafft. Jemand muss außerdem das Feld bestellen, den Schrott der Umgebung einsammeln, die Fische jagen oder das Wasser in die neue Siedlung transportieren. Damit das einfacher wird, wären ein paar Schotterwege ziemlich praktisch. Im Spiel ist alles knapp bemessen und wir kommen ganz schön ins Schwitzen. Was ist wirklich wichtig? Das Recycling kann ja vorerst noch etwas warten, denken wir. Falsch gedacht! Nicht nur, dass sich Tag und Nacht im Spiel abwechseln, die Bodenfeuchtigkeit ändert sich ständig. Das sollten wir beim Bauen im Blick haben und in einer Dürrephase kann unser Teich austrocknen, dann wars das auch erstmal mit dem Fischen und dem Wasser. Dazu kommt noch der kontaminierte Regen. Wir brauchen für unsere Siedler Schutzkleidung. Wir hatten es schon geahnt, wir benötigen eine Schneiderei und Stoff für Schutzanzüge und Masken. Hätten wir doch früher mit dem Bau von Recyclern begonnen und einige unserer Siedler dort beschäftigt.
Hier kommt man gehörig unter Druck. Irgendwann sind aber die ersten Schwierigkeiten gemeistert und die Siedler satt in den eigenen Unterkünften untergebracht. Unsere kleine Truppe vergrößert sich, die Kinder werden erwachsen (wir haben mehr Fachkräfte) und neue Kinder werden geboren. Damit werden aber auch die Ressourcen knapper. Außerdem sollten die Kinder in eine Schule gehen können und für die Gemeinschaft wären medizinische Versorgung oder eine Kneipe auch nicht schlecht, und für die Kneipe brauchen wir natürlich auch ein Feld mit Hopfen, usw. Dies alles passiert im günstigsten Fall, denn unsere Siedler können auch alle sterben, woraufhin das Spiel endet.

Trotz der Mühen, es bleibt trostlos
Nach über hundert Jahren im Bunker verspricht das Leben auf der Oberfläche eigentlich nicht viel mehr als Mühsal und nur wenig Hoffnung. Was unsere Siedler sich auch erarbeiten, es ist aus den Resten der untergegangenen Zivilisation zusammengestückelt. Die Unterkünfte erinnern an die Wellblechhütten oder die Favelas in den ärmsten Gegenden unserer Welt. Alles in Endzone ist in ungesunden, rostbraunen und mattgrünen Farben gehalten. In den Seen schwimmt niemand freiwillig. Aber da sind ja noch die verlassenen Steingebäude in einiger Entfernung zu unserer Siedlung. Wir sollten Kundschafter schicken und Expeditionen zu den Ruinen entsenden. Kann man dort Vorräte oder Schätze finden? Oder sogar dorthin umziehen?

Alles bleibt improvisiert
So wie unsere Siedlung, ist auch Endzone - A World Apart noch nicht ganz fertig. Wir spielten es einige Wochen in der Testphase und freuen uns auf die Erweiterungen, die in der Zukunft folgen werden. Im Spiel gibt es links oben einen kleinen gelben Käfer, hinter dem sich ein Kontaktformular zu dem deutschen Entwicklerstudio Gentlymed aus Wiesbaden befindet. Dort können Vorschläge sowie Lob und Kritik direkt an die Macher gesendet werden. Eine tolle Sache. Das wir es schade finden, dass wir für einzelne Abschnitte im Spiel keine Sprachausgabe mehr haben, die die Story weitererzählt und die Musik etwas mehr Abwechslung vertragen könnte, wollen wir dort wie auch hier noch loswerden.

Fazit:
Endzone - A World Apart ist eine Survival-Aufbau-Simulation, die sich ohne vordergründige Gewaltdarstellung in einem sehr düsteren Setting eher an erwachsene Spielende richtet. Ein wenig erinnert uns die zugrundeliegende Botschaft auch an die Befürchtungen der Fridays-for-Future-Bewegung. Bei dem hohen Schwierigkeitsgrad und den vielen Einstellungsmöglichkeiten kann man schnell alles falsch machen. Aber wir haben die Motivation nicht verloren, es beim nächsten Mal richtig zu machen. Für uns beschreibt es der Satz des Kindes aus dem Intro des Spiels am besten: „Unsere Vorfahren haben uns ein glückliches Leben gestohlen... Trotzdem leben wir noch und wir werden weiterleben!”

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Spieletester
GamesLab GamingGroup
Düsseldorf
Bewertung Spielspass