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Forager
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Forager

Genre
Adventure
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Humble Bundle
Erscheinungsjahr
2019
Systeme
PC, Playstation 4, Nintendo Switch, Linux
System im Test
Playstation 4
Systemvoraussetzungen
PS4
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Steam
Kurzbewertung
Abbau und Sammelspiel in offener Welt
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Entdecker und Sammler
Sprache
Deutsch
Grafik
bunte Pixel-Grafik
Sound
entspannte Hintergrundmusik

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Pixelcharakter
Mehrspielermodus
in Arbeit
Spielforderungen
geschicktes Sammeln und Verarbeiten der Rohstoffe
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Zeitmanagement
Gruppenleiter
Dirk Poerschke
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Forager baut auf dem altbewährten Spielprinzip des Sammelns auf. Man startet auf einer kleinen grünen Insel und erschafft sich durch das Abbauen diverser Objekte, wie Bäume, Steine, Blumen etc., langsam eine große und abwechslungsreiche Inselwelt. Je mehr der Sammelwut freien Lauf gelassen wird, desto größer erschließen sich die Möglichkeiten für die Spieler_innnen. Die Fähigkeiten Rohstoffe abzubauen werden, je mehr man sammelt, stetig verbessert. Diese Erfahrungswerte können dann wiederum helfen, andere Rohstoffe zu sammeln und zu verwerten. Obwohl das schon alles ist, zieht es in seinen Bann. 

Pädagogische Beurteilung:
Abbauen, Einsammeln und Herstellen
Mit einer Spitzhacke ausgerüstet, macht sich eine kleine weiße Pixelfigur in einer ebenso kantig dargestellten 2D-Welt sofort ans Werk. Mit der Spitzhacke schlägt man gegen Bäume, Steine oder Büsche und erntet dabei Erz, Holz, Beeren und Früchte. Dabei macht die Spitzhacke ein typisches Geräusch: “Tock, Tock, Tock." Dieses Geräusch begleitet die Spielenden durch das gesamte Abenteuer. Mit genügend Materialien können dann Gebäude gebaut werden, um so die Rohstoffe weiter zu veredeln. Wird zu Beginn ein Ofen gebaut, können in diesem anschließend Ziegel, Stahl oder Goldbarren hergestellt werden. Diese Erzeugnisse werden wiederum für neue Gebäude benötigt. Neben industriellen Objekten, wie Öfen, Nähstationen, Ambossen und Webstühlen, gibt es auch Landwirtschaften mit beispielsweise Mühlen sowie Ökonomie mit Märkten, Banken und allem was mit Geld zu tun hat. Auch magische Gebäude finden ihren Platz. Das klingt simpel, versteckt aber einen riesigen Verzeichnisbaum mit hunderten Möglichkeiten, die eigenen Fähigkeiten ständig zu erweitern. Damit die Rohstoffe nicht ausgehen, tauchen diese nach einer bestimmten Zeit einfach wieder auf.
Das ständige „Tock, Tock, Tock“ verbraucht Energie, die zu Beginn mit ein paar Beeren wieder aufgefüllt werden kann. Im weiteren Verlauf können Zitronen abgebaut, Fleisch gebraten oder auch Sushi verzehrt werden. Zusätzlich sind noch kleine grüne Monster unterwegs, die ebenfalls mit der Spitzhacke eingesammelt werden können. Diese Monster können aber einen der drei Lebenspunkte abziehen, also Vorsicht!

Neue Inseln und neue Abenteuer
Irgendwann wird die erste Insel ein wenig zu klein, also müssen neue Inseln gekauft werden. Hierfür werden allerdings Goldmünzen benötigt. Gold erhält man durch Golderz, das zu einem Barren eingeschmolzen werden kann und zu Münzen gepresst wird. Die ersten Inseln sind noch relativ günstig, später sollte aber einiges mehr eingesammelt werden, um voranzukommen. Jede Insel ist über eine Brücke, für die Holz benötigt wird, mit der ursprünglichen Insel verbunden und unterscheidet sich von den anderen. Es gibt Wüsten, Dschungel- und Eislandschaften. Zudem beherbergen die Inseln spezielle Rohstoffe oder bieten kleine Rätsel rund um verschollene Höhlen, Tempelanlagen oder Museen an. Der letzte Stand der Entwicklung des Spiels spricht von ca. 70 unterschiedlichen Inseln und das Spiel ist, wie schon vermutet wird, noch lange nicht fertig.

Allein auf einer Insel?
Ganz allein ist man auf den Inseln nicht. Von Skeletten, wütenden Stieren, grünen Monstern, Haustieren und Glühwürmchen mal abgesehen, kann ab und an eine Fee oder ein Magier angetroffen werden. Diesie hätten von uns, wie sollte es anders sein, zum Beispiel gerne drei Glühwürmchen. Diese können aber nur gefangen werden, wenn sich Glas im Inventar befindet. Für die Herstellung von Glas wird jedoch Sand benötigt und diesen erhält man nur durch Fischfallen, falls damit nicht gerade Fische gefangen werden. Es kann aber auch versucht werden, Sand auf dem Markt zu kaufen. Die Angebote sind jedoch rar. Zum Glück entspannt der Soundtrack die ganze Sammelei. Hier kann schnell die Zeit vergessen werden und man ist erstaunt, wie lange man bereits spielt.

Bester Sammler der Welt
Während sich durch die Inseln gehämmert wird, erhält man Erfahrungspunkte, die eine zweite Ebene des Spiels eröffnen. Für die Bereiche Industrie, Magie, Finanzen und Sammeln gibt es jeweils 16 freischaltbare Verbesserungen. So kann man sich z. B für den Industriebereich mit Eisenbahnen, Lasern, Atomenergie, Automation, Häfen und vielem mehr ausstatten. In Forager gibt es einfach immer etwas zu tun. Immer neue Aufgaben kommen auf einen zu, die Plätze für die Rohstoffe reichen oft nicht mehr aus oder ein neuer Rucksack wird benötigt. Nach einiger Zeit rasen die Spieletester_innen von einer Produktionsstätte zur nächsten und von einem Rohstoff zum nächsten, um die Fähigkeiten ausbauen zu können. „Tock, Tock, Tock. Tock, Tock, Tock. Tock, Tock, Tock.“ Das kann dann schon stressig werden und als echte Sammler hört man sowieso nie auf.

Fazit:
Forager lässt einen die Zeit vergessen. So simpel das Prinzip des Sammelns und Verarbeitens von Rohstoffen erscheint, so wird es durch die Menge der Möglichkeiten nicht leichter. Ständig fehlt etwas und andauernd möchte man seine eigenen Fähigkeiten erweitern. Das kann Anforderungen aufbauen, die ungeduldige Spieler_innen durchaus stressen, andere wiederum in einen entspannten Flow versetzen. Letzteres ist ein großes Kompliment für das Spiel, setzt aber auch klare Vorgaben für die Spielzeiten voraus. Diese lassen sich aber auch gut begründen. Nach ca. 20 Stunden hat man alle Bereiche freigeschaltet, alle Fähigkeiten ausgebaut und der Wiederspielwert hält sich nach Meinung der Tester_innen in Grenzen. Der Titel konnte die Testergruppe durchaus fesseln und man ist sehr gespannt auf die noch kommenden Erweiterungen. Als kleines Beiwerk können außerhalb des Spiels kleine Comics freigeschaltet werden, welche erzählen, wie der Macher des Spiels zu seiner Leidenschaft gekommen ist. Dies macht das Spiel im Großen und Ganzen sympathisch.

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Spieletester
GamesLab GamingGroup
Düsseldorf
Bewertung Spielspass