Spieleratgeber NRW - Druckansicht von Seite #5832
Hello Neighbor
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Hello Neighbor

Genre
Jump&Run
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
tinyBuild
Erscheinungsjahr
2017.12
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch, iOS, Android
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Kurzweiliges Räuber & Gendarm Spiel mit leichten Horroreinlagen
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von leichten Rätseln und schnellen Bewegungsmustern, Suchen und Verstecken
Sprache
Deutsch, Englisch, weitere
Grafik
bunte, comichafte 3D-Darstellungen, vereinzelt düster gehalten
Sound
kaum Musik, keine gesprochenen Dialoge, dramatisch düstere Klangkulisse wenn Gefahr droht

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Protagonist (Junge) und Antagonist (Nachbar)
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Geduld, Timing, Reaktionsfähigkeit, Lesefähigkeit
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Frustrationspotential durch Steuerung, teilweise gruselige Szenen
Redaktion
Patrick Habetz
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
In dem Hide & Seek Titel Hello Neighbor geht es darum, als Junge unbemerkt in das Haus des Nachbarn einzudringen, da der Verdacht besteht, dass besagter Nachbar ein Kind in seinem Keller gefangen hält. Also versuchen Spielende unbemerkt in das Haus zu gelangen und suchen nach dem Schlüssel für die Kellertür. Dabei müssen sie durch andere verschlossene Türen gelangen und dürfen nicht vom Nachbarn entdeckt werden. Dies wird vor allem durch das Verstecken in Schränken oder das Ablenken durch Lärm bewerkstelligt. Dafür könnnen Alltagsgegenstände benutzt werden, die zum Beispiel durch Fensterscheiben geworfen werden können. Auch der Nachbar kann beworfen werden, um ihn für ein paar Sekunden benommen zu machen und so noch in letzter Sekunde zu entkommen.

Pädagogische Beurteilung:
Spielerische Eindrücke
Das Konzept ist eher einfach gehalten. Dadurch gibt es keine großen Einstiegshürden, wie etwa eine komplexe Hintergrundgeschichte, vielschichtige Dialoge oder lange intensive Spielzeit. Tatsächlich stellte die Steuerung mittels Controller in der Testergruppe das einzige große Problem dar. Diese wurde als hinderlich und frustrierend bemängelt, da sie sehr unzuverlässig und schwammig reagierte. Auch gibt es keinerlei Erklärung zu der Tastenbelegung, die Steuerung müssen Spielende selbst herausfinden. Diese ist dafür jedoch überschaubar und einfach zu verstehen. Die grafische Darstellung ist hell und bunt gehalten. Lediglich einzelne Momente, nämlich wenn die Gefahr besteht, vom Nachbar erwischt zu werden oder man erwischt worden ist, können düsterer und gruseliger sein. Im weiteren Spielverlauf kann sich dieser Eindruck eventuell auch noch steigern.

Eine ernste Thematik
Dass es sich bei der kurzen Geschichte um mögliche Kindesentführung dreht und der Nachbar ein teilweise sehr rabiates und klischeehaftes Feindbild darstellt, wird von vielen Kindern und Jugendlichen nicht in der Form wahrgenommen. Auch im weiteren Spielverlauf kommt es zu weiteren ernsten Thematiken, wie Angst und psychischer Belastung. Der Titel kratzt an diesen Themen und spielt ein wenig damit, wodurch er zum einen durchaus Reflexionspotential besitzt, zum anderen aber auch verharmlosend wirken kann. Die Fähigkeit sich differenziert damit auseinandersetzen zu können sollte vorhanden sein, was gerade für jüngere Kinder schwierig werden kann.

Bekannt durch YouTube Content
Hello Neighbor kennen Kinder und Jugendliche vermehrt durch Let's Plays auf Videoplattformen wie YouTube. Wie bei vielen anderen Spielen auch, kann es durch Let's Play Videos jedoch zu einer veränderten Form der Wahrnehmug der Inhalte kommen. Hier bekommen die Zuschauenden zu den Inhalten nämlich auch eine Person gezeigt, die auf die Geschehnisse im Spiel reagiert und dadurch Unterschiedliches vermittelt. In der Testergruppe haben es die Spielenden beispielsweise nicht geschafft, den Schlüssel für die Kellertür zu finden und damit das erste Level abzuschließen, da sie es viel interessanter fanden, dem Nachbarn mit Gegenständen die Scheiben seines Hauses einzuwerfen oder ihn selbst zu erwischen. Dabei fielen oft auch verbale Beleidigungen und Abwertung gegenüber der Figur. Das eigentliche Spielziel könnte so unterwandert werden, da die Spielenden es vielleicht sowieso schon auf YouTube gesehen haben und es dann unterhaltsamer finden, ähnliche "coole Aktionen", wie die Let's Player_innen, nachzuspielen. Freilich hat dies nichts mit dem Titel an sich zu tun und kann so potentiell mit jedem Spiel geschehen. Hello Neighbor hat als Indie-Titel jedoch über YouTube Bekanntheit erlangt, wodurch solche vermittelten Inhalte als Beiwerk auftreten können.

Fazit:
In diesem einfach gehaltenen Indiespiel geht es darum, in das Haus eines suspekten Nachbarn einzudringen, um eine mögliche Kindesentführung aufzudecken. Dabei versuchen Spielende den Kellerschlüssel zu finden, ohne vom Nachbarn entdeckt oder erwischt zu werden. Das Spiel öffnet, trotz seiner zunächst sehr hellen Atmosphäre, durchaus ernste Thematiken und wird dabei in einzelnen Momenten auch düster und gruselig, ohne das dies auf den ersten Blick erkennbar ist. Als Indie-Titel hat es Bekanntheit über Let's Plays, unter anderem auf YouTube, erlangt, wodurch sich die Wahrnehmung des Spiels und die Spielart verändern können.

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Spieletester
Games4Kalk
Köln
Bewertung Spielspass