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Victor Vran
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Victor Vran

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Haemimont Games
Erscheinungsjahr
2015.07
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch
System im Test
Nintendo Switch
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Steam
Kurzbewertung
Action-RPG mit Hack & Slay Elementen
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von Action-RPGs wie Diablo
Sprache
Deutsch, Englisch, weitere
Grafik
nicht auf dem neusten Stand
Sound
viele verschiedene Songs und passende Soundeffekte

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Damönenjäger Victor Vran
Mehrspielermodus
online oder lokal
Spielforderungen
Hand-Augen-Koordination, Reaktionsgeschwindigkeit
Zusatzkosten
Addons mit Zusatzinhalten
Problematische Aspekte
düsteres Setting, kampflastig
Gruppenleiter
Jan Grey
Mediothek Krefeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5
Siehe auch

Spielbeschreibung: 
Die Nintendo Switch bringt einige neue spielerische Anreize, doch finden sich unter den Neuheiten auch altbekannte Titel, die nun in neuem Glanz präsentiert und vermarktet werden. Bereits im Sommer 2015 konnten Spielende in die Rolle des titelgebenden Dämonenjägers Victor Vran schlüpfen und sich durch die Stadt Zagoravia kämpfen. Diese ist aus unbekannten Gründen von den Mächten des Bösen befallen und muss nun davon befreit werden. 2018 erschien nun die Neuauflage für die Nintendo Switch. Zwar wurde dieser Titel nicht so sehnsüchtig erwartet, aber die Steam Fanbase ist so groß, dass sich die Expansion auf den Konsolenmarkt zu lohnen scheint. Ein Grund, sich das Spiel in der Testergruppe mal genauer anzuschauen.

Pädagogische Beurteilung:
Spielerlebnis
Die Story kommt erstmal als liebloser Van Helsing-Verschnitt daher und weist auch in Bezug auf das Design viele Parallelen zu anderen Adaptionen der Popkultur, wie zum Film Van Helsing aus dem Jahre 2006, auf. Nun ist es vermutlich schwierig, sich von einem Dämonenjäger-Klischee zu lösen, aber etwas mehr Einfallsreichtum hätte dem Titel durchaus nicht geschadet. Und so ziehen sich die Klischees durch den Titel. Von unsagbar draufgängerischen Sprüchen Victors, bis zur einfältigen KI und den dazu passenden Steampunk-Outfits kommt jeder Fan von seichten Dämonenjäger-Geschichten auf seine Kosten. Doch sollte man auch einer nicht sehr tiefgehenden Story eine Chance geben, wenn sie durch ansprechende Mechaniken oder andere herausstechende Eigenschaften aufgewertet wird.
Die Umsetzung der Geschichte geschieht in Dungeons, die für die Spielenden viele Gegner und sammelbare Gegenstände bereithalten. Hierbei wird versucht, jedes Dungeon in einen Bezug zur Story zu setzen oder zumindest Aufgaben zu finden, die von Figuren an die Spieler_innen herangetragen werden. Diese bringen wiederum bessere Ausrüstung, um die schwierigeren Herausforderungen zu bewältigen. Ebenfalls können beim Durchlaufen der Gebiete die Fähigkeiten der Spielfigur und deren Stufe verbessert werden. Dies verläuft nach dem typischen Rollenspielmuster durch das Erledigen von Aufgaben und das Erhalten von Erfahrungspunkten - klassisch und bewährt. Die einzige Überraschung war die Springen-Funktion, die in einem Rollenspiel aus der Vogelperspektive normalerweise nicht vorhanden ist Damit wird vor allem beim Suchen von Objekten gespielt, die dadurch auch auf erhöhten Stellen versteckt sein können.

Steuerung und Mechanik
Als Victor können die Spielenden im lokalen Multiplayer an einer Konsole die Straßen Zagoravias (un-)sicher machen. Dabei ist die Steuerung sehr simpel gehalten und innerhalb kürzester Zeit mühelos zu erlernen. Ebenfalls bereiten das Level- und Fähigkeitensystem keinerlei Probleme, da alles hinreichend erklärt wird. Die wesentliche Schwierigkeit ist das Orientieren auf den Karten, die vom Aufbau aus der Vogelperspektive alle mehr oder minder identisch aussehen, aber nicht gradlinig gestaltet sind, sondern Raum zum Entdecken bieten. Die Level sind im passenden Design gehalten, was zur Atmosphäre beiträgt, die allerdings durch teilweise zu überzogene Soundeffekte in Actionsequenzen und schlechte Soundpassagen gestört wird. Was man Victor Vran definitiv zugutehalten sollte ist, dass der Titel Neulingen im Bereich Rollenspiel Tür und Tor öffnet und einen ersten Eindruck für das Spielgefühl bietet.

Kämpfe
Bei diesem Titel werden die Kämpfe durch eine Art „Kill-Counter“ (die besiegten Feinde werden gezählt) begleitet. Hier erhalten die Spielenden mehr Punkte und bessere Ausrüstungsgegenstände durch schnell aufeinanderfolgende Tötungen. Zwar ist der Titel ab 12 Jahren freigegeben und es gibt auch keine unangemessenen Gewaltdarstellungen, allerdings wird das Töten auf eine basale Zahl reduziert, eine Leiste, die sich füllt. Der Schaden am Gegner wird ebenfalls durch Zahlen dargestellt und wenn ein gewisser Wert überschritten ist, fällt der Gegner einfach um. Des Weiteren ist bei besonders hohem Schaden am Gegner ein „Overkill“ möglich. Hierbei wird die Gewaltdarstellung keineswegs verstärkt, sondern nur die angezeigte Schadens-Zahl gelb statt weiß dargestellt. So wird der Akt der Gewaltausübung von einem intentionalen zu einem nebensächlichen. Handlungsalternativen werden nicht geboten, es gibt kein „Umschleichen“ von Feinden, keinen strategischen Einsatz von Gegenständen, sondern nur das Mittel Gewalt, um das eigene Ziel zu erreichen.

Fazit:
Victor Vran wird wohl nie so bekannt wie beispielsweise Diablo III, aber mit den DLCs Mötorhead Through The Ages oder Fractured Worlds werden weiteren Features geboten und es entsteht ein ähnlich ansprechendes Spielerlebnis mit eigenem Charme für Einsteiger_innen in das Genre. Die Spielmechaniken sind schnell erlernt, lediglich die Kämpfe sind teilweise etwas rudimentär.

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Spieletester
Mediothek Krefeld
Krefeld
Bewertung Spielspass