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Super Smash Bros Ultimate
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Super Smash Bros. Ultimate

Genre
Beat 'em Up
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2018.12
Systeme
Nintendo Switch
System im Test
Nintendo Switch
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Nintendo eShop
Kurzbewertung
Actionreiches Multiplayer Beat’em Up mit beliebten Videospielcharakteren
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Nintendo-Begeisterte, Fans von (lokalen) Multiplayer- sowie Kampfspielen
Sprache
Deutsch, Englisch, weitere
Grafik
detaillierte Comicgrafik, viele knallig bunte Effekte
Sound
qualitativer Soundtrack mit altbekannten und neuen, actiongeladenen Stücken

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
bekannte Charaktere aus dem Nintendo-Universum, weitere Figuren aus anderen Spielen als Gastauftritte
Mehrspielermodus
2-8 lokal oder online, mehr im Turniermodus
Spielforderungen
Gute Hand-Auge Koordination, Reaktionsvermögen und Timing, Verständnis von Steuerung sowie Fähigkeiten der Figuren, Gegenständen und Arenen
Zusatzkosten
Optionale DLC-Packs mit Charakteren, Arenen, Musikstücken, etc. Monatliche Gebühren als Abo, um online zu spielen
Problematische Aspekte
Frustpotential durch Steuerung, Konfliktpotential durch Wettbewerbscharakter
Redaktion
Patrick Habetz
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Super Smash Bros. Ultimate ist der neueste Teil der erfolgreichen Reihe aus dem Hause Nintendo. Von der Bekanntheit, der Anzahl der Titel und dem Alter ist das Spiel vergleichbar mit der Mario Kart-Reihe. Hier treten bis zu acht Spielende gleichzeitig, lokal vor einem Gerät oder online, im kämpferischen Wettbewerb gegeneinander an. Dabei schlüpfen sie in eine der vielen bekannten Figuren aus dem Nintendo-Universum sowie bekannten Charaktere aus anderen Spielereihen, die Gastauftritte bekommen haben. Die Kämpfe werden in zweidimensionalen Arenen ausgetragen. Die Anzahl der Charaktere und der Arenen, der actiongeladene Soundtrack, die verschiedenen Items sowie weitere Anpassungsmöglichkeiten waren noch nie so umfangreich wie im neuesten Ableger. Das Spiel ist vor allem wegen der spaßig-chaotisch ausartenden Mehrspielerpartien beliebt.

Pädagogische Beurteilung:
Ein buntes Effektfeuerwerk ohne übertriebene Gewaltdarstellung
Die Charaktere verfügen allesamt über ein Arsenal an Angriffen, die thematisch auf den Hintergrund der entsprechenden Figur ausgerichtet sind. Also tritt Link aus der The Legend of Zelda-Reihe beispielsweise charaktertypisch mit Schwert, Bogen und Bomben an, während Mario mit Feuerbällen wirft und Hiebe und Sprungangriffe austeilt. Gastcharakter Snake aus der Metal Gear Solid-Reihe nutzt hingegen als Guerillaagent und Kämpfer vor allem militärisch anmutende Waffen und Sprengstoffe. All diese Angriffe unterscheiden sich lediglich in der individuell an den Charakter angepassten, optischen Modellierung. Gewalthaltige Inhalte und Darstellungen, wie das Spritzen von Blut oder Wunden und Verletzungen, gibt es nicht. Die Angriffe sowie die Treffer werden mit sehr comichaften Licht-, Blitz- oder Explosionseffekten dargestellt.
Unter der breiten Auswahl der Items, die während einer Partie auftauchen, befinden sich, neben Nahrung oder Pokébällen, auch verschiedene Waffen wie Schwerter, Bomben oder futuristisch wirkende Laserpistolen und Gewehre. Auch deren Darstellungen sind, wie die Attacken der Figuren selbst, sehr comichaft gestaltet und weisen, abgesehen von der Nutzung, ebenfalls keine Darstellungen von Gewalt auf.

Die schiere Menge und das daraus entstehende Chaos
Das Spiel umfasst eine große Menge Einstellungs- sowie Anpassungsmöglichkeiten für jeden der angebotenen Spielmodi. Welche Gegenstände sollen erscheinen und wie oft? Welche Arenen werden gespielt, passieren auf diesen Ereignisse, die das Match beeinflussen können, oder nicht? Mit wie vielen Lebenspunkten starten die Spielenden, gibt es eine Zeitbegrenzung, wird Jeder gegen Jeden oder in Teams gespielt, wie viele vom Computer gesteuerte Gegner mischen wo mit? Durch diese Auswahlmöglichkeiten kann das Spielerlebnis an das spontane Spielbedürfnis vielfältig angepasst werden. Diese Komplexität kann jedoch gerade beim Einstieg überfordernd und frustrierend sein. Gerade wenn generell noch nicht viel Spielerfahrung vorhanden ist, sollte zu Beginn nicht viel an den Standardeinstellungen verändert werden. Nach und nach können Spielende dann in diese Komplexität hineinwachsen.
Ein ähnliches Problem kann sich bei der Vielzahl der Items einstellen, welche in den Partien auftauchen. Jedes hat eine bestimmte Wirkungsweise und kann daher, solange diese Effekte nicht bekannt sind, zu großer Verwirrung und zu Unübersichtlichkeit führen. Hinzu kommen Gegenstände wie Pokébälle oder Helfertrophäen, welche temporäre, zufällige, von der KI gesteuerte Helfer beschwören. Hier gibt es eine breite Auswahl möglicher Figuren, die alle unterschiedlich agieren oder wirken, was ebenfalls zu Verwirrung führen kann.
Bei Partien, an denen fünf oder mehr Kämpfer_innen teilnehmen, ist anfangs Chaos vorprogrammiert. Dies kann zu sehr humorvollen Momenten beitragen, ein gewisser Glücksfaktor ist allerdings ebenfalls vorhanden, welcher auch zu Momenten der Frustration führen könnte.

Das Verständnis um die Steuerung
An und für sich sind die Steuerungsbefehle, gerade im Vergleich zu anderen Titeln desselben Genres, unkompliziert gehalten und aus den vorherigen Titeln der Reihe bekannt. In der Testergruppe zeigten sich jedoch Probleme mit dem Verständnis und der Anwendung dieser einfach gehaltenen Steuerung. Dies führte zu einer Einschränkung in der Nutzung der verschiedenen Angriffe, was zu einer abwertenden Wahrnehmung des Spielerlebnisses führte und damit zu kleinen Konflikten unter den Spielenden. Die Bedienung kann also, trotz ihrer vergleichsweise einfach gehaltenen Struktur, zu einer Einstiegshürde werden, wenn sich nicht zu Beginn in Ruhe damit auseinandergesetzt wird. Gerade für einen schnellen Einstieg ohne Vorkenntnisse kann dies zu Frustration führen, besonders wenn Mitspielende die Steuerung beherrschen, welche dadurch einen teilweise enormen Vorteil auf ihrer Seite haben.
Hinzu kommen unterschiedliche Wahrnehmungen im Umgang mit den Joycons der Nintendo Switch. Wenn die Gruppe der Spielenden anwächst, gibt es meist nur noch einen einzelnen Joycon pro Person. Hier scheiden sich, wie bei fast allen anderen Titeln auf der Konsole auch, die Geister über Funktionalität und Lage in der Hand. Besonders für große Hände ist es schwierig, die vielen schnellen Bewegungen zu handhaben sowie an alle Knöpfe zu kommen und damit alle Tricks und Kniffe nutzen zu können. Viele Tester_innen wünschten sich hier die Nutzung eines Switch Pro Controllers.

Fazit:
Super Smash Bros. Ultimate ist der neueste Teil der bekannten Beat'em Up Reihe von Nintendo und wurde von der USK mit einer gesetzlichen Alterskennzeichnung ab 12 Jahren eingestuft. Spielende schlüpfen in die Charaktere der bekanntesten und beliebtesten Spiele von Nintendo und treten im kämpferischen Wettstreit gegeneinander an. Die Gewaltdarstellungen sind dabei auf ein sehr geringes Maß begrenzt und comichaft dargestellt. Die enorme Auswahl an Einstellungsoptionen und Funktionalitäten der Gegenstände wird von Fans der Reihe begrüßt, kann Einsteiger_innen zunächst jedoch sehr überfordern. Auch die Steuerung, welche an sich einfach gehalten ist, kann ohne eine anfängliche Auseinandersetzung zu Frustration führen. Zudem sind Spielende, die die Steuerung beherrschen, im deutlichen Vorteil, weshalb zwischen den Spielenden kleinere Konflikte entstehen können.

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Spieletester
Games4Kalk
Köln
Bewertung Spielspass