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Little Big Planet 3
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Little Big Planet 3

Genre
Jump&Run
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Sony
Erscheinungsjahr
2014.11
Systeme
Playstation 3, Playstation 4
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Abwechslungsreiches und kooperatives Jump&Run in einer fantasievollen Welt
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von bunten und kreativen Jump&Runs
Sprache
deutsche Synchronisation von einem (Geschichten-)Erzähler
Grafik
farbenfrohe und niedliche Bilderbuchoptik, zeitweise aber auch grau und düster
Sound
abwechslungsreiche Musik, die der jeweiligen Stimmung angepasst ist

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Sackboy und seine Freunde OddSock, Toggle und Swoop
Mehrspielermodus
bis zu 4 Spieler_innen lokal
Spielforderungen
Aufgaben lösen, Hindernisse überqueren, Wege durch Rätsel öffnen, Gegner besiegen, Sticker und Bälle sammeln
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
düstere Abschnitte und Endgegner können zeitweise gruselig und unheimlich sein
Gruppenleiterin
Katrin Schmidt
Luna Sennestadt, HoT Schildesche
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Mit Little Big Planet 3 erschien 2014 der bereits dritte Teil dieser Reihe für die PlayStation 3 und 4. Auch hierbei handelt es sich um ein Jump&Run mit Puzzle-Elementen. Wie aus den verherigen Teilen bekannt, spielt man wieder Sackboy oder Sackgirl, kann aber auch als Neuerung den Vogel Swoop, den vierbeinigen Oddsock und das Männchen Toggle auswählen, die jeweils unterschiedliche Fähigkeiten mitbringen. Ansonsten gilt es wie gewohnt, die Fantasiesphäre in über 50 Level zu erkunden. Wie in klassischen Jump&Runs üblich, bleibt die Seitenperspektive erhalten und man durchläuft in 3D-Optik die einzelnen Level von links nach rechts und muss verschiedene Hindernisse durchqueren sowie durch Puzzle-Geschick Wege öffnen, um das Ziel zu erreichen. Auch hier warten am Ende Endgegner, die es zu besiegen gilt.

Pädagogische Beurteilung:
Schwieriger Einstieg trotz Tutorial
Die Spielfigur landet in diesem Teil auf dem Planeten Bunkum und Newton, eine wie eine Glühbirne aussehende Figur, nimmt uns unter seine Fittiche und leitet uns durch das Einstiegstutorial und die Story. Seiner Erzählung nach sei Bunkum eine kunstvolle Welt, deren opulente Kreativität einst drohte, von drei finsteren Titanen zerstört zu werden. Jedoch konnten drei Helden, die heute nur noch als Mythos gelten, die Titanen fangen und die Welt retten. Allerdings sage die Prophezeiung die Rückkehr der Titanen hervor und Sackboy sei der Held, um die Prophezeiung abzuwenden. Um dies zu vollbringen, muss der Held lernen zu interagieren. Mit Newton im Schlepptau, durchläuft man alleine oder mit bis zu 4 Spieler_innen das Einstiegslevel, in dem die Steuerung erklärt wird. Im Tutorial ist es wichtig, sowohl auf den Sound als auch auf die Hinweise im Bildschirm zu achten. Hier wird erklärt, welche Tasten für bestimmte Aktionen gedrückt werden müssen und was die Funktionen der Aktionstaste, Menü-Taste, Greifen-Taste sind. Gleichzeitig wird die entsprechende Taste im Bild eingeblendet. Diese Einblendung ist allerdings relativ unauffällig und wurde von den Spieletester_innen nicht sofort erkannt. „Hä? Welche ist denn die Aktionstaste“ (Tasnim 15 Jahre). Nach Beendigung des Tutorials und im weiteren Spielverlauf fehlen diese Einblendungen und Befehle wie „Öffne das Organisertron“ führten zu Verwirrung und wildem Knöpfedrücken auf dem Controller.

Farbenfrohe Spielwelt und spielzeughafte Charaktere
„Das ist wie ein Bilderbuch“ (Rafael 11 Jahre; HOT Schildesche). So wurden die farbenfrohe Spielwelt und die spielzeughaften Charaktere beschrieben, die optisch insbesondere Kinder ansprechen. Die Sackboys sind angelehnt an Häkelfiguren und können teilweise in verschiedenen Kostümen gekleidet werden. Sie sind nicht größer als eine Kaffeetasse und laufen unter anderem auf Haushaltsgegenständen herum. Die Farbnuancen der Spielwelt passen sich stets der Atmosphäre an. Düstere Situationen zeigen auch eine düstere, dunklere Umgebung. Auch wenn der erste Endgegner ein aus Töpfen gestapeltes Monster ist, das sehr unrealisitisch erscheint, wirkt es dennoch angsteinflößend: „Das mit der Hand ist voll gruselig. Das soll ab 6 sein?!“ (Ahlam 12 Jahre und Neyla 12 Jahre; LUNA Sennestadt). 

Komplexe Steuerung und hohe Spielanforderung
Obwohl es den Anschein macht, der Titel sei vor allem für Kinder gedacht, ist die Steuerung für junge und ungeübte Spieler_innen trotz des Tutorials schwierig auf Anhieb zu beherrschen. Man läuft nicht nur von links nach rechts und springt auf Hindernisse, sondern hat zusätzlich die Möglichkeit, eine Ebene nach vorne oder hinten zu hüpfen, bestimmte Gadgets, wie den Pumpinator, einzusetzen, zu klettern usw. Außerdem wurde es als schwer empfunden, bestimmte Tastenkombinationen in der richtigen Reihenfolge zu drücken. So lauteten die Reaktionen oftmals: „Hä, was muss ich drücken? Ich krieg das nicht hin!“ (Melina 9 Jahre; HOT Schildesche) oder „Ich kann das nicht, das ist mir zu kompliziert“ (Melanie 14 Jahre; LUNA Sennestadt). Mit ein wenig Übung gelang es den Tester_innen in der Regel jedoch, die Hindernisse zu überwinden. Für wirklich geübte Spieler_innen bietet der Titel aber großen Abwechlungsreichtum und neue Herausforderungen, die keine Langeweile aufkommen lassen.

Multiplayer-Modus
Wie in den bekannten New Super Mario Bros.-Titeln läuft man im Mehrspieler-Modus parallel durch die einzelnen Level. Je mehr Mitspieler_innen dabei waren, desto verwirrender war es nachzuvollziehen, welche Sack-Figur eine einzelne Person gerade steuert, auch wenn sich diese gestalterisch voneinander unterschieden: „Ich weiß immer nicht, wer ich bin“ (Neyla 12 Jahre).
Um voranzukommen waren zudem Absprachen notwendig, die sich für einige der Tester_innen als schwierig gestalteten. Verließ eine Person den Spielbereich und die andere Figur kam nicht rechtzeitig hinterher, wurde diese aus dem Spiel geworfen: „Du musst schon auf mich warten!“ (Inna 14 Jahre; LUNA Sennestadt). Zwar sind die „abgehängten“ Personen ab dem nächsten Spawnpunkt (Ein Punkt, an dem Spielfiguren wieder auftauchen) wieder dabei, dennoch gab es bestimmte Rätsel, die nur mit gemeinsamer Kraft, guten Absprachen und mit gleichzeitigem Handeln gelöst werden konnten.

Kreativität im Bilderbuch ist gefragt
Das Spiel regt in vielen verschiedenen Varianten die Kreativität an. Die Spielenden bekamen unter anderem die Möglichkeiten, bestimmte Spielbereiche zu dekorieren. Dafür können Sammelobjekte, wie Sticker und Stempel, genutzt werden, die in den einzelnen Levelabschnitten gefunden werden können. Außerdem ist es möglich, eigene Level zu kreieren und diese anderen Spielenden online zur Verfügung zu stellen. Das größte Interesse zeigten die Tester_innen aber beim Erstellen und Anpassen ihrer Spielcharaktere: „Ich will mich auch selbst machen“ (Tasnim 15 Jahre; LUNA Sennestadt), „Man muss ja auch auf den Look achten“ (Annette 15 Jahre; LUNA Sennestadt).

Fazit:
Wie auch schon in den zwei vorherigen Teilen muss Sackboy im klassischen Jump&Run-Stil verschiedene Hindernisse überqueren, Level beenden und Bosskämpfe bestehen. Die verschiedenen Spielmodi bringen Abwechslung und versprechen, der Kreativität freien Lauf zu lassen, damit das Spielerlebnis nicht langweilig wird. Die Figuren und Welten sind sehr farbenfroh und liebevoll gestaltet und man fühlt sich, als sei man mitten in einem Bilderbuch. Das erweckt schnell den Eindruck, dass das Spiel insbesondere für jüngere Kinder gedacht ist. Allerdings ist die Steuerung sehr komplex. Die vielfältigen Tastenkombinationen erfordern ein hohes Maß an Multitasking, was insbesondere für ungeübte Spieler_innen Geduld und Geschick erfordert. Junge Kinder könnten hier noch Hilfe brauchen, damit das Spielerlebnis nicht frustrierend wird. In der Darstellung sind einige Abschnitte recht düster gehalten und auch die Endbosse wirkten gruselig und damit nicht immer kindgerecht. Auch wenn die Tester_innen die kampfbetonten Elemente als wenig problematisch ansahen, empfehlen sie Little Big Planet 3 aufgrund der Komplexität für Kinder ab 8 Jahren. Allgemein hatten sie viel Spaß an dem kreativen Jump&Run, kritisierten jedoch, dass zu viel gesprochen wurde, bemängelten die langen Wartezeiten und dass das Spiel zwischendurch neu gestartet werden musste, da es sich aufhing.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
LUNA Sennestadt
Bielefeld
Bewertung Spielspass

„Das ist wie ein Bilderbuch.“ (Rafael 11 Jahre; HOT Schildesche)

„Das mit der Hand ist voll gruselig. Das soll ab 6 sein?!“ (Ahlam 12 Jahre und Neyla 12 Jahre; LUNA Sennestadt)