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Monster Hunter Generations Ultimate
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Monster Hunter Generations Ultimate

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Capcom
Erscheinungsjahr
2018.08
Systeme
Nintendo Switch, Nintendo 3DS
System im Test
Nintendo Switch
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Komplexe Monsterjagd mit vielen Optionen
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von Monster-Fantasy, Strategie- und Taktikbegeisterte
Sprache
Deutsch, Englisch, weitere
Grafik
realistische 3D Grafik mit Fantasy Elementen
Sound
passende Soundkulisse

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
eigener Charakter
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Geduld, Frustrationstoleranz
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
sehr schwerer Zugang für Einsteiger, wenig Erklärungen
Redaktion
Patrick Habetz
Spieleratgeber-NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Bei Monster Hunter Generations Ultimate handelt es sich um einen Ableger der Monster Hunter Reihe auf dem Handheld Nintendo 3DS, welcher für die Nintendo Switch portiert wurde. Die Spielenden ziehen als Monsterjäger_innen aus, um für die unterschiedlichsten Aufträge verschiedene Monster zu jagen, zu töten und die geforderten Aufgaben zu erfüllen. Dadurch wird eine stärkere Ausrüstung erspielt, welche erforderlich ist, um stärkere Monster jagen zu können, wodurch wiederum stärkere Ausrüstung erspielt wird, um noch stärkere Monster jagen zu können und so weiter.

Pädagogische Beurteilung:
Das Konzept der Handlungsspirale
Kaum eine Reihe stellt den Kreislauf, stetig stärker und mächtiger zu werden, besser dar, als die Spiele der Monster Hunter Serie. Dies ist von außen sicher schwer erfassbar, jedoch geht es Fans genau um diesen Ablauf. Denn die Monster werden schnell immer stärker, benötigen ein taktisches Vorgehen im Kampf oder bestimmte Voraussetzungen verschiedenster Art, um besiegt zu werden. Schnell wird der Ehrgeiz geweckt immer besser zu werden, um die nächste Herausforderung zu meistern. Dafür wird auch Arbeit (und damit Spielzeit) in die oftmals mühsamen und sich ständig wiederholenden Aufgaben gesteckt, um stärker zu werden. Das Gefühl des Erfolges ist dann umso größer und erfüllender, wenn die große fiese Echse, die einen schon mehrmals erwischt hat, endlich bezwungen ist. Ebenso ist die Motivation geweckt, die nächste und noch größere Herausforderung anzugehen, um wieder siegreich zu sein.

Typisches Monster Hunter mit den typischen Barrieren
So schön es klingt, solche Erfolgserlebnisse zu bekommen, so einfach ist es nicht. Das Spiel ist sehr komplex aufgebaut, da es viele verschiedene Monstertypen und Taktiken gibt. Für jede Variante existieren entsprechende Ausrüstungen, Fähigkeiten, Fallen oder Geräte, die in der Umgebung genutzt werden können, und sogar ganz unterschiedliche Waffenarten und damit Kampfstile. Was Fans der Reihe gerne als komplex, detailreich und motivierend bezeichnen, überfordert viele Anfänger_innen maßlos. Viele, teils ineinander verschachtelte Menüs, oftmals mit sehr umständlichen Beschreibungen, lassen die Übersicht schnell verlorengehen. Auch gibt es nur sehr spärliche Erklärungen zu Beginn und an die Hand genommen werden angehende Jäger_innen schon gar nicht. Selbst das Erlernen der Mechaniken muss erst mühsam selbst erarbeitet werden. Dialoge mit NPCs (Nicht-Spieler-Charakteren) existieren zwar, sind jedoch auch nur in Textform verfügbar. Es muss also viel gelesen werden, um zumindest einiges zu verstehen. Selbst die Orientierung in der Welt fällt, ohne Wissen wie z.B. die Karte funktioniert (welche auch erst organisiert werden muss), unglaublich schwer. Auch zu den Monstern, deren Verhaltensweisen, wo diese leben, wie sie kämpfen und andere Informationen müssen herausgefunden werden. Diese Informationen müssen erforscht und erkämpft werden. Die Testenden warfen schnell das Handtuch, da ihnen schon der Einstieg, durch den Mangel an Erklärungen und die dadurch entstehenden Probleme, schwerfiel, sodass jegliche Motivation nach dem ersten K.O. gegen ein Monster vollständig verschwunden war. Die Auseinandersetzung mit diesem Spiel erfordert also eine hohe Frustrationstoleranz und Geduld.

Ein Spiel mit der Betonung auf Hunter
Wenn jetzt der Eindruck entsteht, es können durch einen so komplexen Aufbau und die Anzahl an Herangehensweisen auch unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten bestehen, dann täuscht das, zumindest zum Teil. Ja, es gibt verschiedene taktische Vorgehensweisen, allerdings beziehen sich diese allesamt auf den Kampf. Hinzu kommt, dass wohl für jedes Monster eine beste und damit einfachste Taktik existiert, die, einmal herausgefunden, wohl auch bevorzugt wird. Egal welches Monster gejagt wird, am Ende wird es immer getötet und immer auseinandergenommen, um irgendeine Ressource daraus zu erhalten. Als Schlussfolgerung ist dieses Vorgehen das einzige Mittel zum Sieg. Deren Darstellung ist jedoch stark verharmlost. Es erscheint bei Treffern gegen Monster zwar ein roter Grafikeffekt, dieser sieht aber viel mehr wie das Leuchten eines Feuerwerks aus als überhaupt nach einer Flüssigkeit. Selbiges gilt auch für das Ausnehmen der Monster. Die Spielfigur kniet sich hin und fingert ein wenig an den Überresten herum, welche kurz darauf einfach verschwinden.

Fazit:
In Monster Hunter Generations Ultimate werden große Monster gejagt, um mit deren Bestandteilen stärker zu werden, damit wiederum größere, stärkere Monster gejagt werden können. Dies geschieht durch viel Arbeit und mit taktischem Vorgehen, wodurch sich der Spielprozess bei Absolvierung einer Herausforderung sehr positiv gestalten kann. Umgekehrt können die Spielstruktur und der generelle Ablauf auch schnell langweilig und sehr frustrierend werden. Da das Prinzip vom Erarbeiten und taktischen Planen lebt, bietet es sich für kurzweiligen Spielspaß mit schnellem Einstieg nicht an. Darüber hinaus gibt es sehr viele Informationen. Viele davon bekommt man jedoch entweder gar nicht oder nur in Form von vielen, teilweise sehr missverständlich erklärenden Texten. Die Fähigkeit, Zusammenhänge auch ohne Erklärungen zu verstehen ist hier ebenso Pflicht wie Geduld und eine hohe Frustrationstoleranz. Die Kämpfe sind ein Kernelement, deren Darstellung ist jedoch immens entschärft. Aufgrund der genannten Punkte ist der Titel für alle Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren interessant, die sich von den vielen Hürden nicht entmutigen lassen.

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Spieletester
Games4Kalk
Köln
Bewertung Spielspass