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Titanfall 2
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Titanfall 2

Genre
Shooter
USK
keine Jugendfreigabe (?)
Pädagogisch
ab 18 Jahre
Vertrieb
Electronic Arts
Erscheinungsjahr
2016.10
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
Ein kostenfreier Origin-Account wird zum Spielen benötigt
Kurzbewertung
Shooter mit ausgezeichnetem Mehrspielermodus
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von (Multiplayer-)Shootern in fiktionalen Welten
Sprache
Deutsch, Englisch
Grafik
3D-Grafik, ideenreich, keine hohe Auflösung
Sound
intensiv, realistisch

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Jack Cooper (Soldat)
Mehrspielermodus
verschiedene Online-Modi
Spielforderungen
gutes Reaktionsvermögen, gute Hand-Augen-Koordination
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
teils brutale Gewaltdarstellungen, möglicherweise erhöhter Zeitaufwand
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf | Spieletester an der HHU
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Siehe auch

Spielbeschreibung:
Titanfall 2 ist ein rasanter Ego-Shooter, in dem riesige Kampfroboter gesteuert werden können. Die Veröffentlichung des Vorgängers wurde mit Spannung erwartet, denn das Spiel sah nur einen Multiplayermodus vor. Das war neu und sorgte für kontroverse Diskussionen. Der zweite Teil kehrt davon ein Stück weit ab, denn er enthält auch einen Einzelspielermodus – dennoch setzt der Mehrspielermodus einen Schwerpunkt. Zu ihm zählen elf unterschiedliche Modi, zum Beispiel der Klassiker „Capture the Flag". Darüber hinaus schufen die Entwickler_innen besondere Modi wie den Bankmodus, in dem die Spieler_innen für das Erfüllen von Aufgaben Geld sammeln und es zu einer Bank bringen müssen. Erschwert wird es diese Aufgabe dadurch, dass die Bank nur temporär erscheint.
Der Einzelspielmodus ist hingegen etwas weniger ausgestattet. Die Geschichte wird zur Nebensache: es ist der altbewährte Kampf von Gut gegen Böse. Mit Hilfe eines Titans kämpft Jack Cooper gegen eine Terrororganisation. Die Kampagne ist schnell durchgespielt und von der Geschichte bleiben einem höchstens die teilweise witzigen Dialoge zwischen Jack und seinem Titan in Erinnerung. Es scheint fast so, als hätten die Entwickler_innen mehr Zeit in die Entwicklung der (Land-)Karten gesteckt, denn diese wissen zu überzeugen. Spannende Industrieanlagen, tiefe Wälder, Wasserfälle und dazu immer wieder überraschende Kreaturen.

Text von Michael Swoboda

Pädagogische Beurteilung:
Erster Einstieg
Der Einstieg wird durch ein Tutorial erleichtert. Hier erlernen die Spielenden die ersten Grundfähigkeiten. Dennoch ist der Einstieg für Gelegenheitsspieler_innen eher schwierig, denn das Spiel hat ein anspruchsvolles Tempo. Gerade im Multiplayermodus kommt es auf eine gute Reaktionsfähigkeit und schnelle Auffassungsgabe an. Denn nicht nur die schnell agierenden Gegner setzten einen unter Druck, sondern ebenfalls die Karten selber. Sie scheinen teilweise ein Labyrinth für die Spieler_innen zu sein, die Wege finden und dabei auch mal von Wand zu Wand springen müssen. Diese Bewegungsmöglichkeiten machen den Titel besonders, führen aber auch dazu, dass es einige Anlaufzeit braucht, bis man die Mechanik beherrscht. Doch natürlich bleibt der Ego-Shooter seinem Genre treu. Denn auch während man rennt müssen weiterhin die Gegner im Auge behalten werden. Dadurch stellt sich schnell Stress ein, der durch Audioreize verstärkt wird. Titanfall 2 zieht einen aber auch schnell in einen Sog, dem man sich nicht ohne weiteres entziehen kann. Die Langzeitmotivation wird durch die unzähligen Möglichkeiten gewährleistet, die Titans und Waffen zu verbessern.

Brutale Szenerie
Natürlich steht bei einem Ego-Shooter das Töten, beziehungsweise das Ausschalten, des Gegners im Fokus. Das geschieht im Spiel sowohl im Nahkampf als auch aus der Ferne. Die Gegner wirken dabei selten menschlich und das dargestellte Blut verschwindet schnell. Allerdings wirken die Szenen häufig brutal. Dies wird durch die in Teil zwei eingeführte Third-Person-Sicht noch verstärkt, die beispielweise bei Kämpfen zwischen zwei Titans eingesetzt wird.

Multiplayermodus
Um Erfolg im Multiplayermodus zu haben, ist es bei den meisten Modi notwendig, auf das eigene Team zu achten und im Optimalfall eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. Vor allem haben Teams einen Vorteil, die bereits häufiger miteinander gespielt haben. So bietet der Titel die Möglichkeit, sich mit anderen Spieler_innen zu vernetzen und gemeinsam in Multiplayerspielen anzutreten. Darüber hinaus genießen dauerhafte Teams noch weitere Vorteile wie Extrapunkte. Die mögliche Vernetzung bindet die Spielenden stärker.

Technische Rahmenbedingungen
Beim Test waren die Server stabil und es kam zu keinem Ruckeln oder gar Ausfällen. Die Optik ist zwar reizvoll und wartet mit vielen Details auf, dennoch ist die Grafik im Vergleich zu anderen aktuellen Spielen nur durchschnittlich. Lobenswert ist das Versprechen der Entwickler_innen, kostenlose DLCs, zum Beispiel neue Karten, zur Verfügung zu stellen. Ein Kauf von Waffen oder anderen Vorteilen ist nicht möglich.

Fazit:
Titanfall 2 ist ein solider Ego-Shooter. Das Spiel bleibt den Grundprinzipien von Titanfall treu und ist dabei nicht nur ein einfacher Abklatsch, sondern eine sinnvolle und durchdachte Weiterentwicklung mit vielen kreativen Ideen. Aufgrund der expliziten Szenen hat der Titel eine gesetzliche Alterskennzeichnung der USK ab 18 Jahren. Zudem ist auch der Anreiz für lange und häufige Spielphasen gegeben.

Diese Kritik ist von Studierenden der Philosophischen Fakultät an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf verfasst. Die unter der Leitung von Koray Çoban durchgeführte und von Daniel Heinz und Dirk Poerschke unterstützte Übung 'Spieletester' präsentiert sich unter spieletester.phil.hhu.de.