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Die Säulen der Erde
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Die Säulen der Erde

Genre
Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Daedalic Entertainment
Erscheinungsjahr
2017.08
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One, Mac
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Point&Click-Abenteuer nach bekannter Buchvorlage
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Geschichtsfans, Fans des Romans
Sprache
Deutsch
Grafik
gezeichnete 2D-Grafik
Sound
sehr gute Untermalung des Spielgeschehens

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Tom Builder und weitere Figuren aus dem Roman
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Lesefähigkeit
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
teilweise erwachsene Themen
Gruppenleiter
Jan Grey
Mediothek Krefeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Im mittelalterlichen England des 12. Jahrhunderts finden sich die Spieler_innen in der Grafschaft Shiring wieder. Dort gibt es verschiedene Handlungsorte. Die Hauptstadt Shiring selbst, wo Graf Bartholomäus seinen Sitz hat und auch der Bischof von Shiring residiert, ist einer der wichtigsten Ausgangspunkte der Geschichte. In Kingsbridge, das am äußersten Rand der Grafschaft liegt, steht die Kathedrale, um deren Einsturz und Wiederaufbau es sich im ganzen Spiel dreht. Außerdem sind noch die Wälder von Shiring zu erwähnen, in denen sich eigentlich niemand aufhalten darf, da sie dem König höchst persönlich gehören. Als Vorlage zum Spiel dient der historische Roman und Weltbestseller Die Säulen der Erde von Ken Follett.

Pädagogische Beurteilung:
Die Steuerung
Das Spiel funktioniert nach der klassischen Point&Click-Mechanik und die Steuerung ist relativ einfach zu bedienen. Um mit Leuten zu interagieren, muss man diese anvisieren und hat verschiedene Möglichkeiten, die je nach NPC (non-player character, also vom Computer gesteuerte Figuren) und Interaktion verschieden sind. Die NPCs antworten und reagieren dann und erzählen ihre Geschichte. Die Antworten bleiben meist so lange gleich, bis die Spielenden einen Teil der Aufgaben erfüllt haben. Besonders positiv fiel jedoch auf, dass nicht immer wieder stumpf genau derselbe Text erzählt wird, sondern die Antworten etwas anders formuliert sind und somit variieren. Manchmal funktioniert die die Steuerung nicht einwandfrei oder es wird ein falscher Knopf gedrückt, wodurch dann ein paar Sekunden gewartet werden muss, was die Tester_innen zum Teil als etwas nervend empfanden. Geduld ist hier also genretypisch hilfreich.

Die Handlung
Die Story ist interessant erzählt und die Spielenden fieberten durchgehend mit den Charakteren und deren Abenteuern mit. Auch die Texte sind sehr gut geschrieben und vertont. Die Erzählung beginnt mit dem Tod des Königs von England, wodurch ein Machtvakuum entsteht und das Land von Machtspielchen und Intrigen geplagt wird. Eine der Hauptfiguren ist ein junger Steinmetz namens Tom Builder, der seinen Traum verwirklichen und eine Kathedrale bauen möchte. Die komplette Geschichte ist in 7 Kapitel aufgeteilt. Die Rätsel sind meistens relativ einfach gestrickt: „Finde heraus, wer mehr über den Lord weiß!" oder „Geh in das Zimmer der Prinzessin!" Das hört sich zwar anfangs langweilig an, kann aber echt spannend sein, weil es überall etwas zu entdecken gibt. Besonders für Geschichtsfans ist das Spiel brillant, denn Die Säulen der Erde spielt in einem realistischen Mittelalter und anhand der Welt kann man viel über diese Zeit herausfinden. 

Die Spielwelt
Das realistische Mittelalterszenario ist handgezeichnet, sehr detailliert und man fühlt sich sofort in die historische Zeit hineinversetzt. Der gezeichnete Grafikstil ist Geschmackssache, passt jedoch sehr gut in das Szenario. Hinzu kommt, dass jede einzelne Person sehr glaubwürdig und realistisch inszeniert ist. Die Tester_innen waren sich einig, dass diese Realitätstreue das Spiel immens aufwertet. Es gibt zudem eine Karte, mit der man einen guten Überblick hat und auch Schnellreisen zu anderen Orten durchführen kann.

Die Grafik
Optisch ist der Titel ein echter Hingucker. Die Hintergründe, Charaktere und Animationen sind allesamt handgezeichnet und man sieht, dass viel Zeit in Recherche und Konstruktion investiert wurde. Zum Beispiel wurde die Architektur des mittelalterlichen Englands studiert, um die Kathedrale von Kingsbridge möglichst realistisch darzustellen. Dazu verwendete das Entwicklerstudio Daedalic die gleichen Nachschlagewerke wie Ken Follett selbst. Trotz der vielen Arbeit sind die Animationen allerdings nicht perfekt. Es gibt noch einige stockende Sequenzen, auch wenn es sonst recht flüssig läuft. Oft fehlen aber die Mundanimationen, wenn ein Charakter spricht. Das kann zu Verwirrung führen, wenn nicht klar ist, wer gerade etwas sagt. Durch einen kleinen Bug verschwinden auch gelegentlich die Auswahlmöglichkeiten und Hotspots. Dadurch kann es sein, dass eine falsche Entscheidung getroffen wird. Trotzdem hat Die Säulen der Erde ganze 12 Speicherslots, also keine Panik. Wenn die Speicherpunkte klug gesetzt werden, können schwierige Entscheidungen schnell geändert oder ein alternativer Lauf der Dinge ausprobiert werden.

Die Altersfreigabe
Der Titel ist ab 12 Jahren freigegeben, was durchaus gerechtfertigt ist. Es gibt kaum Gewalt, allerdings ist diese auch nicht vollkommen auszuschließen. Außerdem genießen die Spielenden fast unbegrenzte Freiheiten. Also könnten sehr junge Spieler_innen von der schieren Anzahl an Möglichkeiten überfordert sein. Ebenso sind viele Dialoge und Hintergrundgespräche nicht unbedingt für ein jüngeres Publikum geeignet.

Fazit:
Die Säulen der Erde zeigt, dass Point&Click-Adventures zeitlos sind und sehr gut aufgemacht sein können. Es ist zwar alles in 2D gehalten, aber wer dadurch nicht in die schöne Welt des 12. Jahrhunderts versetzt wird, wird spätestens vom spektakulären Soundtrack abgeholt. Das Spiel gibt den Spielenden das Gefühl, in einer düsteren Welt voller Machtintrigen zu sein, gibt jedoch auch die Möglichkeit, den Spielverlauf zu beeinflussen und dadurch immer neue Dinge in der Spielwelt auszuprobieren und zu entdecken. Auch wer das Buch nicht gelesen hat, aber dennoch an der Geschichte und der Romanvorlage von Ken Follet interessiert ist, muss sich dieses Spiel angucken.

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Spieletester
Mediothek Krefeld
Krefeld
Bewertung Spielspass