Spieleratgeber NRW - Druckansicht von Seite #5530
Don't Make Love
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Don't Make Love

Genre
Simulation
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Maggese
Erscheinungsjahr
2017.10
Systeme
PC
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Steam
Kurzbewertung
Liebessimulation mit künstlicher Intelligenz
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von textlastigen Geschichten
Sprache
ausschließlich englische Schrift
Grafik
schöne, handgezeichnete Illustrationen
Sound
ruhige Naturklänge

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
wahlweise männliches oder weibliches Insekt
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
englische Lese- UND Schreibkenntnisse
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
nicht vorhanden
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Liebesbeziehungen sind bei Menschen schon sehr schwierig und kompliziert. In der Insektenwelt sieht dies nochmal etwas anders aus, besonders bei Gottesanbeterinnen beziehungsweise Fangschrecken, die ihren Partner während oder nach der Paarung gelegentlich auffressen. In Don't Make Love schlüpfen die Spielenden wahlweise in die männliche oder weibliche Rolle der Insekten, um ein Beziehungsgespräch zu simulieren. In welche Richtung das Gespräch geht, kann hierbei selber bestimmt werden. Das Besondere ist, dass alle Dialogzeilen als Schrift eingegeben werden und der Gegenpart überraschend passend darauf reagiert. Englischkenntnisse sind jedoch zwingend notwendig.

Pädagogische Beurteilung:
Wo stehen wir gerade?
Ein romantischer Spaziergang und ein Insektenpärchen, das eine Rast einlegt. Doch einer der beiden möchte ein Gespräch führen und das Spiel beginnt. Wo steht die Beziehung und wo soll es hingehen? Und auf kurz oder lang kommt die wichtigste Frage: Sollen sich die Insekten paaren, auch wenn das Männchen dabei sterben könnte? Die Spielenden müssen hierbei auf die KI (Künstliche Intelligenz) reagieren und Antworten beziehungsweise Aussagen eintippen. Sehr präzise reagiert das andere Insekt dann auf das Gesagte. Zudem können drei Aktionen gewählt werden, die ebenfalls passend in den Dialog integriert werden. Die Spieler_innen können ihr Gegenüber umarmen, es küssen oder die Hand nehmen.

Wo siehst du dich in 5 Jahren?
Wie auch in richtigen Beziehungsdiskussionen ist hier meist nicht alles mit einer einfachen Antwort getan. Vielmehr werden Nachfragen gestellt und man soll seine Aussagen erklären. Allerdings läuft das Gespräch in der Regel auf die Frage hinaus, ob man es wagen soll, sich zu paaren. Vor- und Nachteile werden gemeinsam abgewogen, um eine passende Entscheidung zu treffen. Das Prinzip ist sehr clever gestaltet und besticht durch schöne, handgezeichnete Grafiken. Je nachdem wie das Gespräch verläuft, gibt es außerdem unterschiedliche Endszenarios. So kann sich das Paar beispielsweise trennen oder beschließen, sich zu paaren. Wie dieser Akt aber letztlich verläuft, erfährt man nicht und sieht auch keine entsprechenden Bilder.

Du verstehst mich einfach nicht!
Bei Don't Make Love handelt es sich um ein textbasiertes Spiel. Es sollte die Bereitschaft vorhanden sein, viel zu lesen und zu schreiben. Dazu kommt, dass die Texte ausschließlich auf Englisch sind und die Spielenden daher auch diesbezüglich Lese- und Schreibkompetenzen mitbringen sollten. Ansonsten gibt es wenig Action und kaum Interaktionsmöglichkeiten, vielmehr zeichnet sich der Titel durch sein ruhiges Spielgeschehen aus.

Fazit:
Auch wenn sich das Spielkonzept erstmal ungewöhnlich für manche anhören mag, ist es doch sehr kreativ, interessant und benutzerfreundlich umgesetzt. Action sucht man hier zwar vergebens, findet aber ein innovatives Spielprinzip abseits des Mainstreams. Zudem werden unterschiedliche spannende moralische Fragen aufgeworfen, die sich manchmal auch auf zwischenmenschliche Beziehungen übertragen lassen. Spieler_innen sollten auf jeden Fall über gute Englischkenntnisse verfügen und ein Interesse an textlastigen Spielen oder vielmehr Geschichten haben, da es nur wenige interaktive Elemente gibt.