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NBA Live 18
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NBA Live 18

Genre
Sport
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
EA Sports
Erscheinungsjahr
2017.09
Systeme
Playstation 4, Xbox One
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Basketballsimulation mit ein paar Macken
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von Basketball und Sportsimulationen
Sprache
Englisch sprechende Kommentatoren, deutsche Texte
Grafik
realistische Darstellung und realistische Spieler_innen
Sound
Stadionatmosphäre, Hip-Hop in den Menüs

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Superstars der NBA, der WNBA und die selbsterschaffene Figur
Mehrspielermodus
lokal bis zu 4 Spieler_innen oder im Online-Modus
Spielforderungen
Hand-Augen-Koordination, Reaktionsfähigkeit, taktisches Denken
Zusatzkosten
Ingame-Einkäufe
Problematische Aspekte
Ingame-Käufe können schnell teuer werden
Redaktion
Kok Hung Cheong
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Nach einem Jahr Pause kehrt die NBA Live-Reihe zurück, um es mit der NBA 2K-Serie aufzunehmen. Beide Spiele arbeiten mit der NBA (National Basketball Association)-Lizenz. Es handelt sich um eine Basketballsimulation, bei der es möglich ist, in unterschiedlichen Modi anzutreten. Im Trainingsmodus können Fertigkeiten erlernt werden, die in Tipoff-Games gegen andere Mannschaften dann auf die Probe gestellt werden können. Neben dem zusätzlichen Karrieremodus gibt es auch die Möglichkeit, an Freundschaftsspielen teilzunehmen. In Freundschaftsspielen ist es erstmals möglich, auch die WNBA (Women’s National Basketball Association) auszuwählen. 

Pädagogische Beurteilung:
Aller Anfang ist schwer
Zu Beginn eines Computerspiels gibt es oftmals eine kleine Einführung der Steuerung oder zumindest ein paar Tipps und Tricks. In NBA Live 18 werden diese Erklärungen anhand eines Freundschaftsspiels und eines Tutorials durchgeführt. Bei dem Freundschaftsspiel wird das Spiel immer wieder für ein paar Steuerungsbefehle angehalten, welche aber oftmals situationsunabhängig behandelt werden. Das Tutorial hingegen besteht immer aus den gleichen Eins-gegen-Eins-Szenarien. Am Ende des Freundschaftsspiels und des Tutorials haben die Spielenden vielleicht die Steuerung verstanden, aber wer keine oder nur wenig Vorerfahrung mit Basketball und dessen Regelwerk hat, dem wird leider nicht geholfen. Unbekannte Regeln, wie zum Beispiel, dass das Überqueren des eigenen Halbfeldes bei Ballbesitz innerhalb von acht Sekunden vollendet sein muss, können zu Missverständnissen führen. Zusätzlich gibt es Spielemechaniken, die nicht erklärt werden, wie beispielsweise von welcher Position welcher Spieler am besten werfen kann. Hat man sich trotz all den Startproblemen nach ein paar Stunden Spielzeit reingefuchst, entwickelt sich schnell eine Eigendynamik aus Angriff und Verteidigung. Die vielen Schwierigkeitseinstellungen geben auch Anfänger_innen, die nur ein paar Regeln kennen, eine gute Chance, um zu gewinnen. Unerfahrene Spieler_innen werden jedoch ihre Probleme mit der Einstiegshürde haben.

Karriere und The One Modus
Der Karrieremodus beinhaltet das Managen eines kompletten Teams mit Training, Spielzeit sowie Ver- und Einkäufen. Schnell nimmt die Komplexität der Menüs überhand und wird unübersichtlich. Dieser Modus ist vor allem für Jugendliche spannend, die die Motivation besitzen, sich intensiv in den Aufbau der Menüs einzuarbeiten. Für alle, die dies als zu komplex empfinden, gibt es den Modus 'The One'. Dort ist es möglich, einen eigenen Nachwuchsspieler zu erstellen. Negativ anzurechnen ist, dass die komplette WNBA bei Freundschaftsspielen zwar zur Verfügung steht, jedoch ist es trotzdem nicht möglich, eine Spielerin für diesen Modus zu kreieren. Nach der Erstellung kann entschieden werden, ob als Streetballer oder als Profi gespielt wird. Verknüpft wird das Ganze mit einer seichten Geschichte. Über Textnachrichten wird versucht, dem erstellten Charakter einen Hintergrund zu geben, jedoch ist dies sehr viel Text für wenige Informationen. Das Besondere bei 'The One' ist, dass nur ein Spieler auf dem Platz kontrolliert wird. Die restlichen Spieler sind von der künstlichen Intelligenz gesteuert und handeln nicht immer schlau. Wird in der Liga ein schwächeres Team ausgewählt, kommt es oftmals vor, dass die hart erspielte Führung aufgrund der schwachen KI verloren geht. 

EA Sports und die Spielwährung
Hier jonglieren die Spielenden, je nach Modus, mit zwei der drei Spielwährungen. Wer seinen eigenen Charakter mit neuen Kleidungsstücken ausstatten möchte, kann dies nicht direkt mit der Spielwährung, sondern wird gezwungen, eine der Boxen zu kaufen, in denen sich zufällig verschiedene Objekte befinden. Die Inhalte dieser Boxen sind stufenabhängig und wer nicht vorausschauend handelt, muss am Ende noch mehr spielen, um Spielwährung zu sammeln und sich neue Boxen leisten zu können. Wie bei FIFA 18 gibt es auch bei NBA Live 18 das 'Ultimate Team'. Im direkten Vergleich ist es etwas anders eingestellt, weil die Aufstellung bei einem Basketballspiel öfters durchrotiert wird. Trotzdem werden hier NBA-Spieler in Kartenpackungen gekauft und - wie ist es auch anders zu erwarten - die besten Spieler sind nur schwer zu bekommen. Also werden Spiele mit der Hoffnung gespielt, dass genügend Münzen gesammelt wurden, um einen weiteren Versuch zu wagen. Auch hier werden die ungeduldigen zur Kasse gebeten, denn Ingame-Einkäufe ermöglichen, Spieler gegen einen Aufpreis freizuschalten. Eltern sollten also nicht ihre Kontodaten auf der Konsole speichern und mit den Kindern das Thema Ingame-Käufe besprechen.

Fazit:
Mit NBA Live 18 meldet sich EA Sports bei den Basketballfans zurück. Die Bewegungen sind flüssig und die teilweise aufkommenden unrealistischen Animationen sind bei hoher Geschwindigkeit zu verschmerzen. Jugendliche ab 10 Jahren werden ihren Spaß haben. Jüngere Spieler_innen könnten schnell überfordert sein, da die erhöhte Komplexität und die schwache Einführung das Spiel schwieriger machen als es den Anschein hat. Zudem können die Ingame-Käufe für ungeduldige Spieler_innen das Hobby schnell zu einem teuren Vergnügen werden lassen.