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Mount & Blade: Warband
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Mount & Blade: Warband

Genre
Action-Strategie
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
TaleWorlds Entertainment
Erscheinungsjahr
2016.09
Systeme
Playstation 4, Xbox One
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
mittelalterliche Schlachten und strategisches Planen
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von mittelalterlichen Rollenspielen
Sprache
keine deutsche Synchronisation
Grafik
veraltete Grafik
Sound
mittelalterliche Musik

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
selbstkreierte Spielfigur
Mehrspielermodus
online bis zu 32 Spieler_innen
Spielforderungen
fehlender roter Faden, viel Text
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
gewalthaltige Auseinandersetzungen
Gruppenleiter
Christopher Wandel
Games4Kalk
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Mit Mount & Blade: Warband widmeten sich die Spieletester_innen von Games4Kalk einer Mischung aus Action-Strategie und Rollenspielklassiker, der für den PC bereits im Jahr 2008 veröffentlich wurde. Da die Ursprünge dieser Reihe (im Anbetracht des Alters der Spieletester_innen) einfach zu lange zurückliegen, gab es diesbezüglich allerdings keine nennenswerten Überschneidungspunkte. Ob dabei der Transfer vom PC zur Konsole durch TaleWorlds Entertainment glückte oder misslang, verrät die folgende Beurteilung.

Pädagogische Beurteilung:
Calradia – Unendliche Weiten!
Der unglaubliche Freiraum des Spiels eröffnet sich den Tester_innen bereits zu Beginn der Charaktererstellung. Neben dem tatsächlichen Erscheinungsbild der Spielfigur, kann ebenfalls entschieden werden, mit welchem Stand und Schwierigkeitsgrad das Spiel beginnen soll. Wunderschöne Ritter lassen sich hier zwar nur schwerlich erstellen, doch sollte das nicht weiter dramatisch sein. Hier in Calradia, Mitte des 13. Jahrhunderts, zählen bei Hofe schließlich noch die inneren Werte. Ob schlussendlich der Thron mit oder ohne Gemahlin einen lohnenswerten Anreiz und mögliches Spielziel darstellt, liegt wiederum in den Händen der Spielenden. Es erscheint wirklich alles möglich. Unterwegs begegnen den Spieler_innen Wanderer oder Wegelagerer, welche entsprechend der Charakterwerte detailliert dargestellt werden. So wird beispielsweise aufgrund eines hohen Aufklärungswertes frühzeitig angezeigt, ob es sich um einen harmlosen Reisenden oder vielmehr um einen kaltblütigen Banditen handelt. 

Das Für und Wider mit der Freiheit
Auch wenn es auf eine gewisse Weise ganz erfrischend erscheint, sich derart vieler Freiheiten zu rühmen: so kann es die Spielenden auch fordern und überfordern. Denn so ganz ohne roten Faden und nur mithilfe einzelner Tutorials bedarf es einer hohen Frustrationstoleranzgrenze, um auf kurz oder lang nicht den Spaß am Spiel zu verlieren. Hinzu kommt die Herausforderung, ein regelmäßiges Einkommen zu generieren, um sich und die angeheuerten Söldner unterhalten und ausbilden zu können. Nur so kann langfristig ein Aufstieg auf der Standesleiter erfolgen und nur so können wir uns und unsere Gefährten beschützen. Wer diesen Kreislauf langfristig nicht zu schließen weiß, der riskiert die Niedergeschlagenheit seiner Krieger. Im Zweifelsfall kann es sogar soweit gehen, dass einzelne von ihnen Fahnenflucht begehen, sich bei den Bauern bedienen oder sogar die eigenen Gruppenmitglieder opfern, nur um davonzukommen. Ebenso gilt es, ein möglichst gutes Verhältnis zu den Adels- und Königshäusern von Calradia zu pflegen, andernfalls wird es schwierig mit dem sozialen und existenziellen Aufstieg. Klar, was ist ein missglücktes Geschäft unter Freunden, doch was, wenn größere Vergehen sogar Scharmützel oder ganze Kriege nach sich ziehen?

Nerviges Kampfsystem
Ein wirkliches Problem stellen allerdings die Kämpfe dar. Gerade im Rahmen eines mittelalterlichen Rollenspiels erscheint ein ausgereiftes und durchdachtes Kampfsystem als unabdingbar, was sich vor allem mit Blick auf die Perspektiven sowie die viel zu plumpe künstliche Intelligenz bemerkbar macht. Die Kampfszenarien erscheinen sehr unübersichtlich, zwischenzeitlich erinnern die Sequenzen an eine eher schwer nachzuvollziehende Massenpanik. Wie es hierbei um die Vor- und Nachteile des Multiplayer-Modus bestellt ist, kann im Rahmen dieser Beurteilung leider nicht berücksichtigt werden, da dieser aufgrund fehlender Kapazitäten nicht getestet wurde.

Veraltete Grafik, fehlende Sprachausgabe und Bugs
Hinzu kommt, dass bei der Illustration der Spielwelt ordentlich gespart wurde. Die grafische Umsetzung sowie der Abwechslungsreichtum an unterschiedlichen Texturen lassen wirklich zu wünschen übrig. Das macht es leider nicht angenehmer, sich durch die lieblosen Wälder und Landschaften zu schlagen. Auch beim Detailreichtum der Ortschaften und Städte hätte nicht derart gespart werden müssen. Die Bewegungsabläufe der Spielcharaktere wirken programmiert und hölzern, teilweise lassen sich die standardisierten Handlungs- und Bewegungsabläufe genau vorhersagen. Die fehlende deutsche Sprachausgabe machte es vor allem den jüngeren Spieletester_innen schwierig, dem inhaltlichen Spielverlauf sowie einzelnen Befehlen Folge zu leisten. 

Fazit:
Ausgehend vom Cover des Spiels Mount & Blade: Warband hätte es eine wirklich spannende Rollenspielerfahrung werden können, doch leider kam es ganz anders. Aus Sicht der Entwickler von TaleWorlds galt es wohl ein nunmehr neun Jahre altes PC-Rollenspiel, ohne nennenswerte Überarbeitung, der aktuellen Konsolengeneration zugänglich zu machen. Gemessen an dem, was technisch heute möglich ist, ist das Ergebnis ebenfalls mittelalterlich zu nennen. Die viel zu allgemeinen und oberflächlichen Tutorials (zuzüglich des fehlenden roten Fadens) machen es den jüngeren Spieletester_innen schwer, sich selbst bei Spiellaune zu halten und einen tieferen Sinn hinter den Handlungen zu erkennen. Die fehlende deutsche Sprachausgabe und damit einhergehende Sprachbarrieren tragen da natürlich noch einmal ihr Übriges bei. Somit bleibt nur zu hoffen, dass im zweiten Teil von Mount & Blade (voraussichtlich 2018) einige der im Rahmen dieser Beurteilung geäußerten Kritikpunkte entsprechende Berücksichtigung finden.

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Spieletester
Games4Kalk
Köln
Bewertung Spielspass

„Die Grundidee des Spiels ist nämlich nicht schlecht...“ (Felix, 16 Jahre)