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Portal Knights
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Portal Knights

Genre
Rollenspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
505 Games
Erscheinungsjahr
2016.02
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch, iOS, Android
System im Test
Xbox One
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
getestete Version stürzte dreimal mitsamt des Speicherstandes ab
Kurzbewertung
Action-Rollenspiel in dreidimensionalen Sandbox-Welten
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Spieler_innen, die sich schon immer eine Mischung aus Zelda, Minecraft und Harvest Moon gewünscht haben
Sprache
deutsche Texte
Grafik
einfache dreidimensionale Grafik
Sound
keine Sprachausgabe, dafür stimmige Atmosphäre

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
selbsterstellter Charakter
Mehrspielermodus
lokal und online vorhanden
Spielforderungen
Lesekenntnisse, logisches Denken, Hand-Augen-Koordination
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
kann sehr junge, medienunerfahrene Kinder ängstigen
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf | Spieletester an der HHU
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Die Welt der "Portal-Ritter" ist in den Fängen finsterer Mächte und wurde in fast 50 zufällig generierte Inseln zersplittert. Um das Böse zu bannen und zusammenzufügen, was zusammengehört, gilt es, mystische Würfel zu finden. Mit diesen baut bzw. repariert man die magischen Portale, welche es ermöglichen, auf andere Inseln zu reisen und somit nach und nach die Wiederherstellung des Planeten voranzutreiben. Die an Harry Potter oder Pandamonium erinnernde Rahmenhandlung, rund um die Suche nach mystischen Steinen, um das Böse zu bekämpfen, ist ein gelungener Aufhänger für das Spiel. Auch die Testergruppe Extraleben hat sich das Spiel bereits im vergangenen Jahr näher angeschaut.

Pädagogische Beurteilung:
Rollenspiel?
Bevor man sich auf die Suche nach den Splittersteinen macht, gilt es, sich seinen Avatar zu basteln. Das Spiel kann in drei Kämpferklassen - Magier, Ritter oder Bogenschütze - mit entsprechenden Eigenschaften bestritten werden. Bei allen drei Klassen können jeweils leichte Änderungen am Aussehen, wie etwa Geschlecht, Farbe des Gewands, Frisur oder Bart, vorgenommen werden. Anschließend wird der Avatar noch mit einem Wunschnamen benannt.

„Du musst das schon lesen!“
Die Geschichte startet auf einer der Inseln. Ausgerüstet mit Schwert, Zauberstab oder Bogen, heißt es für die Testergruppe zunächst herauszufinden, worum es eigentlich geht, denn trotz der vermeintlich unkomplizierten Story, wird gerade am Anfang Aufmerksamkeit erfordert. Die Präsentation der Handlung ist zwar mit atmosphärischer Musik untermalt, jedoch leider lediglich in Textform erzählt.

„Das ist wie Zelda!“ „Nein, wie Minecraft!“
Ein erstes Urteil ist nach einigen Minuten Spielzeit schnell gefällt. Grafisch präsentiert sich Portal Knights als Mischung zwischen teils farbenfrohen, teils eher kargen Welten, bewohnt von Charakteren mit sichtbaren Anime-Anleihen. Auch hinsichtlich der zugänglichen Spielmechanik lässt sich ein ähnliches Urteil schnell fällen – man läuft rum, bekämpft auftauchende Gegner, sammelt Rohstoffe und Blöcke, baut daraus z.B. eine Unterkunft oder stellt neues Werkzeug her. Nachwachsende Rohstoffe, wie beispielweise Baumwolle, können zusätzlich gepflanzt und geerntet werden. Nur „wozu das alles?“

 „Lauf mal zu dem leuchtenden Ding da!“
Bis wir in der Testphase das erste zu reparierende bzw. zu bauende Portal entdecken, vergehen etwa 15-20 Minuten. Dann kommt allgemeine Hektik auf. „Schnell, ich glaube du musst die leuchtenden Steine da einsetzen!“ Endlich ist unser erstes Portal fertig. Was uns auf der nächsten Insel erwartet, ist allerdings zunächst ernüchternd, denn letztlich beginnt das Prozedere einfach nur wieder von vorne. Wir laufen rum, kämpfen ab und an, suchen Rohstoffe, bauen das nächste Portal und landen auf einer neuen Insel. Die Testergruppe konnte bis zum Ende der Testphase nicht konkret erfassen, warum dies alles so gemacht werden musste. Eventuell mag es daran liegen, dass der Text zur Vorgeschichte höchstens überflogen wurde, vielleicht aber auch daran, dass die Geschichte quasi nicht mehr vom Spiel aufgegriffen wird.

 „…bis der Sensenmann weg ist!“
Plötzlich wird es dunkel, die Sonne ist untergegangen. Musikalisch wird es düsterer, furchterregende Geräusche sind zu hören und dann passiert es: aus der Erde steigt ein knochiger Sensenmann. „Schnell, lauf ins Haus, da bleiben wir die ganze Nacht, bis der Sensenmann weg ist!“ Etwas Abwechslung zur vermeintlichen Monotonie. Auch grafisch kann der Titel, trotz seiner leicht ausgefallenen Mischung, mit Detailreichtum, beispielsweis in Form von gekonnt animierten Sternschnuppen, punkten. Die dadurch geschaffene Atmosphäre kann jedoch jüngere und eher medienunerfahrene Kinder ängstigen.

(Gelungener) Genremix?!
Portal Knights wird von 505 Games als „Sandbox Action-RPG Adventure“ bezeichnet. Sandbox- bzw. Open World-Elemente wie bei Minecraft bietet der Titel, insbesondere am Anfang, nur bedingt. Auch klassische Rollenspielelemente, wie etwa eine spürbare Weiterentwicklung des Avatars in Form einer Verbesserung spezieller Fähigkeiten oder der Kampfkraft, sind nur marginal vorhanden. Zwar kann man bei erfolgreichem Verlauf des Geschehens bis zu fünf Stufen aufsteigen und erhält dann sogar noch die Möglichkeit, einzelne Elemente, wie etwa die Rüstung, zu verbessern, aber die stärker werdenden Gegner scheint das nicht weiter zu beeindrucken. Zumindest ändert sich nichts am Kampfgeschehen.
Die Tatsache, dass im Spiel oder im Kampf selbst nicht richtig pausiert und somit nicht in aller Ruhe eine neue Waffe oder gar Strategie gewählt werden kann, ist eher untypisch für ein Rollenspiel und sorgte für einige stressige Situationen.

Offline Multiplayer
Per Split Screen gibt es die Möglichkeit, Portal Knights lokal zu zweit zu spielen. Gemeinsam können die Welten erkundet, Gegner besiegt und die Heimat verschönert werden. Eine spaßige Variante, um die Kooperation und den Teamgeist unter den Spielenden zu stärken.

Fazit:
Portal Knights macht auf den ersten Blick vieles richtig, allen voran die Grundidee, mehrere Genres miteinander zu vereinen und alles in eine technisch gelungene audiovisuelle Atmosphäre zu packen. Näher betrachtet machen die "Portal-Ritter" zu viel nur oberflächlich. Insbesondere die letztlich immer gleichen Ereignisse und damit verbundenen immer gleichen Aufgaben hemmen dabei den Spielfluss und die Langzeitmotivation.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass

„Ich glaube die Story ist, dass die Welt gut war, doch dann kam das Böse und jetzt muss man das regeln.“

„Ich will keine Frau als Figur!“

„Du musst dich der Gefahr stellen!“

„Wir bleiben hier die ganze Nacht, bis der Sensenmann weg ist!“

„Die Mine war früher bestimmt ein Geschäftsmittelpunkt, die Skelette haben da früher gearbeitet und wir sind der Geschichte auf der Spur!“

„Das nächste Haus bauen wir direkt am Portal!“