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Ghost Recon Wildlands
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Tom Clancy's: Ghost Recon Wildlands

Genre
Shooter
USK
keine Jugendfreigabe (?)
Pädagogisch
ab 18 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2017.03
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
Uplay benötigt
Kurzbewertung
Taktischer Shooter mit Online-Mehrspieler-Modus
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von gelungenen Mehrspielermodi
Sprache
teilweise derber Wortwitz der Spielfiguren, Untertitel können eingeblendet werden, Spiel ist fast immer vertont
Grafik
realistische und abwechslungsreiche Umgebungen, die mit Wettereffekten und zufälligen Ereignissen auftrumpfen
Sound
spannende Momente werden bewusst akzentuiert

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Amerikanische Geheimagenten mit derb-witzigem Humor
Mehrspielermodus
Online-Multiplayer-Modus über die Plattform UPlay
Spielforderungen
Taktisches Geschick, gute Hand-Augen-Koordination
Zusatzkosten
Spielerweiterungen kostenpflichtig herunterladbar
Problematische Aspekte
Unreflektierte Gewalt, fragwürdige Darstellung eines realen Landes, Drogen, Korruption
Redaktion
Alexander Hundenborn
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Ein im Schatten agierender Drogenbaron, ein Kartell und ein von politischen Zerwürfnissen geplagtes Land. Hier gilt es einzuschreiten. Dafür kommen nur die bestausgebildeten Soldat_innen in Frage, die verdeckt agieren können: die sogenannten Ghosts. In Tom Clancy's: Ghost Recon Wildlands schlüpfen die Spieler_innen in die Rolle einer dieser Ghosts. Zu Beginn kann das Aussehen dieser Spielfigur den eigenen Vorlieben angepasst werden. Danach agiert man im Viererteam in einer offenen Spielwelt. Dabei ist es zunächst egal, ob computergesteuerte oder menschliche Mitspieler_innen aus dem Online-Multiplayer-Modus im Team sind. Das Ziel der Spielenden ist es, den Drogenbaron El Sueño zur Strecke zu bringen. Dafür müssen die Mitglieder des Drogenkartells ausgeschaltet werden, wofür Informationen aus der Bevölkerung, der Spielwelt oder anderen Kartellmitgliedern benötigt werden. Die Protagonist_innen können hierbei die gesamte Spielwelt sowohl zu Fuß als auch im Auto oder auf einem Motorrad sowie mit verschiedenen Flugzeugen und Helikoptern erkunden. Durch zusätzliche Tools, wie moderne Drohnen oder Ferngläser und Sprengladungen, können die gegnerischen Lager ausgespäht oder zielgerichtet und taktisch ausgeschaltet werden.
Das taktische Vorgehen wird auch dadurch bestimmt, dass es einen fließenden Tages- und Nachtwechsel sowie wechselnde Wettereffekte gibt, die die Sicht beeinträchtigen und somit den Ghosts einen Vorteil verschaffen können. Hierbei haben die Spielenden die vollständige Freiheit zu wählen, wie sie vorgehen möchten.
Ghost Recon Wildlands lässt viel Freiraum, um das Spielerlebnis selbst zu gestalten. Durch die Offenheit der Spielwelt und der Handlungsvorgaben, kann es streckenweise zu Brüchen kommen, da einige der Handlungsstränge nicht in Verbindung miteinander stehen. Durch die grafische Gestaltung, die lebendige Umgebung und die vielen Möglichkeiten der Fortbewegung wird jedoch auch ein längerer Weg zwischen zwei Missionen oftmals zu einem kleinen Abenteuer, welches dem anhaltenden Spielvergnügen keinen Abbruch tut.

Pädagogische Beurteilung:
Atmosphäre ist nicht alles
Die spannende Spielwelt von Ghost Recon Wildlands ist nicht zu unterschätzen. Abwechslungsreiche Landschaften von Salzwüste über schneebedeckte Berge bis hin zu Dschungellandschaften erstrecken sich über eine fiktive Darstellung Boliviens. Die computergesteuerten Figuren treten in stereotypischen Uniformen auf und es werden immer wieder lateinamerikanische Musikstücke eingestreut wie auch spanische Wörter oder Sätze in die Unterhaltungen mit eingeflochten. Die Spielwelt ermöglicht es, glaubhaft in das Spielgeschehen einzutauchen. Wenn dann jedoch die eigentliche Mechanik greift und die Ghosts ans Werk gehen und zu viert ganze Armeen von gegnerischen Soldaten auslöschen ohne entdeckt zu werden oder auch nur ansatzweise dieses Vorgehen zu hinterfragen, entsteht ein Zwiespalt zwischen grafischer Opulenz und fragwürdigem Spieldesign.

Standard-Shooter mit taktischer Note
Spielerisch ist Ghost Recon Wildlands ein guter Shooter, dessen Spielgefühl selten eine Frage offen lässt. Das Deckungssystem wurde noch einmal überarbeitet, wodurch das taktische Schleichen und Vorankommen ohne größere Schwierigkeiten funktioniert. Die Steuerung ist eingängig, sodass sich die Spielenden schnell zurechtfinden. Die zusätzlichen Gadgets wie die Drohne machen einige Spielelemente jedoch sehr einfach. Beispielsweise lassen sich die Feinde durch das Beobachten mit der Drohne permanent anzeigen. So können die Wege der Wachen ausgekundschaftet und einzelne Soldat_innen gezielt ausgeschaltet werden. Der Shooter bietet jedoch auch die Möglichkeit, fast jede zusätzliche Anzeige auszublenden. Beim ersten Spielstart ist dies jedoch etwas hinderlich, da auch die Tasteneinblendungen für Aktionen oder aber auch das Öffnen von Menüs nicht angezeigt werden. Durch den Handlungsstrang der Unterstützung von Rebellengruppen können diese auch zu Gefechten hinzugerufen oder Lieferungen von Fortbewegungsmitteln angeordnet werden. Dies erleichtert in vielen Situationen das Vorankommen erheblich.

Fazit:
Im Mehrspieler-Modus ist Tom Clancy's Ghost Recon Wildlands ein großer Spaß. Zusammen taktisches Vorgehen zu besprechen und neue Lösungsmöglichkeiten finden, garantiert einige Stunden Spielspaß. Die offene Spielwelt und der Handlungsstrang brechen sich jedoch an einigen Stellen, da das Vorgehen der Gosts wenig hinterfragt wird. Durch den Gewaltgrad und den Fokus auf actionreiches Kämpfen ohne Handlungsalternativen ist Ghost Recon Wildlands als Unterhaltung für Erwachsene und somit ab 18 Jahren einzustufen.