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Bloodborne
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Bloodborne

Genre
Action-Adventure
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Sony Computer Entertainment
Erscheinungsjahr
2015.03
Systeme
Playstation 4
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Forderndes, aber sehr spannendes Action-Rollenspiel
Redaktion
Kevin Huynh
Spieleratgeber-NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
"Bloodborne" tritt in die Fußstapfen seiner Geschwister Dark Souls und Dark Souls II und schafft es die Fans von bockschweren Spielen ebenso zu begeistern. Die Geschichte ist wie gewohnt minimalistisch aufgezogen: wenig Text und viel Kampf.
Der Spieler betritt als Jäger die, von einer mysteriösen Seuche heimgesuchte, Stadt Yharnam. Diese Seuche nagt zunächst am Geisteszustand der Betroffenen, bis diese sich schließlich in Monster verwandeln. Der Notzustand wurde ausgerufen. Die meisten Häuser sind verbarrikadiert und die Straßen verwaist. Allerdings ist man nicht ganz alleine auf den Straßen Yharnams. Andere Jäger, Monster und Infizierte patrouillieren die dunklen Straßen gleichermaßen.

Pädagogischen Beurteilung:
Minimalismus als Antrieb 
Der Reiz von "Bloodborne" zeigt sich im exzentrischen Design der Welt und der in ihr lebenden Charaktere. Die Ästhetik strahlt ein Gefühl von Befremdlichkeit aus, welche zunächst schwach ausgeprägt ist, aber im Verlauf des Spiels immer deutlicher wird. Während die Monster in der ersten Hälfte des Spiels an Werwölfe und ähnliche Fantasy-Wesen erinnern, ist die zweite Hälfte geprägt von einer Ästhetik, die sich ganz offensichtlich an den Cthulhu-Mythos von H. P. Lovecraft anlehnt. Wesen, die keine kulturellen Wurzeln in unserem Bewusstsein haben, wodurch eine Mischung von Ekel und Neugier hervorgerufen wird. Diese Befremdlichkeit fesselt den Spieler. Was hat es mit diesen mysteriösen Wesen auf sich? Und wie passen diese in die Spielwelt hinein? Kleine Storyfetzen werden geliefert, aber diese feuern den Hunger nach Wissen nur noch mehr an.

Blut und Gewalt
Ein schwieriges Thema ist die Gewalt in "Bloodborne". Blut wird extrem häufig in rauen Mengen gezeigt und konsumiert. Blut ist Währungsmittel und Medizin zugleich. Gewalt ist Mittel und Lösung für alle Probleme in Yharnam. Allerdings wird es auch entsprechend kontextualisiert. Blut gilt als etwas Heiliges, als etwas zutiefst Mächtiges. Die mysteriöse Blutkirche und ihre undurchsichtigen Praktiken stehen hingegen im Verdacht Auslöser der Seuche zu sein.
Blut löst sich in "Bloodborne" damit von der eigentlichen Wahrnehmung und wird zu einem symbolischen Element des Spiels. Fragwürdig ist dies bei den Spielern, die nur die Gewalt genießen. Für diese könnte die hohe Schwierigkeit und der große Frustrationsgrad jedoch Einstiegshürde genug sein.

Frust, immer wieder Frust
Wie auch bei der Dark Souls Reihe ist das Sterben ein integraler Bestandteil des Gameplays, selten jedoch notwendig, damit die Handlung voranschreitet. Der hohe Schwierigkeitsgrad sorgt dafür, dass sich der Spieler vorsichtig und bedacht durch die Level bewegen muss. Die Gegner erscheinen nämlich nach jedem virtuellen Tod erneut. Deswegen müssen sich die Spieler, wie in älteren Spielen auch, mit der Umgebung selbst auseinandersetzen. Das heißt die beste Route auswählen, falls man lieber wegläuft als zu kämpfen, und herausfinden und merken, wo Fallen lauern. Diese Spielweise fordert und fördert ein gutes Raumverständnis, aber vor allem Geduld.
Letzteres macht "Bloodborne" zu einem Nischenprodukt. Diese Herangehensweise an Videospiele unterscheidet sich stark von den modernen und actiongeladenen Machtfantasien. So sehr, dass selbst geübte Spieler an ihre Frustgrenzen kommen.

Fazit:
Wer einen hohen, nicht veränderbaren Schwierigkeitsgrad genießt und somit eine Herausforderung gerne annehmen möchte, ist bei "Bloodborne" richtig. Die Erzählweise, die Welt und die Ästhetik sind in dieser Art fast schon einzigartig. Allerdings ist dieses Spiel keineswegs uneingeschränkt zu empfehlen. Ganz klar kontextualisierte Gewalt, die aber das Geschehen beherrscht, wird in rauen Mengen gezeigt. Deswegen ist "Bloodborne" erst für Spieler ab 16 Jahren geeignet.