Spieleratgeber NRW - Druckansicht von Seite #4314
Skiregionen-Simulator - God Edition
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Skiregionen-Simulator - Gold Edition

Genre
Simulation
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Astragon Software GmbH
Erscheinungsjahr
2013.11
Systeme
PC
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Simulation für Technik in Skiregionen, leider ohne akzeptablen Wirtschaftsfaktor
Gruppenleiter
Dirk Poerschke
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Bereits 1985 konnten Wintersportbegeisterte ihrer Leidenschaft bei dem legendären Spiel „Wintergames“ auf dem C64 nachgehen, und Computerspieler konnten wenigstens so tun, als würden sie sich auf Skiern bewegen können. Seitdem gibt es kaum ein Großereignis mehr im Wintersport ohne das dazugehörige Computerspiel. Mit dem "Skiregion-Simulator Gold Edition" haben wir 30 Jahre später allerdings keine Sportsimulation, sondern kümmern uns in der Schweizer Bergwelt um die Bedingungen für die angereisten Ski-Touristen. Wir räumen den Schnee von den verschneiten Zufahrtsstraßen, präparieren die Pisten und bei Schneemangel helfen wir mit einer Schneekanone nach. Zusätzlich verwalten und bauen wir Skischulen, Gaststätten, Souvenirshops oder Hotels in der Region.

Pädagogische Beurteilung:
Willkommen im virtuellen Stutzmatt in der Schweiz
Nach der einfachen Installation des Spiels finden wir uns direkt im Dorf unterhalb der Pisten wieder. Dorf ist nicht das richtige Wort, das Spielgebiet ist mit seinen 21 Skipisten und angeschlossenen Unterkünften relativ weitläufig. In der Luft schwebende Symbole erklären uns bei Kontakt mit ihnen, was wir hier machen können. Wir sind Besitzer einer kleinen Piste und können bei genügend Kleingeld weitere Gebäude und Pisten für uns freischalten. Die Pisten sind zudem miteinander verbunden, hier sollte man schon etwas geplant an die Freischaltung herangehen, um unnötige Anfahrten zu vermeiden. An unserer Piste werden wir darüber informiert, dass diese gut in Stand bleiben sollte, damit die Skifahrer sie auch nutzen und wir Einnahmen über die Ski-Pässe bekommen. Dazu gibt es ein Signal an der Piste, das über den Zustand derselben informiert. Unsere muss natürlich direkt präpariert werden. Dazu schnappen wir uns einen Pistenbully und fahren mit gesenkter Schneewalze die Piste rauf, runter und wieder rauf. Die Sonne scheint in Zermatt und der Handyempfang ist in den Schweizer Bergen auch gut. Also klingelt das Telefon und wir werden angefragt, ob wir gegen eine Belohnung dringend benötigte Tickets zur Piste Brühl bringen könnten. Unsere Piste ist in Ordnung, warum also nicht. Dafür brauchen wir allerdings ein anderes Transportgerät als unseren langsamen Pistenbully, denn der Auftrag ist an eine Zeitvorgabe gebunden. Also gehen wir in das Verkaufsmenü für die Fahrzeuge. Hier findet sich alles vom Traktor Deutz Agroton 600 über Kompaktlader mit Wanne bis zum Schneemobil und Transportschlitten. Mit dem Schneemobil holen wir die Tickets ab und fahren in der vorgegebenen Zeit zur Piste Brühl. Anschließend setzen wir an unserer Piste die Ticketpreise für den Skilift etwas herunter und bauen eine Informationsstelle und eine Kinderbetreuung, um mehr Touristen anzulocken. Es klingelt wieder das Telefon. Diesmal werden wir gebeten, einen Verletzten zu bergen und zum Hubschrauberlandeplatz zu transportieren. Wir kaufen uns einen entsprechenden Anhänger und erledigen den Auftrag in der vorgegebenen Zeit. Dafür bekommen wir einen entsprechenden Bonus zusätzlich zu der schon bestehenden Belohnung. Zudem machen wir uns auf die Suche nach den im Spiel versteckten Gartenzwergen, die einer älteren Dame gehören. Hundert davon müssen wir finden. Ich muss auch meine Tester wiederfinden. Der letzte Kommentar war: „Du willst mich wohl veralbern? Das ist langweilig!“ (Tester 10 Jahre). Finde ich nicht.
Also weiter, wir verdienen uns ein wenig Geld, indem wir mit einer Seilbahn auf einer fremden Piste in der richtigen Geschwindigkeit hoch- und runterfahren. Zwischendurch werden wir telefonisch gebeten, einen Getränkestand aufzufüllen. Zudem eröffnen wir einen Skiverleih und schauen nach, welche Vorlieben die Gäste unseres Hotels so haben. Es sind viele Singles auf der Suche nach gutem Essen und guten Partys. Wir nehmen zusätzlich einen Kredit auf und leisten uns ein Hotel mit angeschlossenem Parkplatz und gehobenem Ambiente und überlegen uns, eine Hilfskraft für die Arbeit an der Piste einzustellen. Aber die Kosten laufen gerade ein wenig aus dem Ruder.

Geldverdienen in der Schweiz
Dass in Skigebieten viel Geld verdient wird, ahnt jeder. Es ist auch immer ein Saisongeschäft, und in der Schweiz sind die Preise bestimmt etwas über dem Durchschnitt vergleichbarer Angebote.
Aber hier zeigt "Skiregion-Simulator Gold Edition" eine seine Schwachstellen. Mit den ganzen möglichen Aufträgen, vom Management der Vermietungen und der Möglichkeit, ein Pisten-Imperium in Stutzmatt aufzubauen, ist das Spiel leider keine akzeptable Wirtschaftssimulation. Für den Auftrag „Getränkestand auffüllen“ bekommen wir 13.000 €, die Seilbahn fahren wir dem Besitzer für 3.000 € einmal rauf und runter. Ein Hotel für 30 Gäste und mit 6.000 € Betriebskosten am Tag kostet 120.000 €. Einmal haben wir einen Kuchen transportiert, für sagenhafte 5.000 €. Das gibt es auch in der Schweiz nicht.
Hier hat der "Skiregionen-Simulator" viel Potenzial verschenkt, zumal die Möglichkeiten im Spiel eigentlich schon verankert sind. Die Preise und Kosten stimmen einfach vorne und hinten nicht. Der Fokus liegt offensichtlich auf dem Fuhrpark authentischer Fahrzeuge, den wir uns im Laufe des Spiels anschaffen. Da wäre mehr drin gewesen. Das hätte eventuell auch den einen oder anderen meiner Tester noch angesprochen. Da nützt auch der integrierte Multiplayermodus nichts.

Fazit:
Der „Skiregion-Simulator Gold Edition“ hat neben dem Versuch, den Einsatz von technischem Gerät in einer Bergregion darzustellen, wenig von einer nachvollziehbaren Simulation. Aber selbst die Beschäftigung mit dem technischen Gerät spielt sich auf einem eher einsteigerfreundlichen und niedrigen Level ab. Ohne Rücksicht auf die Skifahrer (die fahren auf der Piste einfach durch uns durch) und ohne Probleme mit der Steigung am Berg fahren wir mit dem Pistenbully ein paar Euro ein. Warum wir nicht stattdessen vier Kuchen für 20.000€ transportieren erklärt sich nicht. Allerdings kann nicht jeder Simulator alles. Bei der Auswahl des Simulationsprogramms spielt deshalb auch die persönliche Präferenz eine entscheidende Rolle. Hier sollte man sich im Vorfeld sehr genau informieren.

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Spieletester
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass