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Grand Slam Tennis 2
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Grand Slam Tennis 2

Genre
Sport
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
EA Sports
Erscheinungsjahr
2012.02
Systeme
Playstation 3, Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Tennisspiel mit einigen Höhen und Tiefen
Gruppenleiter
Niko Boßmann
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
11 Stunden und 4 Minuten dauert das scheinbar endlose Duell bereits an. Zwischenzeitlich musste es mehrfach wegen einbrechender Dunkelheit unterbrochen werden. Dass sich etwas geschichtsträchtiges auf dem grünen Rasen abspielt, ist zu diesem Zeitpunkt schon längst klar: bereits um über 4 Stunden und 30 Minuten ist der vorherige Spitzenwert des längsten Spiels überboten worden. Die körperliche, aber insbesondere auch psychische Belastung ist dem US-Amerikaner John Isner und dem Franzosen Nicolas Mahut deutlich anzumerken. Nuancen werden dieses Spiel entscheiden, das definitiv zwei Sieger verdient hat. Eine Minute später ist es dann so weit. Court 18, einer der kleinsten Plätze, auf denen das hoch dotierte Wimbledon-Turnier ausgetragen wird, bebt. John Isner schmeißt sein Spielgerät zur Seite, sinkt zusammen und schreit seine Freude raus. Gerade hat er seinen 5. Matchball zum 6:4, 3:6, 6:7 (7:9), 7:6 (7:3) und 70:68 verwandelt. So schier unmöglich diese Rahmenbedingungen auch passen mögen, bei dem historischen Duell handelt es sich um ein Tennisspiel. Und wenn es eines gezeigt hat, dann doch wohl dies: der Tennissport lebt und ist attraktiv wie nie. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein Roger Federer alle Superlative auf sich vereinte. Längst vorbei sind die Zeiten, in denen die Williams-Schwestern die Damen-Konkurrenz beherrschten. Den Rekord für das längste Tennis-Match wird dennoch so schnell niemand einstellen.
Natürlich ist Roger Federer aber noch immer eines der ganz großen Aushängeschilder des Tennissports. Kein Wunder also, dass er zusammen mit dem Altmeister Boris Becker und der absoluten Topspielerin Maria Sharapova auf dem Cover des Videospiels "Grand Slam Tennis 2" abgebildet ist. Das Spiel bietet dem geneigten Spieler die Möglichkeit, selber in den Tenniszirkus einzutauchen. Hierbei gibt es wie bei eigentlich jedem Sportspiel die Möglichkeit, aus verschiedenen Spielmodi zu wählen. Anfangs bietet sich insbesondere der Trainingsmodus an, in dem die Grundzüge der Steuerung vorgestellt und verbessert werden können. Der zentrale Modus ist die „Karriere“, in der ein vom Spieler erstellter Tennisprofi genau zehn Jahre Zeit hat, zu einem ganz großen Spieler des Tenniszirkus und idealerweise noch Grand Slam-Champion zu werden. Außerdem können noch Showmatches bestritten werden, in denen der Spieler gegen andere Tennisprofis antreten kann. In diesem Modus können neue Ausrüstungsgegenstände freigeschaltet werden. Eine lustige Abwechslung bietet der Modus ESPN Grand Slam-Klassiker. Hier kann man beispielsweise in die Rolle des eingangs erwähnten Boris Becker schlüpfen und ein legendäres Spiel mit seiner Beteiligung nachspielen. Im Turniermodus kann ein eigenes Turnier mit bis zu 124 Mitspielern erstellt werden. Allerdings können nur 8 menschliche Teilnehmer bei solchen Turnieren mitspielen.

Pädagogische Beurteilung:
Zahlreiche Tennisprofis geben ihr Können zum Besten
Die Weltspitze des Tennissports beschränkt sich eigentlich auf ein paar dutzend Spieler, die regelmäßig die großen Turniere untereinander ausspielen. Fast alle sind auch in "Grand Slam Tennis 2" wählbar. Optisch machen die Figuren einen ansprechenden und realitätsnahen Eindruck. Im Karrieremodus kann der Spieler zusätzlich einen eigenen Profi erstellen. Es gibt ausreichende Möglichkeiten, um diesen individuell zu gestalten und beispielsweise ans eigene Aussehen des Videospielers anzupassen. „Ich finde das eine gute Möglichkeit. Eigentlich spiele ich aber kein Tennis“ bemerkte einer der Spieletester (12 Jahre) aus der AG.

Unrealistische Ballwechsel, kaum Fehler
Die Rahmenbedingungen in Form von Detailreichtum und Spielmodi wurden also durchaus als reizvoll empfunden. Dass es aber nicht zu einer höheren Bewertung bei dem Bewertungspunkt „Spielspaß“ gereicht hat, liegt wesentlich an der teilweise unrealistischen Spielphysik. Auch wenn die Spieletester fast ausnahmslos keine eigenen Erfahrungswerte im Tennissport aufweisen konnten, bemängelten sie, dass die Ballwechsel unrealistisch ablaufen würden. Tatsächlich sind diese häufig auffallend langatmig, es ist kaum möglich, den Gegenspieler schnell mit einem kräftigen und gleichzeitig präzisen Schlag zu überraschen. Fast alle Bälle müssen geduldig ausgespielt werden. Grund hierfür ist insbesondere, dass kaum Fehler gemacht werden. Selten geht ein Ball mal ins Netz oder fliegt bis hinter die Grundlinie. Wer schon einmal bei einem Tennisspiel zugeschaut hat, der wird schnell feststellen: hier fehlt leider ein wenig der Realitätsbezug.

Einfach zu erlernende Steuerung, die aber präzise eingesetzt werden muss
Die Steuerung des Spielers und der Schlagbewegung wurde als recht einfach bewertet. Auch jüngere Spieler können diese mit ein wenig Übung erlernen – so die Tester. Aber wie bei vielen anderen Videospielen gilt auch bei "Grand Slam Tennis 2" die goldene Regel: auch wenn die Steuerung schnell erlernt ist, heißt das noch lange nicht, dass sie auch in Perfektion beherrscht wird. Es gehört schon einiges an Übung dazu, bis auch der letzte Kniff und das nötige Gefühl für den richtigen Ball antrainiert ist.

Eintönige Kommentator, noch dazu auf Englisch
Auch wenn die grafische Leistung des Spiels durchaus zu gefallen weiß, hat man diesen Detailreichtum leider nicht auf die hörbaren Elemente übertragen. Die Kommentatoren wiederholen sich verhältnismäßig schnell und schreckten eher vom Spielen ab als dass sie Lust auf mehr machen. Darüber hinaus sind sie leider nur in englischer Sprache vorhanden, so dass jüngere Spieler, die nicht der Sprache mächtig sind, kaum ein Wort verstanden.

Fazit:
"Grand Slam Tennis 2" ist ein recht ansprechendes Tennis-Videospiel. Die vielen verschiedenen Stars sorgen für Abwechslung und der Karrieremodus bietet die Möglichkeit, eine eigene Figur zu erstellen. Die Steuerung ist auch für jüngere Spieler grundsätzlich erlernbar, allerdings bedarf sie einiger Übungsrunden, bis sie vollständig beherrscht wird. Die Kommentatoren werden schnell nervig und sind leider nur auf Englisch verfügbar. Trotzdem kann das Tennisspiel auch schon für Kinder ab 8 Jahren in Begleitung spannend sein.

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Spieletester
Ü12 Porz
Köln
Bewertung Spielspass