Spieleratgeber NRW - Druckansicht von Seite #3981
The Tiny Bang Story
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The Tiny Bang Story

Genre
Adventure
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Colibri Games
Erscheinungsjahr
2011.10
Systeme
PC, Mac
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Entspannte Wimmelbild-Reise
Gruppenleiter
Dirk Poerschke
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Die "Tiny Bang Story" ist schnell erzählt. Der Tiny Planet wird von einem Meteoriten getroffen und zerfällt in viele kleine Puzzleteile. Um den Planeten wieder zusammenzufügen gilt es, diese Puzzleteile in unterschiedlichen Wimmelbildern auf dem Planeten wiederzufinden. Zusätzlich müssen Rätsel gelöst und kleine Maschinen wieder in Gang gesetzt werden, um zum nächsten Wimmelbild zu gelangen. Eine Story ist das eigentlich nicht, eher ein interaktives Bilderbuch.

Pädagogische Beurteilung:
Der einfache Klick
Nicht nur bei den Kleinen erfreuen sich Wimmelbilder großer Beliebtheit – sie werden von allen Altersgruppen gern gespielt und die Angebote in diesem Genre sind fast unüberschaubar. Wimmelspiele zielen dabei speziell auf Konzentration und Erinnerungsvermögen ab. Sie finden auch ihre Anwendung im therapeutischen Bereich des Konzentrationstrainings oder in der Sprachförderung. Die "Tiny Bang Story" scheint sich dabei eher an sehr junge Spieler zu wenden. Selbst die fehlende Einleitung in diesem Spiel stellt kein großes Problem dar. Kleine Hinweispfeile weisen auf die ersten Schritte hin, vieles muss der Spieler aber auch selber herausfinden. Zudem kommt das Spiel nur mit der Maus-Steuerung ohne Anforderungen an das Leseverständnis, Sprachausgabe oder schwierige Rätsel aus. In einer entspannten Reise von Suchbild zu Suchbild klicken wir die notwendigen Dinge aus den Bildern heraus, und falls diese mal zu schwer versteckt sind, gibt es eine Hilfefunktion, die allerdings nicht unbegrenzt verfügbar ist. Sie muss immer wieder erneuert werden, indem man genügend kleine, über den Bildschirm schwirrende Fliegen anklickt. Ist die Hilfefunktion endlich verfügbar, wird der gesuchte Gegenstand von einer Fliege angeflogen und umkreist, damit es leichter wird. Zwischen dem Suchen und Finden wird die „Story“ von kleinen Logikrätseln unterbrochen. Schieberätsel oder Puzzles sind dabei leider nicht immer für ganz junge Kinder geeignet und manchmal etwas zu knifflig. Es ist gut, wenn man mit seinem Kind gemeinsam spielt und Hilfestellung geben kann. Meine Tester brauchten etwa eine Stunde für jedes der fünf Kapitel und waren vom flachen Anspruch nicht genervt. Das lag wohl am fast erholsamen Setting des Spiels.

Süß bis kitschig und dazu ein meditativer Klangteppich
Grafisch geht die Reise über den Tiny Planeten in Richtung Kindheitserinnerungen. Mit den liebevoll handgezeichneten kleinen Bewohnern, die es sich in ausgedienten Schuhen, verbogenen Türmen oder Teekannen gemütlich gemacht haben, ist es wie in alten Bilderbüchern. Es gibt den Kapitän mit der Pfeife, die Oma mit dem Strickzeug oder die alte Dampflokomotive, die ihre Strecke durch zartgrüne, hügelige Landschaften zieht. Alle sind völlig entspannt. Dazu passen auch die kleinen Animationen. Da wippt mal jemand mit dem Fuß, wischt in einem Apfelladen die Theke oder nippt an der Teetasse. Selbst die Fliegen für die Hilfefunktion sind in Slow Motion unterwegs. Sphärische Musik mit etwas Ohrwurm-Qualität und teils schönen Liedern unterstreicht die allgemeine Stimmung und erinnerte meine Tester an die Einschlaf-CD’s, als sie noch ganz klein waren. „Wenn ich jetzt nicht noch Puzzleteile suchen würde, käme eine Mütze Schlaf gut!“ (Tester 8 Jahre). Wann der Planet von einem Meteoriten getroffen wurde, bleibt jedoch das große Rätsel des Spiels.

Fazit:
Die "Tiny Bang Story" war für den Kindersoftwarepreis Tommi 2011 nominiert. Aus der Begründung der Jury für die Nominierung: „Ganz ohne Worte wird hier die Geschichte eines Planeten erzählt, auf dem einiges durcheinandergeraten ist. Eine kleine Welt, die in viele Puzzleteile zerfiel, muss von den Kindern wieder aufgebaut werden. Ohne Zeitdruck und begleitet von ruhiger Musik macht sich der Spieler daran, wieder Ordnung zu schaffen. Das Spiel beeindruckt mit märchenhaft-verspielten Bildern und einer sehr eigenständigen Grafik. Es kombiniert den entspannten Spielspaß eines Wimmelbilds mit der Herausforderung eines Abenteuers. Stark.“ Dem kann ich eigentlich nur hinzufügen: "The Tiny Bang Story" funktioniert auch noch für ältere Kinder, die sich auf ein wenig aufregendes Abenteuer einlassen möchten.

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Spieletester
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass