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Filme über das Phänomen Videospiel
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Filme über das Phänomen Videospiel

Computerspiele sind ein Phänomen der modernen Gesellschaft. Auch die Filmlandschaft hat dies sehr früh erkannt und so gibt es mittlerweile etliche Filme rund um das Thema Computerspiele und Computerspieler.

von Linda Scholz

Film und Videospiel haben sich schon lange in der kulturellen Gesellschaft als Medium etabliert. Doch besonders diese zwei Medien stehen in enger Wechselwirkung miteinander. Beide nutzen dieselben audiovisuellen Merkmale, lernen voneinander, versuchen sich zeitgleich abzugrenzen, zu inspirieren und erfinden sich dadurch gegenseitig neu. Dennoch liegt dem Videospiel eine gewisse Stigmatisierung zugrunde, jeder schaut Filme, aber nicht jeder spielt Videospiele.

Bereits sehr schnell nach Etablierung des Mediums Videospiel wurde die Filmindustrie auf die Entwicklung ihres Publikums, dessen Erwartungen, Vorlieben und Freizeitgewohnheiten aufmerksam, was sehr früh zu Filmen mit Computerspiel Thematik führte. Einerseits gibt es hierbei Filme wie Tron oder Gamer, die lediglich verschiedene Thematiken wie Online-Welten, Spielesucht, Cyberspace, exzessives Spielen oder Zukunftsvisionen abbilden. Andererseits gibt es den Film, der stilistische Mittel des Videospiels nutzt, um die klassischen Elemente eines Videospiels innerhalb eines Films zu integrieren. Ein Beispiel hierfür ist beispielsweise Scott Pilgrim vs. the World, der in der Darstellung wie auch inhaltlich klassische Attribute eines Videospiels nutzt und dadurch jegliche Konventionen des Films durchbricht.

Filme mit Anspielungen auf Videospiele / Thematik rund um Videospieler:

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (2010) 

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt ist eine Comicverfilmung und handelt vom jungen Scott Pilgrim. Scott hat Ramona Flowers, das Mädchen seiner Träume getroffen und muss ihre 7 teuflischen Ex-Lover bezwingen, um ihr Herz zu gewinnen. Der Film greift hierbei in der Darstellung gängige Videospiel Klischees auf, wie beispielsweise das Sammeln eines Extra-Lebens oder der Highscore nach dem Kampf gegen einen Endboss.

 

Ralph reichts (2012)

Ralph reichts ist ein Animationsfilm aus dem Hause Disney. Randale Ralph ist der Bösewicht in einem Arcade-Spiel und lebt im Automaten der Spielhalle. Eines Tages reicht es ihm, immer den gleichen diabolischen Plan zu verfolgen und so schummelt er sich in andere Videospiele. Der Film bietet eine Reise durch verschiedene Videospielgenres, viele bekannte Figuren und Querverweise zu bekannten Spielen. Eingebettet in eine liebevoll gestaltete Geschichte bietet Ralph reichts den kinderfreundlichen Einblick hinter die Kulissen von Computerspielen.

The Wizard (1989)

The Wizard ist in Deutschland unter dem Titel Joy Stick Heroes erschienen. Der Film handelt vom 13 jährigen Corey und seinem 9 jährigen autistischen Bruder Jimmy. Die Geschwister machen sich auf die Reise nach Los Angeles um an einer Videospiel-Meisterschaft von Super Mario Bros. 3 teilzunehmen. Auf dem Weg lernen sie die 13 jährige Haley kennen und erleben zusammen Abenteuer. Der Film thematisiert unter anderem die Faszinationskraft, die Videospiele auf Kinder und Jugendliche haben. Das ganze geschieht aus der Sicht einer Generation, für die Heimkonsolen und Videospiele noch etwas Revolutionäres darstellten.

Grandma's Boy (2006)

Der 35 jährige Alex ist gezwungen in die WG seiner Großmutter zu ziehen. Der Spieletester arbeitet in seiner Freizeit an der Entwicklung eines eigenen Videospiels. Seine Wohnsituation führt innerhalb der Geschichte oftmals zu witzigen Verwechslungen, wobei sich der Humor eher an ältere Jugendliche richtet. Allgemein steht hierbei jedoch die Thematik der Computerspiele-Industrie und der Entwicklung von Videospielen im Vordergrund. 

 

Filme in denen das Spiel Realität wird - Zukunftsvisionen von Computertechnik und künstlicher Realität

Tron (1982)

Der Programmierer Kevin Flynn will beweisen, dass ein Kollege seine  Arbeiten gestohlen und sie als eigene Computerspiele veröffentlicht hat.  Als er sich in das Programm hacken will, wird er dematerialisiert und findet sich in der digitalen Welt wieder. Dort kommuniziert er mit anderen Programmen und versucht das Master Control Program zu überwinden. Tron war damals nicht nur wegen der technischen Darstellung sondern auch der Thematik von digitalen Welten außergewöhnlich.


Gamer (2009)

In Gamer überlappen sich Realität und Spiel. Durch Computerchips ist es möglich Menschen zu steuern und wie einen Spiele-Charakter agieren zu lassen. Ein Shooter soll es Häftlingen ermöglichen begnadigt zu werden, indem sie sich gesteuert von einem Außenstehenden gegenseitig bekämpfen. Der Spieler steuert die Figuren und schießt auf feindliche Einheiten. Die Avatare haben währenddessen keinerlei Kontrolle über ihren Körper und überleben nur, wenn der Spieler gewinnt.

WarGames (1983)

Der junge David glaubt sich in das Computersystem eines Spieleherstellers zu hacken. In Wirklichkeit ist er in den Computer, der das US-amerikanische Nuklearwaffenarsenal steuert eingedrungen. Er beginnt eine Kriegssimulation, nicht wissend, dass hierbei einen Angriff der Sowjetunion simuliert wird. Die Katastrophe kann jedoch in letzter Sekunde abgewendet werden, da das System keinen gewinnbringenden Zug spielen kann. 

 

Stay Alive (2006)

Stay Alive beschreitet als Horrorfilm eine eher mystische Sicht auf das Thema Videospiele. Im Film entwickelt das Spiel Stay Alive ein unheimliches Eigenleben. Stirbt ein Avatar im Spiel, ereilt auch den realen Spielen nach kurzer Zeit der Tod. Hierbei stirbt die Person genau wie im Spiel. Eine Gruppe Jugendlicher findet heraus, dass das Spiel auf realen Ereignissen beruht und verflucht ist. Die Protagonisten versuchen das Rätsel um das Spiel zu lösen und ihren Avatar und dadurch sich selber zu retten.

The Last Starfighter (1984)

Der junge Alex ist der beste in dem Science-Fiction Arcade Spiel Starfighter. Nachdem er den Rekord gebrochen hat, erfährt er, dass es sich bei dem Spiel nur um eine Art Training für den intergalaktischen Krieg handelt. Ein Außerirdischer wirbt ihn für den Dienst an, um gegen feindliche Außerirdische zu kämpfen. Nach anfänglichen Uneinigkeiten schließt sich Alex der Streitkraft an, um gegen die feindlichen Außerirdischen zu kämpfen und aus seinen gespielten Erfahrungen Realität zu machen.

 

Filme in denen Suchtverhalten, das Verlieren in virtuelle Räume und die Frage nach der eigenen Existenz thematisiert wird

Ben X (2007)

Der Außenseiter Ben leidet am Asperger-Syndrom. Da er keine sozialen Kontakte hat und in der Schule gemobbt wird, flüchtet er sich in ein Online-Rollenspiel, in dem er mit Scarlite befreundet ist. Immer mehr verschwimmen die Realität und das Spiel in seiner Wahrnehmung. In seiner Fantasie bewahrt ihn Scarlite vorm Suizid. Themen wie Cyber-Mobbing, das Verlieren in virtuelle Räume und soziale Einsamkeit werden vordergründig thematisiert.

 

Der Rasenmäher-Mann (1992)

Der geistig zurückgebliebene Gärtnergehilfe Jobe wird von Dr. Angelo einiger Versuche zur kognitiven Leistungssteigerung unterzogen. Nach ersten Erfolgen experimentiert der Wissenschaftler an Jobes durch Verwendung von Drogen und virtueller Realität. Die Experimente führen dazu, das Jobe telekinetische Kräfte entwickelt und aggressiv wird. Nachdem Jobe anfängt seine Feinde und Peiniger zu töten, will er sich selbst ins Cyberspace laden, um noch mehr Menschen zu erreichen.

 

13th Floor (1999)

Im dreizehnten Stockwerk einer Computerfirma kann man sich in ein virtuelles Los Angeles einloggen. Dort können die Spieler mit computergenerierten Figuren agieren. Nachdem der Programmierer ermordet wird, begibt sich sein Freund Douglas in die digitale Welt, um den Mord aufzuklären. Die Spielfiguren haben zwischenzeitlich erfahren, dass sie Teil einer Simulation sind und zweifeln ihre Existenz an. Douglas kann fliehen, beginnt jedoch ebenfalls durch den Einfluss des Spiels seine Existenz anzuzweifeln und findet heraus, dass auch er in einer Simulation lebt.


Avalon (2001)

Avalon ist ein illegales Computerspiel, in dem die Spieler eine virtuelle Welt betreten. Durch gewonnene Missionen erhalten die Spieler Punkte, die sie sich in Geld auszahlen lassen können. Doch durch das gefährliche Spiel kann auch das Gehirn der Spieler gelöscht werden. Die Geister sollen in einem geheimen Level weiterleben. Die Solo-Spielerin Ash will dieses Level erreichen. Auch hier wird die Frage nach der Existenz und dem Verlust der Realität im virtuellen Raum thematisiert.