YouNow - Kinder im Live-Chat

Auf der Streamingplattform YouNow können sich Kinder und Jugendliche im Live-Stream präsentieren. Besucher der Seite haben dort die Möglichkeit im direkten Chat Kontakt aufzunehmen. Die Gefahren dahinter sind vielen Heranwachsenden jedoch nicht bewusst.

Von Linda Scholz

Sobald man younow.com betritt, wird man entweder per Zufall einem bestehenden Stream zugewiesen oder kann sich selber einen aussuchen und sich anschauen, wie pubertierende Jungs und Mädchen vor dem Pc oder Laptop sitzen, über ihre Gefühlslage sprechen, sich möglichst cool geben, mit Freunden Unsinn machen oder auf Fragen im Chat antworten. Die Zuschauer müssen sich lediglich zum Chatten mit ihrem Facebook-, dem Twitter- oder dem Google+-Account anmelden, zusehen kann jedoch grundsätzlich jeder.

So habe ich beispielsweise einige Minuten einen Stream beobachtet, in dem zwei Mädchen (12 und 13 Jahre) versprechen zu twerken, sobald 500 Fans erreicht sind. Die Fragen nach den Handynummern haben sie zwar nicht im Chat beantwortet, dafür aber auf das Instagram-Profil verwiesen. Erst wenn man ihnen dort schreibt, geben sie die Nummern raus. Ach und Freunde haben sie auch noch nicht.

Quelle: younow.com


Die neue Art der Präsentation im Internet erinnert ein wenig an Chatroulette oder ähnliche Streaming-Dienste wie Twitch, wobei Twitch den Fokus auf das kommentierte Videospielen legt. Auch wenn YouNow keine gänzlich neue Erfindung ist, sollten Kinder und Jugendliche auf die Gefahren hingewiesen werden.

Besonders YouTuber versuchen die Fans zu erreichen und mahnen zur Vorsicht. Einer der ersten war Tooncraft, der mit seinem Video viel Aufmerksamkeit erregte. Mittlerweile haben sich große YouTuber wie LeFloid dem Thema ebenfalls angenommen und warnen, dass das Internet nicht immer nur voller guter Menschen ist. 

Quelle: younow.com