Toby: The Secret Mine

Genre
Jump&Run
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
HeadUp Games
Erscheinungsjahr
2015.10
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One, Wii U, Mac, iOS, Android
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Steam
Kurzbewertung
An Limbo erinnernder düsterer und makabrer Plattformer
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Interessant für
Fans von gelungenen Indiespielen
Sprache
Deutsche Bildschirmtexte
Grafik
düster und minimalistisch
Sound
passende Untermalung des Spielgeschehens

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Toby
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
logisches Denken, Frustrationstoleranz
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
makabrer Schluss, bei dem man die Wahl hat, selber den Part des Bösen zu übernehmen oder diesen hinzurichten
Gruppenleiter
Harald Walz
Zahnrad Brauweiler
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4
Siehe auch

Spielbeschreibung:
Grüner Hintergrund und davor schwarze Schatten – einer davon ist Toby, welcher von den Spielenden gesteuert wird. Wenige Augenblicke später sieht man eine weitere schwarze Gestalt mit roten Augen, die gerade Tobys Freunde entführt und dann wegrennt. Das gesamte Spiel hindurch verfolgt man diese Figur und versucht, möglichst alle seine Freunde zu befreien.
Dabei durchqueren die Spielenden verschiedene Level, in denen es unterschiedliche Hindernisse zu bewältigen gilt. Mit Toby kann man nicht rennen oder tollkühne Sprünge vollbringen. Vielmehr gilt es Hindernisse zu überwinden, indem man Rätsel löst oder schwingende Beile im richtigen Moment unterläuft. Auch tödliche Attacken von riesigen fleischfressenden Pflanzen oder mit Pfeilen bestückte Selbstschussanlagen müssen durch das richtige Timing überwunden werden. Hierbei stirbt die Spielfigur etliche Male auf dem Weg zum Ziel. Toby: The Secret Mine unterscheidet sich von anderen Adventure- oder Jump&Run-Spielen und erinnert ganz deutlich an das düster-makabre Spiel Limbo. Auch Type: Rider und Nightsky scheinen die Aufmachung dieses Indiespiels beeinflusst zu haben.

Pädagogische Beurteilung:
Grafik und Sound
Bei Toby ist die Atmosphäre ein entscheidendes Element des Spiels. Der Entwickler Lukáš Navrátil spielt sehr geschickt mit Farben, Helligkeit und Klang. Während die Figuren und Teile des Vordergrunds lediglich als schwarze Schatten erscheinen, ist der Hintergrund in teils sehr knalligen Farben gestaltet. Dabei werden auch schemenhaft Details wie Bäume oder Industrieanlagen angedeutet. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Level, die im Schneesturm stattfinden. Durch die dunklen Farben in den vorherigen Leveln und das hier vorherrschende Weiß, werden die Spielenden förmlich geblendet.
Durch diese Art der Gestaltung wirkt Toby: The Secret Mine zwar insgesamt düster, andererseits aber führt dies auch dazu, dass die Szenen, in denen Toby einer Falle nicht ausweichen kann und stirbt, sehr abstrakt wirken – vor allem auch, da man kein Blut sieht. Die Figur fällt lediglich in Zeitlupe zu Boden. Dadurch wirkt Toby insgesamt nicht brutal.
Dies alles wird von der Musik passend untermalt. Je nach Szene läuft melancholisch anmutende Hintergrundmusik, dann wieder deutet die Musik auf spannende Sequenzen hin. Dabei hört man die Schritte der Figur, sodass es auch möglich ist Hohlräume, die zu unterirdischen Gängen führen, zu hören.

Hintergrundgeschichte
Die insgesamt reduzierte Art und Weise wie das Geschehen erzählt wird, schlägt sich natürlich auch in der Hintergrundgeschichte nieder. Die Spielenden werden mitten ins Geschehen geworfen, indem sie kurz sehen, dass ein finsterer Schatten die Freunde entführt. Es wird jedoch an keiner Stelle eine Erklärung dazu gegeben. Alles was geschieht, passiert halt. Dadurch ist die Fantasie der Spieler_innen gefordert, mögliche Gründe für die Geschehnisse zu (er)finden .

Gameplay
Die Steuerung der Figur ist simpel und intuitiv. Wenn neue Buttons hinzukommen werden diese angezeigt. Dadurch kommt im übrigen Toby: The Secret Mine gänzlich ohne Sprache aus. Auch die Rätsel sind selbsterklärend und können meist schnell durch Ausprobieren gelöst werden. Sie bleiben das ganze Spiel durch fair. Dadurch ist Toby: The Secret Mine in etwa zwei Stunden durchgespielt, wenn man über etwas Erfahrung in dem Bereich verfügt. Die ständigen Tode der Spielfigur haben keinerlei negative Auswirkungen – man startet direkt vor dem Hindernis neu. Man bekommt sogar nach den ersten hundert Toden augenzwinkernd eine Medaille.

Makabres Ende
Spoiler: Der Schluss der Geschichte stellt sich sehr makaber dar. Wer das Spiel selber spielen möchte, sollte diesen Abschnitt überspringen.
Schafft man das letzte Level, dann kniet sich der Bösewicht vor die Spielfigur und die Spielenden haben die Wahl, die angebotene Krone zu übernehmen oder einen Schalter zu betätigen. Entscheidet man sich für die Krone, werden Tobys Augen rot und seine befreiten Freunde schließen sich ihm an, um die Welt ihrerseits zu terrorisieren. Betätigt man den Hebel, wird der Gegenspieler von einer rotierenden Säge erfasst und somit hingerichtet. Diese Art von Humor kommt in der Deutlichkeit erst zum Schluss vor und ist daher etwas überraschend. Vor allem weil Toby in den Leveln vorher alle möglichen Schalter betätigen musste, um weiterzukommen, ist dies hier bei vielen wohl die erste Wahl. Den Gegner allerdings abschließend hinzurichten, kann für jüngere Spieler_innen eine problematische Wendung sein.

Fazit:
Toby: The Secret Mine ist ein Indiespiel, bei dem sich der Entwickler sichtbar Gedanken um ein stimmiges Gesamtdesign gemacht hat. Daher spricht es vor allem eher ältere Spieler_innen an. Diejenigen, die es dabei düster, makaber und zugleich kurz mögen, werden ihre wahre Freude an diesem Platformer haben. Auch Frustrationstoleranz ist gefragt, das Level relativ oft gespielt werden müssen, um auf die Fallen und Gegner reagieren zu können.

 

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Spieletester
Zahnrad Brauweiler
Pulheim
Bewertung Spielspass