The Awesome Adventures of Captain Spirit

Genre
Adventure
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Square Enix
Erscheinungsjahr
2018.06
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
kostenlos spielbar
via Xbox Live, Playstation Network, Steam
Kurzbewertung
Gefühlvoll erzählte interaktive Geschichte
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Story-Gamer mit Vorliebe für emotionale Geschichten, Life is Strange Fans
Sprache
Englisch mit deutschen Bildschirmtexten
Grafik
ästhetische Grafik mit viel Liebe zum Detail
Sound
wunderschöner, melancholischer Soundtrack

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
der 9-jährige Chris
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Empathie
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
ernste Themen, wie Tod eines Elternteils oder Alkoholkonsum der Eltern
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Kurz vor der Veröffentlichung vom zweiten Teil von Life is Strange, erschien mit The Awesome Adventures of Captain Spirit eine kurze und kostenlose Episode, die in die Welt und die Geschichte der Fortsetzung des berühmten Adventures einführt. An einem kühlen Wintertag übernehmen die Spieler_innen hierbei die Rolle von Chris. Der 9-jährige Junge lebt mit seinem Vater zusammen in einem Haus und interessiert sich für Comics und Actionfiguren. In der Episode durchlebt man einen Samstagmorgen aus den Augen des jungen Protagonisten. Hierbei können die Aktivitäten selber bestimmt werden und es gibt auf dem Grundstück vieles zu entdecken. Egal ob man den Abwasch machen oder lieber mit den Actionfiguren spielen möchte, die Spielenden können sich erst einmal frei austoben. Chris' Vater schenkt dem Jungen währenddessen wenig Beachtung und scheint in Selbstmitleid zu versinken. Zum Großteil ist die sentimentale und bedrückende Stimmung auf den Tod von Chris' Mutter zurückzuführen, wie man im Laufe der Geschichte erfährt. Doch nicht nur deshalb zeichnet sich das Spiel durch viele emotionale und sentimentale Momente aus.

Pädagogische Beurteilung:
Interaktives Gameplay
Genretypisch setzt der Titel auf viele Entscheidungen, die frei getroffen werden können. So kann man zu Beginn den eigenen Superhelden, Captain Spirit, gestalten, indem man bestimmt, wie dieser aussieht, während Chris den Helden zeichnet. Im Folgenden gibt es sowohl alltägliche, wie auch fantastische Elemente. Zu Beginn kann man den Abwasch machen oder den Müll hinausbringen, aber auch an dem eigenen Superhelden-Outfit arbeiten. Je nachdem, wie der eigene Superheld aussieht, braucht man verschiedene Utensilien, um das Kostüm zu vervollständigen. Diese findet man in dem Haus und der näheren Umgebung. Zudem tauchen die Spielenden bei einigen Aufgaben in die Fantasiewelt von Chris ein. So wird selbst eine einfache Aufgabe, wie den Wasserboiler einzuschalten, zu einer Mission, in der man das "Wasserfresser"-Monster in einer dunklen Grotte bezwingen muss.

Zwischen kindlichem Spiel und den Pflichten eines Erwachsenen
Der Schwerpunkt wird deutlich auf das Verhältnis zwischen Chris und seinem Vater gelegt. Nach dem Tod von Chris' Mutter scheint sein Vater mehr und mehr lethargisch im Selbstmitleid zu versinken. Anstatt einen Weihnachtsbaum zu kaufen, schaut sich dieser lieber Basketball im Fernsehen an und auch sein Alkoholkonsum wird hierbei thematisiert. Chris übernimmt währenddessen den Haushalt und kocht seinem Vater Mittagessen. Hierbei steht Chris stellvertretend für Minderjährige, die durch einen Schicksalsschlag zu schnell erwachsen werden und Pflichten übernehmen müssen. Die Rolle des Vaters ist sehr ambivalent gestaltet. Während er versucht, ein guter Vater zu sein, gelingt dies besonders nachdem er betrunken ist nicht mehr. Abgerundet werden diese Szenen durch ruhige Momente, in denen Chris Erinnerungsstücke seiner Mutter entdeckt oder einfach auf dem Bett liegt und ihre alten Schallplatten hört.

Melancholisches Setting
Die audiovisuelle Darstellung ist sehr stimmig und sowohl die Grafik als auch die musikalische Untermalung passen zu dem winterlichen Samstagmorgen. Die Umgebung und die Charaktere sind sehr liebevoll und detailliert gestaltet und man kann sich gut mit Chris identifizieren. Allgemein ist das Geschehen sehr sentimental und die Geschichte schafft es, die Spielenden emotional zu berühren. Die spielerischen und narrativen Momente sind recht ausgewogen, wobei der Fokus auf der Geschichte liegt. Der Verlust einer wichtigen Person wird hier mit viel Gefühl inszeniert. Die angesprochenen Themen sind jedoch teilweise ernster Natur und regen zum Nachdenken an.

Fazit:
Dieses emotionale Adventure bietet den Einstieg in die Welt von Life is Strange 2. Die Episode dauert ungefähr 2 Stunden und ist kostenfrei spielbar. Trotz der kurzen Spielzeit schafft es der Titel, die Spielenden emotional zu berühren. Die Charaktere sind authentisch gestaltet und das Setting ist passend realisiert. Auch die Spielmechaniken sind einfach zu bedienen. Die Mischung aus fantastischen Elementen und ernsten Themen ist ausgewogen, dennoch regt das Spiel zum Nachdenken an. Ernste Themen, wie der Verlust eines Elternteils, werden emotional vermittelt, was zu einigen traurigen und sentimentalen Momenten führt. Wer sich für interaktive Dramen interessiert, findet hier eine melancholische Geschichte mit viel Herz.