Big Brain Academy: Kopf an Kopf

Genre
Edutainment
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 5 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2021.12
Systeme
Nintendo Switch
System im Test
Nintendo Switch
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Nintendo eShop
Kurzbewertung
Buntes Lernspielen mit verschiedenen Minispielen und Aufgaben
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Lernwillige Rätselfreunde
Sprache
Deutsch
Grafik
putzige, bunte Optik
Sound
passende Musik und Soundkulisse

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
eigene Spielfigur kann durch Kleidung angepasst werden
Mehrspielermodus
lokal oder online im Rätsel-Duell gegeneinander
Spielforderungen
logisches Denken, Erinnern, Erkennen
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
wenig Umfang im Einzelspielermodus
Redaktion
Tobias Eichhorn
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Mit Big Brain Academy: Kopf an Kopf versucht Nintendo das Genre der Gehirnjogging-Spiele wieder aufleben zu lassen. In verschiedenen Minispielen können Lernwillige ihre grauen Zellen testen. Insgesamt stehen 20 verschiedene Aufgaben zur Wahl. Ob Bilder-, Logik- oder Matherätsel, stets haben die Herausforderungen einen eigenen Kniff und kommen nicht einfach als digitale Schulaufgabe daher. Die Minispiele sind schnell erklärt und in verschiedenen Schwierigkeitsgraden verfügbar. Entweder kann allein um Highscores gespielt werden oder im Mehrspielermodus gegeneinander. Der Switch-exklusive Titel nutzt dabei sogar den Touchscreen. So kann im Modus für zwei Spieler*innen direkt auf dem Display der Konsole, wie auf einem Tablet, gegeneinander angetreten werden.

Pädagogische Beurteilung:
Lern- oder Partyspiel?
Auch wenn uns zu Anfang der Direktor der namensgebenden Schule Prof. Lobo begrüßt, versucht Big Brain Academy durch Präsentation und den Fokus auf die Mehrspielermodi nicht als dröges Lernspiel aufzutreten. Der Wettbewerb gegeneinander in der Tester*innen-Gruppe erinnerte eher an die Mario Party-Reihe. Auch wenn die Optik nicht ganz so knallig ausfällt und die Rätsel eher Wert auf Köpfchen als auf Geschicklichkeit und Action legen, entsteht beim gemeinsamen Spielen eine ähnliche Dynamik. Es können mit maximal vier Teilnehmer*innen bis zu fünf verschiedene Aufgaben pro Runde gespielt werden. Wer zuerst 100 Punkte erreicht, gewinnt das Rätsel. Die Punkte werden zusammengerechnet und nach jeder Aufgabe präsentiert. Kurz vor Ende haben alle zurückliegenden Spieler*innen die Möglichkeit, mit einer richtigen Antwort gleich 50 Punkte aufzuholen. So bleiben die Minispiele bis zum Ende spannend und Frust kommt nur selten auf.
Vor jeder Aufgabe können die Spieler*innen individuell einen der sechs Schwierigkeitsgrade auswählen. Für die Punktewertung spielt das allerdings keine Rolle. Für die Tester*innen gab es also keinen großen Anreiz, nicht auf der einfachsten Schwierigkeitsstufe „Kinder“ zu spielen, um möglichst große Gewinnchancen zu haben. Da so die Aufgaben für die Gruppe eher zu leicht waren, gewann meistens die Person mit den schnellsten Fingern. Dieses System ermöglicht allerdings auch einen Wettkampf zwischen Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten. Zum Beispiel können so Eltern gegen ihre Kinder antreten, ohne dabei auf die Herausforderung zu verzichten. Die höchsten Schwierigkeitsgrade “Elite” und “Experten” stellen auch geübte Rätselprofis auf die Probe.

Wenig los im Einzelspieler
Während der Mehrspielermodus einen großen Reiz ausmacht und eine breite Zielgruppe anspricht, fällt der Einzelspielermodus eher dürftig aus. Im Übungs-Modus können Medaillen gesammelt werden. So wird auch die “Super-Übung” freigeschaltet, in der allerdings dieselben Aufgaben nur mit höherem Schwierigkeitsgrad verfügbar sind. Alternativ kann weltweit gegen die Profile anderer Spieler*innen in einem Eins-gegen-eins angetreten werden. So wird zwar nicht “live” gegeneinander gespielt, aber Big Brain Academy merkt sich unsere Leistungen und stellt diese Daten zur Verfügung. Es können aber auch alle Online-Funktionen ausgestellt werden. Dann beschränkt sich der Modus “Geist-Kampf” auf die Profile der eigenen Konsole. Im letzten Spielmodus testet Prof. Lobo unser “Gehirn-Level”, dabei werden aber einfach fünf zufällige Aufgaben nacheinander gelöst.
In allen Einzelspielermodi wird die Schwierigkeit dynamisch angepasst. So startet jede Aufgabe auf der kleinsten Schwierigkeit, diese wird nach und nach erhöht, wenn alles richtig gemacht wird. Bei Fehlern werden die Rätsel wieder einfacher. Mit jeder abgeschlossenen Aufgabe verdienen die Spieler*innen Münzen. Mit diesen kann zwar nichts gekauft werden, aber für jede zehnte Münze gibt es ein zufälliges Kleidungsstück. Mit diesen kann die eigene Spielfigur angepasst werden, die Veränderungen sind aber rein optischer Natur. Motivierte Spieler*innen haben schnell alle Aufgaben ausprobiert und suchen dann vergeblich nach der nächsten Herausforderung. Hier zeigt sich die größte Schwäche. Der Umfang ist gering und die Freischaltung der Klamotten ist nur eine kleine Motivation. Wer plant, Big Brain Academy vor allem alleine zu spielen, sollte also Freude an der Highscore-Jagd mitbringen. 

Zugänglichkeit wird groß geschrieben
Auch jüngere Spieler*innen können durch den “Kindermodus” direkt einsteigen. So erhöht sich die Schwierigkeit während der Aufgaben nicht. Das ganze Spiel kann auf Deutsch gespielt werden und die Texte sind einfach verständlich. Vor jeder Aufgabe werden nochmal die Regeln erklärt. Auch wenn es immer eine kleine Animation gibt, ist es von Vorteil, wenn die Spieler*innen bereits lesen können. Werden die Aufgaben von anderen Mitspieler*innen erklärt, können aber auch fast alle Rätsel ohne Leseerfahrung gelöst werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Bilder von Insekten und eher gruseligen Tieren aus den visuellen Rätseln zu entfernen. So tauchen zum Beispiel keine Spinnen oder Schlangen mehr auf. Ab einem frühen Grundschulalter sollte das Einschreiben in die Akademie also keine Schwierigkeiten darstellen. 

Fazit:
Gerade in den Mehrspielermodi entfaltet Big Brain Academy seine Stärken. Auch wenn das Spiel die Tester*innen auf den ersten Blick verdächtig an Schule und Lernen erinnerte, kam sofort Spaß auf, als gegeneinander um die Wette gerätselt wurde. Aber auch innerhalb der Familie und selbst mit größeren Altersunterschieden können die Rätsel für kurzweilige Unterhaltung sorgen. Ein leichter Einstieg, gute Bedienbarkeit und eine putzige Optik ermöglichen auch Anfänger*innen und jüngeren Spieler*innen die Teilnahme. Wer also Lust auf Zusammenspielen hat und den eher geringen Umfang verzeihen kann, macht hier nichts falsch.

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Spieletester
OT St. Anna Ehrenfeld
Köln
Bewertung Spielspass