Forts

Genre
Action-Strategie
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Earthwork Games
Erscheinungsjahr
2017.04
Systeme
PC
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Taktisches Echtzeit-Strategiespiel
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von kampforienterter Echtzeit-Strategie und ähnlicher Spiele
Sprache
deutsch
Grafik
bunte 2D Comic-Grafik
Sound
stimmige, abwechslungsreiche Soundkulisse

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
nicht vorhanden
Mehrspielermodus
online sowie lokal in LAN
Spielforderungen
Handeln unter Druck, Planungsvermögen, Lesebereitschaft
Zusatzkosten
Zusatzinhalte optional erwerbbar
Problematische Aspekte
Stresspotenzial weil alles gleichzeitig geschieht, Frustrationspotenzial
Gruppenleiter
Marco Metzner
GAMER TREFF Jugendzentrum Blomberg
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Pädagogische Beurteilung:
Forts ist ein zweidimensionales Echtzeit-Taktikspiel, bei dem es im Grunde um einen globalen Krieg um das letzte Ölvorkommen und die Verteidigung eigener Festungen (Forts) geht. Spielende treffen auf verschiedenen Maps auf jeweils einen oder mehrere Feinde. Um andere Gebiete erreichen zu können, reicht es teilweise nicht nur aus, die Gegnerbasis zu zerstören, sondern es müssen auch zusätzliche Aufgaben erfüllt werden, wie z.B. einen Sieg ohne Schaden an der eigenen Festung. Die Rahmenhandlung wird dabei durch einfach animierte Zwischensequenzen in Form von Nachrichtenbeiträgen in englischer Sprache und mit deutschem Untertitel erzählt.

Pädagogische Beurteilung:
Taktik und Steuerung
Forts lässt sich durch die Maus steuern. Die eigene Basis wird vergrößert und verstärkt, indem man Balken und Streben aus diversen Materialien anbaut sowie Soldaten zum Angriff und zur Verteidigung platziert. Zudem müssen Maschinen gebaut werden, um die Festung mit Energie zu versorgen. Anschließend kann die feindliche Basis mit Raketen oder anderen Waffen beschossen werden. Durch die Gegenangriffe muss das eigene Fort auch zeitgleich beschützt und stetig repariert werden, damit die Maschinen bspw. unbeschadet weiterarbeiten können. Verloren hat man, wenn der eigene Reaktor und somit das eigene Fort zerstört wurde. Es gibt also einige Dinge, auf die parallel geachtet werden muss. Das ist zu Beginn noch alles überschaubar, kann aber im weiteren Verlauf etwas stressig und frustrierend werden. Auch sollte der Stressfaktor insbesondere in den höheren Leveln sowie im Mehrspielermodus nicht unterschätzt werden.

Physik und Ingenieurskunst wie beim Brückenbau
Ein wirklich interessanter Aspekt ist, dass die eigene Festung durch das Verbinden von Streben, Seilen und Metallträgern vergrößert bzw. stabilisieret werden kann. Die Träger können horizontal, vertikal und diagonal angebracht werden. Passt man nicht auf, kommt das Gerüst ins Schwanken. Dann ist nur noch kurz Zeit, die Basis zu stabilisieren, bevor alles auseinanderbricht. Besonders knifflig wird es dann, wenn die Basis über einer Schlucht gebaut werden muss. Da müssen die Spieler_innen gut durchdacht anbauen und, wie bei einer Brücke, Seile als Halterung von oben spannen. Zudem können durch die Kategorien Materialen, Geräte und Technologien beispielsweise auch Windanlagen gebaut werden, um Strom für die Festung und den zu beschützenden Reaktor zu erzeugen. Die Effektivität wird über den Bildschirm angezeigt. Es ist also klug, sein Windrad an einer relativ windigen Stelle zu platzieren.

Gewalt in einem Ölkrieg
Das Setting ist sehr abwechslungsreich und bunt. In manchen Missionen schneit es, bei anderen ist im Hintergrund eine Savanne mit sonnigem Wetter zu beobachten. Die Spielfiguren tragen Militärkleidung, sind aber eher niedlich gehalten. Die Waffen wirken teilweise überdimensioniert, wodurch das Gesamtbild ebenfalls simpel und comichaft wirkt. Die Gewalt wirkt bei Forts nur bedingt bedrohlich. Zwar ist teilweise ordentlich was los auf dem Bildschirm und die Festungen explodieren samt Feuer und Rauch, aber man sieht weder tote Körper noch Blut. Manchmal ertönt spannende Musik aus den Lautsprechern, die die Szenen für jüngere Kinder vielleicht noch etwas bedrohlicher wirken lassen könnten. Gut ist, dass immer wieder teils lustige Kommentare von den Generälen eingeblendet werden. Das nimmt ein wenig die Ernsthaftigkeit. Die Thematik des Ölkrieges liegt hier also vor allem in der übersichtlichen Hintergrundgeschichte und spielt im aktiven Rundenprozess keine tragende Rolle.

Kreatives Potenzial
Weit über die Kampagnen hinaus, lassen sich auch über einen Karteneditor teilweise recht komplexe eigene Welten erschaffen. Dabei kann das Grundsetting (z.B. mittlerer Westen) vorgegeben und ansonsten die Welt eigenständig angefertigt werden. Hier und da lässt sich ein Hügel einbauen, dort ein Haus hinsetzen und dazu noch der Untergrund anpassen. Am Ende wird die selbstkreierte Welt natürlich auch direkt ausprobiert. Wem der Editor zu komplex ist, kann über die „Sandbox“ auch bereits vorgefertigte Welten spielen. Dazu lässt sich über die Einstellungen das Spiel so anpassen, wie man es gerne hätte.

Einzel- und Mehrspieler
Ansonsten lässt sich Forts mit seinen 28 Kampagnen super alleine spielen. Der Reiz besteht aber natürlich zusätzlich darin, sich online mit Freunden zu messen. „Das erhöht die Langzeitmotivation“, meint Tester Justin. Man sollte nur darauf achten, mit wem tatsächlich online gespielt wird. Bei Fremden sollte vorsichtig mit den persönlichen Daten umgegangen werden.

Fazit:
Forts bietet als Echtzeit-Strategiespiel insbesondere die Vermittlung von physikalischen Grundlagen und die thematische Auseinandersetzung mit Krieg um Ressourcen. Insgesamt wirkt das Spiel in manchen Momenten trotz der bunten Animationen ernst und könnte in hektischen Situationen etwas zu stressig für Jüngere werden. Gerade in Mehrspielerpartien passieren viele Dinge gleichzeitig, was sowohl auf spaßige als auch frustrierende Art fordern kann.

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Spieletester
GAMER TREFF Jugendzentrum Blomberg
Blomberg
Bewertung Spielspass

Was ist gut? Was ist schlecht?

+ Kampagne hat viele verschiedene Schwierigkeitsgrade
+ Grundlagen der Physik werden vermittelt
+ Mit Freunden zu spielen kann einen lange beschäftigen

- In manchen Situationen ein hoher Stressfaktor
- Es ist nicht immer ersichtlich, wer tatsächlich online auf der anderen Seite vor dem Rechner sitzt
- Für Kinder (insbesondere die nicht lesen können) etwas zu bedrohlich

Unsere Tipps an Erwachsenen:
- Ein Blick über die Schulter sollte hier nicht schaden
- Gerne zusammen mit den Kindern die Grundlagen von Physik thematisieren.

Unsere Tipps an Kinder und Jugendliche:
- Wenn euch ein Ergebnis eines Levels frustriert, schreckt nicht vor einer Pause zurück
- Tastet euch langsam und vorsichtig an den Online-Mehrspieler-Modus ran

Zitate der Tester:

„Auf Schwierigkeitsstufe ‚leicht‘ sollte es aber auch für die meisten Kinder erstmal spielbar sein.“ (Justin)

„Es werden Grundlagen der Physik vermittelt.“ (Justin)

Ein simpler, lustiger Comicstil.“ (Dustin und Tim)

"Kleinere Kinder verstehen wahrscheinlich das Thema Ölkrieg gar nicht.“ (Dustin und Tim)