We Happy Few

Genre
Action-Adventure
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Gearbox Publishing
Erscheinungsjahr
2018.08
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One
System im Test
Xbox One
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Steam
Kurzbewertung
Dystopie, in der Drogenkonsum eine wichtige Rolle spielt
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans einer guten Story in einer realitätsfernen Welt
Sprache
Englisch, deutsche Untertitel vorhanden
Grafik
skurrile, verzogene Comicgrafik
Sound
passende Soundkulisse

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
drei spielbare Hauptcharaktere
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Hand-Augen-Koordination
Zusatzkosten
drei Erweiterungen können gekauft werden
Problematische Aspekte
Drogenkonsum, Gewaltdarstellung, skurrile Grafik könnte ängstigen
Gruppenleiter
Max Schirmer
Jugendwohnheim Bernhard Letterhaus
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5Screenshot 6

Spielbeschreibung:
Die Story von We Happy Few ereignet sich in einem fiktiven, alternativen Universum nach dem Zweiten Weltkrieg und nimmt ca. 20 Stunden Spielzeit ein. In diesem Alternativwelt-Szenario haben allerdings die Nationalsozialisten den Krieg gewonnen. Schauplatz des Ganzen ist eine Insel, von der sich die Besatzungsmächte zurückgezogen haben. Ziel ist es, den Rückzugsgrund zu ermitteln, der durch die Zwangsverabreichung einer Droge „Joy“ verschleiert wird. Diese Droge lässt die Bevölkerung vergessen. Wenn die Einnahme verwehrt wird, gilt man als „Downer“ und wird ausgeschlossen bzw. umgebracht. Im Laufe der Story wehrt man sich ebenfalls gegen die Verabreichung. Hierbei wird nacheinander die Kontrolle über drei unterschiedliche Charaktere übernommen. Die Geschichte verläuft grundsätzlich relativ linear und lautloses Schleichen (Stealth) sowie Überlebensmechaniken (Survival) stehen im Vordergrund. Zwischendurch gibt es manchmal auch eine gewisse Öffnung der Spielmechanik, in denen Entscheidungen getroffen oder offene Areale etwas freier erkundet werden dürfen.

Pädagogische Beurteilung:
Spielmechaniken
Ein Belohnungssystem ist dazu da, die Spielenden über einen längeren Zeitraum zu motivieren. Dafür können sie Erfahrungspunkte sammeln, die im Verlauf für Zusatzfähigkeiten (Skills) ausgegeben werden können. Die Verwendung des Belohnungssystems hat den Tester_innen Spaß gemacht und für einige Glücksmomente gesorgt. Des Weiteren zeigt sich eine Überlebensmechanik, da die spielbaren Charaktere Hunger, Durst und Müdigkeit verspüren. Diese Bedürfnisse müssen wie im echten Leben gestillt werden und haben bei unseren Tester_innen zunächst für Frustration gesorgt, da sich die schlechte Flüssigkeitsversorgung auf das Spielgefühl auswirkt. Zusätzlich ist die Gesundheit ein weiterer wichtiger Faktor. Um den Bedürfnissen wirksamer entgegenzukommen, wird empfohlen, qualitativ hochwertigere Nahrung, Getränke usw. einzunehmen. Die Gegenstände können gefunden oder von Feinden abgenommen werden. Hierbei handelt es sich um ein Beute- bzw. Lootsystem. Außerdem können hochwertigere Gegenstände in einem Herstellungssystem produziert werden, indem niedrigwertigere Gegenstände miteinander kombiniert werden (Craftingsystem).

Soziales 
Die soziale Komponente kommt zu kurz. We Happy Few verfügt weder über einen Multiplayermodus noch über eine nennenswerte Fangemeinde (Community). So setzt man sich grundsätzlich allein mit dem Spiel auseinander. Dies wirkt sich allerdings zugunsten der Geschichte aus, da die Entwickler_innen ihren vollen Ressourcenumfang für die Story aufwenden konnten. Im weiteren Verlauf treten NPCs (Non-Player-Characters) auf, also Figuren, die vom Spiel gesteuert werden. Die meisten der NPCs sind feindlich gesinnt. Sie jagen einem nach und schließen einen gesellschaftlich aus. Meist hat der handelnde Charakter die Aufgabe, den NPCs aus dem Weg zu gehen oder sie auszuschalten. 

Alterskennzeichnung
Die Story thematisiert Drogenkonsum und übt gleichzeitig Gesellschaftskritik aus. Besonders kritisiert wird die Naivität der Gesellschaft und das blinde Nachfolgen staatlicher Vorgaben. Die Darstellung grenzt sich durch eine comicartige Grafik und das fantasieverbundene Setting deutlich von der Realität ab. Dennoch könnte die skurrile Welt gerade bei Jüngeren Ängste und Albträume auslösen. Der Sprachgebrauch ist im Hinblick auf das eher gewalttätige Gameplay mäßig und nicht zu ausfallend. Der Suchtfaktor ist ebenfalls als mäßig einzuordnen. Zwar gibt es Belohnungsmechaniken, allerdings hat das Spiel mit Vollendung der Story ein absehbares Ende, womit jegliche Suchtmechanik nachlässt. Wie bereits erwähnt, lassen sich die Gegner ausschalten, wobei relativ unklar bleibt, ob die Figuren tatsächlich sterben oder sich lediglich im Zustand der Ohnmacht befinden. Sind die NPCs einmal kampfunfähig, kann ihnen nicht weiter Schaden zugefügt werden. Allerdings lassen sich die Figuren trotzdem aufheben, um sie im Sinne der Stealthmechanik vor weiteren Feinden zu verstecken. In diesem Zuge lassen sich die unschädlichen Personen auch durch die Gegend schleudern. Diese Aktion hat aufgrund der verwendeten Ragdoll-Engine für einige Lacher gesorgt, da die Mechanik offensichtlich nicht realitätsgetreu umgesetzt wurde. So flogen die Feinde nahezu schwerelos durch die Gegend. Die Audiospur erfordert erweiterte Sprachkenntnisse in Englisch oder eine gute Lesefähigkeit, um den deutschen Untertiteln zu folgen. 
Die Einstufung ab 16 Jahren der USK konnte das gesamte Testerteam des Jugendwohnheims Bernhard Letterhaus gut nachvollziehen. Zwar handelt es sich um eine fiktive Geschichte in einem parallelen Universum mit Comicgrafik, allerdings steht die Gewalt sowohl in Mechanik als auch in der Story im Vordergrund, die beispielsweise auch die Darstellung von Blut beinhaltet. 

Fazit:
We Happy Few eignet sich besonders für diejenigen, die Interesse an einer gut inszenierten Story haben, die nicht an der Realität angelehnt ist. Man sollte gute Englischsprachkenntnisse oder eine gute Lesefähigkeit mitbringen, da eine deutsche Vertonung fehlt. Außerdem finden eher erfahrene Spieler_innen Gefallen, da das Game aufgrund seiner diversen Spielmechaniken einen höheren Anspruch hat, der Frustrationserlebnisse und Stress hervorrufen kann. Aufgrund der grafischen Darstellung, die älter wirkt, wurden bei den Tester_innen bezüglich des Erscheinungsdatums (2018) Verwunderung ausgelöst. Trotzdem kann mit der verzogenen Comicgrafik ein eigener Stil behauptet werden, der sicherlich einige ansprechen wird. Dadurch, dass eine vernetzte Community fehlt, ist man damit jedoch zunächst auf sich allein gestellt.

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Spieletester
Jugendwohnheim Bernhard Letterhaus
Köln
Bewertung Spielspass