God of War

Genre
Action-Adventure
USK
keine Jugendfreigabe (?)
Pädagogisch
ab 18 Jahre
Vertrieb
Sony Entertainment
Erscheinungsjahr
2018.04
Systeme
Playstation 4
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Eine packende Vater-Sohn-Geschichte in der nordischen Mythologie
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von God of War, nordischer Mythologie und Kampfspielen
Sprache
komplett in deutscher Sprache
Grafik
realistisch, erinnert an Fantasyfilme
Sound
Kampfgeräusche und epische Musik

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Kratos und sein Sohn Atreus
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Hand-Augen-Koordination, Reaktionsfähigkeit
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Gewalt
Redaktion
Kok Hung Cheong
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Lang ist es her, dass Kratos in einem neuen Spiel in Erscheinung getreten ist. Nun ist er zurück und nicht nur die Welt um uns herum hat sich verändert, auch die Welt von Kratos hat sich gewandelt. In dem, im April 2018 erschienenen, Spiel von Sony kämpft Kratos nun nicht mehr gegen die Götter aus dem Olymp, sondern gegen nordische Gottheiten. In der Rolle von Kratos müssen die Spielenden zusammen mit seinem Sohn Atreus den höchsten Berg erklimmen, um die Asche seiner verstorbenen Frau zu verstreuen. Neben den vielen Kämpfen gibt es überall in den Gebieten versteckte Truhen und Geheimnisse. Zusätzlich sind zur Abwechslung auch immer wieder leichte Rätseln eingestreut. Wer möchte, kann optionale Aufgaben erfüllen, um sich bessere Rüstungen oder Verbesserungen zu erspielen.

Pädagogische Beurteilung:
Auf großer Reise
Gleich zu Beginn trauern die beiden Protagonisten der verstorbenen Mutter beziehungsweise Frau nach. Kratos sieht sich hier in einer neuen Rolle und muss sich um sein Sohn Atreus kümmern. Außerdem hat sich die Welt seit dem Tod seiner Frau verändert. Überall stehen die Toten wieder auf und die dadurch angestachelten nordischen Götter finden zusätzlich heraus, dass sich in ihrem Gebiet ein griechischer Kriegsgott befindet. Die Geschichte greift auf die nordische Mythologie und teilweise auf die griechische zurück. Spielende, die sich vorher schlau gemacht haben, werden in der Geschichte belohnt. Weiterhin ist die Tiefe der Verbindung zwischen Vater und Sohn sehr gelungen. Es behandelt das Erwachsenwerden von Atreus mal etwas klischeehafter und mal ist es erfrischend neu. Als Geschichte ist es weder sonderlich komplex, noch unverständlich und wäre rein thematisch auch schon für Jüngere interessant, da es eigentlich um Familienprobleme und Selbstfindung geht.

Mit Bumerang-Axt und Fäusten
Der Kampf in God of War ist bekannt für seine Brutalität. Im Vergleich zu den Vorgängern wurden explizite Darstellungen in Kämpfen jedoch stark heruntergeschraubt. Vorbei sind die Tage, wo jeder Treffer eine Blutfontäne auslöst. Blutige Szenen werden nun nur noch an bestimmten Stellen des Spiels eingesetzt, um die Geschichte zu unterstreichen. Gewalt wird nicht nur durch Blut definiert. Gegner können mit einem geladenen Schlag gespalten werden und Kratos reißt den Gegner auch mal mit beiden Händen auseinander. Ganze Arbeit liefert die Soundkullisse, die jeden Treffer mit den passenden Geräuschen unterlegt. Es gibt im Spiel keine andere Lösungsmöglichkeit als Gewalt, aber anders als in den vorherigen Teilen treten die beiden Hauptcharaktere nicht als Aggressor auf. Trotzdem ist das Spiel nur für volljährige Spieler_innen gedacht.

Einfach, schwer und schwerer
Die Spielenden bekommen die Möglichkeit, verschiedene Schwierigkeitsgrade auszuwählen. Während die Herausforderung auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad die Spieler_innen häufig unterfordert, fordert es im regulären Schwierigkeitsgrad vor allem in den ersten Spielestunden, in denen die Steuerung und die Gegnerdynamik noch erlernt wird. Doch wer die ersten Stufen erklommen hat merkt, dass die Spielertode im Laufe der Zeit immer weiter abnehmen. Dann verlagert sich der Schwierigkeitsgrad auf die Nebenaufgaben. Der schwerste Modus ist nur für erfahrene Spieler_innen gedacht. Hier muss jede Fähigkeit bewusst eingesetzt werden, um der Übermacht Herr zu werden. Die Steuerung wirft keine Steine in den Weg. Alle Kampffähigkeiten sind leicht zu erlernen und zu kombinieren. Zusätzlich übernimmt jede Taste nur eine Aufgabe. Im Weg ist ab und zu aber die Kamera, da diese sehr nah an Kratos ist, wodurch es schwer ist, im Eifer des Gefechts alle Gegner im Auge zu behalten. Gerade die schnellen Gegner können in den ersten Stunden zum raschen Ableben führen und sind auch noch auf hohem Level herausfordernd.

Die Reise zum höchsten Berg
Die Reise dauert ohne Nebenaufgaben ca. 30 Stunden. Ein paar der Nebenaufgaben sind spannend und füllen die Welt mit Hintergrundinformationen. Andere sind wiederum nur langwierige Sammelaufgaben, die das Spiel in die Länge ziehen. Die dargestellte Welt der nordischen Götter wechselt sich in der Gestaltung durchgehend ab. Farbenfrohe Gebiete und Einöden geben sich die Klinke in die Hand. Sie beschreiben mit ihren Farben oft auch die Gefühlslage der Hauptcharaktere. So gibt es auch düstere Orte und Gegebenheiten, wie abgetrennte sprechende Köpfe oder Gebiete mit Geistern und Windheulen.

Vater und Sohn
Der nun alleinerziehende Vater und sein Sohn sind die Hauptcharaktere, die wir über die lange Reise begleiten. Beide Hauptcharaktere wandeln sich vorhersehbar, doch die Besonderheit befindet sich bei den Nebencharakteren. Während Kritiker die alten God of War-Titel als frauenverachtend ansehen, sind diese hier nicht mehr als reine Sexobjekte dargestellt. Alle Charaktere haben eine Motivation, ein Geheimnis und haben mehr als eine Facette. Mehr zu verraten würde den Leuten, die das  Spiel noch spielen wollen, den Spaß verderben.

Fazit:
God of War hat sich neu erfunden und seine Vergangenheit nicht vergessen. Viele Anspielungen sorgen bei Serienkenner_innen für ein Lächeln auf dem Gesicht. Volljährige bekommen hier das bislang beste Computerspiel der Serie. Aufgrund der Gewaltdarstellungen richtet sich der Titel an Spieler_innen ab 18 Jahren.