Kingdom Come Deliverance

Genre
Rollenspiele
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Warhorse Studios
Erscheinungsjahr
2018.02
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Realistisch anmutende Mittelaltersimulation
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Interessant für
Mittelalterfans
Sprache
Deutsch
Grafik
realistische Grafik
Sound
realistische Soundkulisse

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Heinrich, der Hauptcharakter
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Geschick, Hand-Augen-Koordination
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
realistische (aber nicht explizite) Gewalt
Redaktion
Jan Scheurer
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Mittelalterliche Rollenspiele ohne einen gehörigen Fantasyanteil findet man heute nur noch relativ selten. Warum auch? Ein bisschen Magie erlaubt neue Fähigkeiten für den eigenen Hauptcharakter und unbekannte Geschöpfe als Gegner - so wie bei den Genregrößen The Elder Scrolls V: Skyrim und The Witcher 3. Kingdom Come: Deliverance dagegen schlägt zwar spielerisch in eine ähnliche Kerbe - wieder gibt es eine offene, detailverliebte Spielwelt - verzichtet allerdings vollständig auf Magie oder Ähnliches und hat den Anspruch, das Mittelalter möglichst realistisch wiederzugeben. Dafür schlüpfen die Spielenden in die Rolle des Schmiedesohns Heinrich, der über einige Umwege hinweg zum starken und mächtigen Krieger wird. Dabei sind Kämpfe, vor allem im Vergleich zu Genrekollegen, wesentlich rarer gesäht. So warten nicht an jeder zweiten Ecke Kloppereien oder Wegelagerer auf Heinrich, dafür muss er aber öfter mal den Kopf anstrengen, um die zahlreichen Aufgaben zu meistern. 

Pädagogische Beurteilung:
Kingdom Come: Deliverance geht in vielen Belangen in eine grundsätzlich andere Richtung als vergleichbare Rollenspiele - und das ist durchaus zu begrüßen. So liegt der Fokus darauf, eine authentische mittelalterliche Welt abzubilden, und in der wurden auch nicht zu jeder Ecke die Schwerter geschwungen. So sind die kämpferischen Außeneinandersetzungen eher selten der Weg zum Glück, was das Spiel deutlich von der Konkurrenz abhebt. Wenn es aber zu Gefechten kommt, ist die Steuerung sehr gewöhnungsbedürftig. Das Parieren und Kontern fällt häufig sehr träge aus und gegen richtige Ritter hat der Schmiedgeselle Heinrich oft nur eine geringe Chance. Genauso wenig sollten Spielende sich mit mehr als zwei Gegnern gleichzeitig anlegen. Während man noch beschäftigt ist, seine Vorderseite zu verteidigen, fällt der nächste Kämpfer einem in die Seite. Das mag zwar realistisch wirken, kann aber auch schnell frustrieren.
Die Kampfdarstellungen sind zwar blutig, aber nie wirklich explizit. Wir können Gegnern keine klaffenden Fleischwunden zufügen oder Gliedmaßen abtrennen. Abseits davon wird das Mittelalter aber sehr derbe dargestellt. So wird geflucht, es gibt sexuelle Darstellungen und auch sonst geht es eher erwachsen zu. Kingdom Come: Deliverance ist aber auch durch den langsamen Spielverlauf eine Herausforderung. Die Geschichte nimmt langsam Fahrt auf und die Spielmechanik hat wenig adrenalingeladenene Höhepunkte.

Fazit:
Der Konfliktlösungsaspekt bietet für das Genre einen erfrischenden Ansatz. So können viele Kämpfe mit ein bisschen Köpfchen oder der richtigen Anwendung von Fähigkeiten umgangen werden. Trotzdem bietet das Rollenspiel allen voran erwachsene Unterhaltung. Aufgrund der Darstellungen, des gemäßigten Spielfortschritts und des rohen Umgangstons hat das Spiel eine gesetzliche Alterskennzeichnung ab 16 Jahren. 

Bei diesem Test handelt es sich um eine Ersteinschätzung. Der Titel wurde aktuell noch nicht von einer Spieletestergruppe getestet.