League of Legends

Genre
Onlinespiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Riot Games
Erscheinungsjahr
2009.10
Systeme
PC, Mac
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Beliebtes & kostenloses Online-Action-Strategiespiel mit Bezahlinhalten
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Jugendliche
Sprache
Grafik
comichaft
Sound

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Mehrspielermodus
Online-Multiplayer
Spielforderungen
Taktik, Reaktion, Geschick
Zusatzkosten
Free2Play mit kostenpflichtigen Zusatzinhalten
Problematische Aspekte
Redaktion
Markus Sindermann
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Das kostenlos zum Download verfügbare, kompetitive Onlinespiel League of Legends wurde 2009 von Riot Games veröffentlicht. Bereits Ende 2011 konnte es über 32 Millionen aktive Spielende weltweit verzeichnen und stellt momentan eines der bekanntesten und mit über 111 Millionen Spieler*innen (Stand 2018) erfolgreichsten Spiele dar. Das Spiel wird oftmals als MOBA (Multiplayer Online Battle Arena) bezeichnet und verbindet Elemente von Echtzeit-Strategiespielen (RTS) sowie Rollenspielen (RPG), weshalb es mit steigendem Spielniveau auch zunehmend strategisches Handeln und Absprachen mit anderen Teammitgliedern erfordert. 

Obwohl es unterschiedliche Spielmodi (hier zum Artikel über den Modus Teamfight Tactics) gibt, treten in der Regel zwei Teams, bestehend aus jeweils fünf unterschiedlichen Champions (Helden) mit individuellem Design, Spielstil und Fähigkeiten, gegeneinander an. Die Spielenden können die Helden je nach Spielmodus selbst wählen oder kriegen diese zufällig zugeordnet. Die Gestaltung der Helden, die den Spieler*innen zur Verfügung stehen, reicht dabei von Menschen, über solche, die sich auch in tierische Wesen verwandeln können, bis hin zu Fabelwesen und Tieren sowie anderen fantasievollen Gestalten.

Das Ziel im gängigsten Modus (5 gegen 5) ist es, durch Taktik und gezielte Absprache mit dem eigenen Team den gegnerischen Nexus, das Hauptelement der Basis, zu zerstören und gleichsam den eigenen Nexus zu schützen. Unterstützt werden die Teams von Geschütztürmen und Vasallen, die an der Seite der Helden kämpfen und eine frühzeitige Spielentscheidung verhindern.

Die Spielwelt ist comichaft gestaltet und die Spielenden blicken aus der Vogelperspektive auf das Geschehen. Durch den „Nebel des Kriegers" ist für die Spielenden die Struktur der Karte zwar ersichtlich, Bereiche, in denen die Spielenden keine Sicht haben, sind jedoch schwarz und vom Nebel bedeckt. Sicht wird in den Bereichen erzeugt, in denen die Spielenden sich befinden, kann aber auch für eine bestimmte Zeit durch platzierte „Augen” erhalten werden. Zu Beginn der Partie ist jeder Held auf Stufe 1 und kann bis zur 18. Stufe aufsteigen. Dabei wird der Champion immer stärker und bekommt sowohl automatisch im Laufe des Spiels, aber auch durch Tötungen oder Unterstützungen Gold, welches für Ausrüstung etc. ausgegeben werden kann. Die Helden weisen unterschiedliche Fähigkeiten auf, die im Spielverlauf taktisch klug aktiviert, benutzt und verbessert werden können. Dabei gibt es klassischerweise Fern- sowie Nahkampfattacken.

Wenn beide Teams sehr ausgeglichen sind, kann eine Spielpartie auch einmal bis zu drei Stunden ohne Pause dauern. Es gibt aber auch Spielpartien, die bereits nach 15 Minuten durch Aufgabe eines Teams enden. In der Regel sollten zwischen 20 und 45 Minuten eingeplant werden.

Gefordert wird vor allem taktisches Geschick und die Bereitschaft zur Kooperation mit anderen Spielenden.

Pädagogische Beurteilung:
Der Aufstieg zum mächtigen Beschwörer
Nach Ende eines jeden Spiels erhalten die Spielenden eine gewisse Menge an Erfahrungspunkten, mit denen sie in höhere Beschwörerlevel aufsteigen können. Dadurch können Spezialfähigkeiten („Zauber”) freigeschaltet werden, von denen zwei Stück in jeder Spielpartie gewählt werden können. Ebenso erhalten die Spielenden eine bestimmte Menge an blauen Essenzen, mit denen sie dauerhaft Champions oder Runenseiten freischalten können. Die zu letzteren zugehörigen Runen mussten früher ebenfalls erworben werden, sind mittlerweile jedoch kostenlos. Runen können vor jedem Spiel nach Belieben ausgerüstet werden und gewähren den Spielenden im Spiel Verbesserungen oder neue Fähigkeiten. Um genug blaue Essenzen zu sammeln und sich Champions oder Runenseiten leisten zu können, muss allerdings erst eine längere Zeit gespielt werden. Ansonsten stehen jede Woche 14 der 145 verschiedenen Helden (Stand: Oktober 2019) kostenlos zur Verfügung. Die Champions werden fortlaufend erweitert, wobei etwa alle drei Monate ein neuer erscheint. Eine weitere Möglichkeit, einen Champion dauerhaft freizuschalten oder andere Güter zu kaufen, ist der Einsatz von Geld.

Der Einsatz von Geld
League of Legends
selbst steht kostenlos zum Download verfügbar und gehört damit zu den free2play-Angeboten. Es gibt jedoch die Möglichkeit, sich durch Geld die Ingame-Währung Riot Points zu kaufen. Damit können die Spielenden diverse kosmetische Veränderungen für Champions (sogenannte Skins) oder andere Accessoires (etwa Augenskins, Symbole oder Sticker), aber auch Champions erwerben. Ein Champion kostet zwischen 260 und 975 Riot Points, was 2 bis 7,50€ entspricht. Die Preisklassen für Skins variieren da weitaus mehr: so kosten diese zwischen 390 und 3250 Riot Points (3-23€). Ebenso gibt es die Möglichkeit, weitere Artikel, wie sogenannte Boosts, zu kaufen. Dadurch erhalten die Spielenden für einen bestimmten Zeitraum mehr Erfahrungspunkte pro Spiel und können somit schneller aufsteigen und mächtiger werden. Die Boosts beschleunigen jedoch nur die Erfahrungspunkte der Beschwörerstufe und haben keinen Einfluss darauf, wie schnell die Champions im Spiel eine höhere Stufe erreichen. Umso mehr zu beachten sind in diesem Rahmen Lootboxen, bei denen die Spielenden für Geld Truhen kaufen, in denen zufällige (meist kosmetische) Gegenstände erhalten sind. Diese können schnell dazu führen, dass sich die Spielenden von der nächsten Truhe mehr Glück versprechen und so in einen Kreislauf geraten, bei dem sie immer mehr Truhen erwerben und öffnen möchten. 

Die meisten Jugendlichen aus der Spieletestergruppe haben bereits Geld für das Spiel ausgegeben. Sie empfanden den Anschaffungspreis für einen Champion als gerechtfertigt, da das eigentliche Spiel kostenlos ist. Vor allem Eltern sollten sich der Möglichkeit des Einsatzes von Geld bewusst sein, da Kinder und Jugendliche, die dieses Spiel öfter spielen, sehr wahrscheinlich irgendwann einmal Geld investieren möchten. Bei der jugendlichen Spieletestergruppe entstand dabei sogar fast eine Art Wettstreit, wer die meisten freigeschalteten Champions oder Skins besitzt. Bezüglich dessen kann es Eltern und Spielenden beispielsweise helfen, zusammen ein monatliches Budget für Ingame-Käufe abzusprechen.

Taktisches Geschick
Das Spiel kann alleine oder mit Freunden gleichzeitig in einem Team gespielt werden. Ein Wertungssystem sorgt dafür, dass die Spielenden immer gegen etwa gleichstarke Beschwörer antreten und nicht von zu starken Gegnern demotiviert werden. Auf der Benutzeroberfläche von League of Legends gibt es die Möglichkeit, andere Spielende als Freunde zu speichern und mit diesen über einen Chat zu schreiben. Um im Spiel zu gewinnen, ist das taktische Geschick gefragt. Die Spielenden müssen als Team zusammen agieren und sich absprechen. Die Jugendlichen Spieletester kommunizierten von zu Hause aus meist über Skype miteinander. Da die Teams erst kurz vor Beginn der jeweiligen Partie erfahren, gegen welche Helden sie spielen, bleibt League of Legends auch nach längerem Spielen immer noch interessant und übt eine gewisse Faszination auf die Spielenden aus. Die Jugendlichen aus der Spieletestergruppen haben extra Taktiken entworfen, um möglichst oft zu gewinnen.

Sich kompetitiv beweisen
Auch die Ranglistenspiele stellen in League of Legends eine Möglichkeit dar, sich kompetitiv gegenüber anderen zu beweisen. So wird der Rang bei vielen Spielenden als Statussymbol gesehen. Sollte Spielenden das entspannte Spiel mit Freunden nicht genug sein, ist es ebenfalls möglich, sich im League of Legends eSports zu versuchen, welcher aktuell die größte Szene weltweit hat (Stand 2019). Es findet zum Beispiel jährlich die Weltmeisterschaft statt, in der professionelle Teams um Millionengewinne spielen, aber auch viele Universitäten sind mittlerweile in die Uniliga eingetreten, bei der Teams aus Studierenden gegeneinander spielen können. 

Sportsgeist wird belohnt
Das 2018 eingeführte Ehrungssystem soll die Spielenden dazu anhalten, sich ehrenhaft zu verhalten, um langfristig zu einer angenehmeren Spielgemeinschaft sowie -erfahrung zu führen. So können die Spielenden nach jedem Spiel eine/n Mitspieler*in in einer von drei Kategorien ehren, wenn er oder sie einen guten Eindruck hinterlassen und sich unabhängig von Sieg oder Niederlage vorbildlich verhalten hat. Die Kategorien beziehen sich grob darauf, ob die Spielenden auch bei Niederschlägen oder Fehlern gelassen reagiert haben, durch besonders ausgeklügelte Taktiken zum Sieg verholfen haben oder freundlich waren und Teamgeist bewiesen haben. Werden Spielende häufig geehrt, steigen sie im Ehrungssystem auf, wofür sie wiederum Belohnungen erhalten. Darunter können Skins sein, die sonst nur gekauft werden können, aber auch Rahmen für das Profil und den Ladebildschirm, um anderen Spielenden die eigene Ehrungsstufe zeigen zu können.

Fazit:
League of Legends ist vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt. Der Einstieg in das Spiel ist recht einfach gehalten und verspricht den Spielenden viel Spaß. Obwohl das Spiel ein free2play-Angebot ist, ist das Bedürfnis, Geld auszugeben, laut den jugendlichen Tester*innen sehr hoch. Daher sollte das Spiel erst von Spielenden gespielt werden, die reflektiert mit dem Einsatz von Geld umgehen können. 

 

 

 

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Spieletester
Ü16 Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass