Phasmophobia

Genre
Onlinespiele
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Kinetic Games
Erscheinungsjahr
2020.09
Systeme
PC
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
VR Unterstützung
via Steam
Kurzbewertung
Strategische Geisterjagd für Teamplayer
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Horror-Fans und Hobby-Detektive
Sprache
Deutsch
Grafik
realistische, düstere 3D-Grafik
Sound
furchteinflößende Geräuschkulisse ohne Musik

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Geisterdetektive
Mehrspielermodus
Online Koop-Modus mit bis zu vier Personen
Spielforderungen
vorsichtiges Handeln, kooperatives Spielen
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Jumpscares, gruselige Inhalte
Redaktion
Michelle Posmyk
Spieleratgeber-NRW
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Siehe auch

Spielbeschreibung:
Gespenster, Dämonen und andere feindselige Geistergestalten treiben ihr Unwesen. Bevor der Geistervernichtungstrupp die besessenen Gebäude vom Horror befreien kann, begibt sich ein Ermittler-Team auf Spurensuche, um den unerwünschten Gast zu identifizieren. Die übernatürlichen Kreaturen hinterlassen dabei unterschiedliche Hinweise, die auf spezifische Geisterarten hindeuten. Es ist also Zeit, sich als Gruppe mit Geisterjagd-Werkzeugen auszurüsten, um die Dunkelheit zu erforschen… und dabei am Leben zu bleiben.

Pädagogische Beurteilung:
Detektivarbeit trifft Psycho-Horror
Dieses Grusel-Spiel erfordert mehr als starke Nerven. Aufgabe des Spurensuchtrupps ist nämlich nicht die Beseitigung von Geistern, sondern das Beweisen von übernatürlicher Aktivität in heimgesuchten Häusern, Kanälen, Gefängnissen oder Anstalten. Das ist sowohl allein, als auch in einer Gruppe mit realen Teammitgliedern möglich. Um das Abenteuer mit seinen Freunden zu beginnen, muss eine Internetverbindung bestehen, um im Mehrspielermodus spielen zu können. Eine Person erstellt hierfür einen geschlossenen Raum, der nur durch die Eingabe eines zufällig erstellten Codes betreten werden kann. So wird verhindert, dass sich Fremde der Gruppe anschließen können. Wenn der Code allerdings veröffentlicht wird, ist der Zugang für alle geöffnet, daher ist auf diese Weise auch das Spielen mit fremden Personen möglich, aber jederzeit vermeidbar.
Zu Beginn stehen den Ermittelnden Werkzeuge zur Verfügung, um die Hinweissuche zu ermöglichen. Darunter handelt es sich beispielsweise um eine Foto-Kamera, ein Thermometer oder ein UV-Licht. Um mit Gegenständen zu interagieren, diese aufzuheben oder zu werfen, gibt es unterschiedliche Tastenbefehle, wodurch die Steuerung am Anfang für Verwirrung sorgen kann. Da hier aber größtenteils keine reflexartigen Entscheidungen von Nöten sind, stellt die Eingewöhnungszeit kein schwerwiegendes Problem dar. Nicht jedes Werkzeug wird bei einem Auftrag benötigt, daher ist es wichtig, unterschiedliche Methoden auszuprobieren, um genügend Hinweise zu sammeln und einen Geist richtig zu identifizieren. Zum Beispiel können mit der Kamera in jeder Runde maximal fünf Bilder aufgenommen werden, um den Geist oder eine seiner Interaktionen abzulichten. Daher sind Geduld und das Abschätzen des richtigen Zeitpunktes bedeutend.
Sobald ein Auftrag abgeschlossen wurde, erhalten die Überlebenden eine Bezahlung sowie die Möglichkeit, im Level aufzusteigen um besseres Equipment, größere Karten und Schwierigkeitsstufen mit höheren Anforderungen freizuschalten. Sollte es dazu kommen, die Mission nicht mehr lebend zu beenden, gehen auch alle mitgebrachten Werkzeuge verloren, sodass hier ein wachsames und geplantes Vorgehen angebracht ist.

Nicht jeder Geist ist gleich
Poltergeist, Dämon oder doch ein Phantom? Insgesamt 12 verschiedene Geistertypen treiben ihr Unwesen. Sie sind computergesteuert und daher nicht spielbar. Keine der Geisterarten hat gute Absichten, allerdings zeichnen sich diese in unterschiedlichen Stärken und Schwächen aus. Nicht nur durch das Herausfinden der Geister-Charakteristika lässt sich ein Geist identifizieren, vor allem die hinterlassenen Spuren haben hierbei die tragende Rolle. Zu jedem Wesen passen drei unterschiedliche Beweise, welche die Bestimmung des Geistertyps ermöglichen. Sobald die drei Hinweise gefunden wurden, können diese und die dazugehörige Identifikation der Kreatur in das Tagebuch eingetragen werden, welches jedes Teammitglied die ganze Zeit über bei sich trägt. Mit dem richtigen Eintrag durch eine geschickte Vorgehensweise ist damit die Mission erfolgreich beendet. Dies ist auch möglich, wenn noch nicht alle Beweise gefunden wurden. Diese Strategie ist zwar riskanter, steht aber jedem Ermittelnden, seiner Einschätzung nach, frei zur Entscheidung. Zusätzlich erklärt das Tagebuch unter anderem alle Geistertypen ausführlich und dient damit sowohl als Hilfestellung zur Identifikation, sowie als Sammlung, um erfasste Spuren in Form von Fotos zu überblicken, sodass die Möglichkeit besteht seine Vorgehensweise planen zu können, oder diese jederzeit zu überdenken.

Teamwork, Taktik und Strategie
Der Auftrag beginnt in einem Truck. Hier stellt das Whiteboard die Mission vor, informiert darüber, wie das gesuchte Wesen heißt und ob es sich nur einer oder mehreren Personen zeigt. Neben dem Hauptziel, den Geistertypen zu bestimmen, sind hier zusätzlich auch optionale Ziele aufgelistet, welche eine Bonus-Bezahlung bei Abschluss der Runde liefern. Zu Beginn können sich die Geisterdetektive im Truck mit ihrem Team über ihre Aufgabenverteilung austauschen und eine Strategie überlegen, sodass das benötigte Equipment für die Mission untereinander verteilt werden kann. Die Runde beginnt erst mit der Betätigung des Zahlencodes und ein Countdown wird aktiviert. Während dieser Zeit können sich alle im Gebäude in Ruhe umsehen, ohne vom Geist attackiert zu werden, die Dauer hängt dabei von der jeweiligen Schwierigkeitsstufe ab.
Während des Auftrages gibt es jederzeit die Möglichkeit, in den Truck zurückzukehren. Hier kann entweder das Equipment ausgetauscht oder es können Aufnahmen von installierten Überwachungskameras beobachtet werden. Darüber hinaus gibt es hier auch die Möglichkeit, eine Karte des Gebäudegrundrisses zu sehen sowie das sogenannte „Sanity Level“ des Teams zu beobachten. Dabei handelt es sich um den geistigen Zustand, welcher im optimalen Fall bei 100% liegen sollte und bei verstärkter übernatürlicher Aktivität sinkt. Desto niedriger dieser ist, desto leichter fällt es dem Geist, zuzuschlagen. Sobald eine Person attackiert wird, kann sie sich nicht mehr wehren und verliert ihr Leben. Der Bildschirm des Opfers wird im ersten Moment schwarz und zwei furchteinflößende Geisterhände umklammern den Toten, während der Geist ein zischendes Geräusch von sich gibt. Danach verbleibt die Leiche am Ort des Geschehens und das Opfer kann nicht mehr mit seinem Team kommunizieren, lediglich das Beobachten des weiteren Spielverlaufs ist noch möglich. Damit es aber nicht erst so weit kommt, sollten die Teammitglieder einander helfen und von Zeit zu Zeit in den Truck zurückkehren, um ihrer Gruppe die benötigten Informationen weiterzugeben. Absprache im Team und Einigkeit über Vorgehensweisen sind hier vor allem wichtig, damit die Möglichkeit besteht, sich gegenseitig zu unterstützen, um dem Geist auf die Schliche zu kommen und den Auftrag erfolgreich zu meistern.

Pass auf, was du sagst
Ein wichtiger Teil der Spielmechanik ist die Spracherkennung. Um mit seinen Gruppenmitgliedern in Kontakt zu bleiben, gibt es jeweils zwei Optionen, welche mit verschiedenen Tastaturbefehlen ausgelöst werden: Die Kommunikation über ein Funkgerät oder aus der Nähe. Durch die zwei Möglichkeiten der Sprachübermittlung wird der immersive Charakter der Geisterjagd verstärkt, da es realistischer wirkt, wenn ein Teammitglied bei größerer Entfernung immer leiser zu hören ist. Das Interessanteste dabei ist jedoch, dass der Geist alles mithören und verstehen kann, sobald das Mikrofon mit einer der beiden Tasten aktiviert wird. Je nach Geistertyp fallen die Reaktionen dabei unterschiedlich aus, so gibt es beispielsweise auch schüchterne Geister, die sich eher zurückhalten. Der Großteil reagiert jedoch aggressiv, vor allem auf die Nennung des Geister-Namens, und löst dabei übernatürliche Handlungen aus.
Bestimmte Geistertypen, wie der Jinn oder Oni, können mithilfe einer sogenannten Geisterbox auf gezielte Fragen antworten. Mögliche Fragen wären dabei, wo sich der Geist gerade befinde oder ob es sich um ein Wesen im Kindesalter handle. Die Geister reagieren allerdings auch auf normale Gespräche zwischen den Gruppenmitgliedern oder auf Schreie, die in der angsteinflößenden Atmosphäre nicht selten ausbleiben. Auch Sätze wie „Ich habe Angst“ können die Unruhestifter verärgern. Dabei ist es wichtig, vorher ein deutsches Sprachpaket zu installieren, damit die Geister auch auf deutsche Sätze reagieren. Sobald ein Geist attackiert, angedeutet durch den Sound des eigenen Herzschlags, welcher nur in diesem Moment hörbar ist, sollten Lichtquellen ausgestellt und vor allem das Mikrofon nicht aktiviert werden, weil sonst jedes Geräusch gehört wird. Wichtig ist es daher, neben den visuellen Reizen auch auf die Geräuschkulisse zu achten und vor allem auch in stressigen und furchteinflößenden Verfolgungssituationen die Ruhe bewahren zu können. Bei Bedarf und im Einzelspielermodus kann das Mikrofon auch ausgestellt werden, das erschwert allerdings den Spielverlauf, da für bestimmte Werkzeuge, wie die Sprachbox, die Stimmaktivierung benötigt wird.

Fazit: 
Anders als in den meisten Horror-Games ist hier nicht das Weglaufen oder Verstecken vor Gruselgestalten das Ziel, sondern die Beweissuche als vorgeschaltetes Mittel zur Geisterjagd. Die Spracherkennung und die gruselige Atmosphäre zeichnen Phasmophobia aus, wodurch es in erster Linie für den Mehrspielermodus ausgelegt ist. Obwohl hier auch der Einzelspieler-Modus möglich ist, liegt die Besonderheit in erster Linie auf dem Teamplayer-Erlebnis und der Kommunikation untereinander. Hier können in der Gruppe diverse Strategien geplant und gemeinsam durchgeführt werden, daher ist auch eine taktische und ruhige Ader gefragt. Dadurch ist das Gameplay auch für Hobbydetektive interessant, die sich nicht von übernatürlichen Gruselerfahrungen abschrecken lassen. Horror-Spiele wie Phasmophobia erfordern eine gesteigerte Toleranz gegenüber furchterregenden Elementen im Vergleich zum Schauen von Horrorfilmen, da das Geschehen nicht nur von außen betrachtet wird, sondern der Spielende mittendrin steckt. Vor allem durch visuelle und auditive Jumpscares sowie plötzliche Attacken ist dieses Spiel daher für schreckhafte und ängstliche Personen nicht geeignet.