Lonely Mountains Downhill

Genre
Sport
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Thunderful Publishing
Erscheinungsjahr
2019.10
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
via Xbox Live, Playstation Network, Steam, Nintendo eShop
Kurzbewertung
Rasante und waghalsige Bergabfahrt mit dem Fahrrad
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Interessant für
kurzweilige Spielsessions
Sprache
Deutsch, Englisch
Grafik
comichafte Darstellung
Sound
Natur- und Fahrradgeräusche

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
comichafte_r Fahrrardfahrer_in
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Geschick, Frustrationstoleranz
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Jüngere könnten die Gefahren des gefährlichen Extremsports eventuell unterschätzen
Gruppenleiter
Dirk Poerschke
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
In einer comichaften Welt radelt der Avatar einen Berg hinab. Dabei können verschiedene Routen befahren werden, um für die jeweilige Strecke eine Bestzeit aufzustellen. Hierbei ist die Talfahrt sehr rasant und oftmals fährt man gegen Hindernisse oder stürzt Abhänge hinunter. Mit etwas Übung können aber immer bessere Rekorde aufgestellt werden.

Pädagogische Beurteilung:
Kreative Talabfahrt
Die Steuerung beschränkt sich auf das Beschleunigen, das Bremsen und darauf, einen Sprint einzulegen. Das ist leicht zu verstehen, macht die Abfahrt allerdings auch nicht unbedingt leichter. Grafik und Soundkulisse sind reduziert und comichaft gehalten. Das Zwitschern der Vögel, das Rauschen des Windes und die Geräusche des Rades dienen als Kulisse. Da die Bewegungs-Physik bei der Abfahrt realistisch gehalten ist, bekommen Spieler_innen schnell ein Gefühl für die eigenen Möglichkeiten und versuchen, möglichst geschickt den Berg hinunterzukommen. Die Strecken sind in unterschiedliche Abschnitte unterteilt und so können die Zeiten auch auf kurzen Abschnitten verbessert werden, ohne jedesmal auf der Bergspitze neu starten zu müssen. In den Bergen gibt es einen angedeuteten Bergweg, der allerdings für Bestzeiten nicht der optimale ist und damit kommt der eigentliche Spaß ins Spiel. Der Aufbau der Bergkarte ermöglicht zahlreiche Abkürzungen und kreative Wege ins Tal zu kommen. Diese sind je nach Streckenabschnitt fordernd, verhelfen aber zu besseren Rekordzeiten. Das Spiel hat keinen Multiplayer-Modus, sodass gemeinsame Abfahrten leider nicht möglich sind.

Gefährlicher Radsport?
Von vielen Unfallversicherungen wird Downhill-Mountainbiking als „Extremsportart“ eingestuft, bei dem Versicherungsleistungen gekürzt oder gar ganz entzogen werden können. Denn auch im echten Leben wird bei dieser Sportart davon ausgegangen, dass die Fahrer_innen ihre Grenzen ausloten und hohe Risiken eingehen. Die größte Verletzungsgefahr ist dabei der Sturz auf das Genick, denn dieses liegt direkt zwischen Helm und Rückenprotektor und ist daher meist ungeschützt. In Lonely Mountains Downhill wird bei falsch eingeschätzter Geschwindigkeit oder zu spätem Bremsen sehr viel gestürzt, die virtuellen Verletzungen bleiben aber ohne Folgen. Dennoch ist darauf hinzuweisen, dass der dargestellte Extremsport gefährlich ist und ausserhalb von Videospielen nur von Profis durchgeführt werden sollte. 

Empathie vs. Schadenfreude
Um es vorweg zu sagen: unser zu steuernder Radfahrer hat noch nicht mal ein Gesicht. Wenn er stürzt, hören wir keine brechenden Knochen oder ähnliches. Die pixeligen Blutspritzer, falls unser Radfahrer eine Schlucht runterknallt oder gegen einen Felsen klatscht, kann man im Menü im Vorfeld ausschalten. Bei dieser Art von Unfällen echte Empathie zu erwarten, wäre eigentlich übertrieben, zumal die Abfahrt ja sowieso immer wieder weitergeht. Aber die Unfallstatistik macht auf uns als Tester einen starken Reiz aus. Schadenfreude über Missgeschicke haben in Medien ja eine lange Tradition. Im Rahmen des Spieletests haben wir uns mit dem Phänomen etwas auseinandergesetzt und waren erstaunt. Schmerz und Schadenfreude sind danach ein so konstanter Kulturfaktor, dass man vom beobachteten Missgeschick als Mutter aller Körperkomik sprechen muss. Der Psychologe Manfred Holodynski von der Universität Münster sprach in einem Interview davon, dass die Schadenfreude psychisch entlastend wirkt und dass es dabei zu einer Aufwertung des Selbst kommt. „Schadenfreude wirkt dadurch auch sozial regulierend, da sie den vermeintlichen Überflieger in den Augen anderer wieder auf sein menschliches Maß zurückstutzt." Wir konnten in einem weiteren Artikel lesen, dass gerade diese Form des Humors bei Jugendlichen ganz besonders gut ankommt. Das können wir bestätigen.

Fazit:
Lonely Mountains Downhill ist kurzweilig und schnell zugänglich. Die insgesamt 16 Strecken sind in einigen Stunden alle freigespielt und ab dann konzentriert man sich auf die optimale Strecke, um Rekordzeiten zu erreichen. Obwohl kein kooperativer Modus vorhanden ist, machen die Rennen in der Gruppe Spaß. Der Gewaltgrad steht nicht im Vordergrund und wird durch die bunte Grafik und den Slapstick-Charakter der Unfälle eher zum witzigsten Teil des gesamten Spiels. Dadurch, dass man das Pixel-Blut ausschalten kann, ist der Titel durchaus auch für Jüngere interessant und für eine lustige gemeinsame Runde zu empfehlen. 

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Spieletester
GamesLab GamingGroup
Düsseldorf
Bewertung Spielspass