Kingdom Hearts III

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Square Enix
Erscheinungsjahr
2019.01
Systeme
Playstation 4, Xbox One
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Fantasievoll bunter Mix aus Final Fantasy und Disney
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans der Reihe, Disney-Begeisterte, Action-Adventure und Rollenspiel Spielende
Sprache
Sprache in Englisch o. Japanisch, Untertitel in Deutsch u. weitere
Grafik
bunte, comichafte 3D-Darstellung
Sound
Vielfältige Soundkulisse mit cineastischer Musikuntermalung

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Protagonist Sora, Donald Duck, Goofy, Micky Maus und weitere Disney-Charaktere
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Geduld, Orientierungsfähigkeit, Aufmerksamkeit, Lesebereitschaft
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
teilweise komplizierte, schwer verständliche Handlung; unübersichtliche Welt und Menüs; Story teilweise düsterer und erwachsener als das Spiel vermuten lässt
Redaktion
Patrick Habetz
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Kingdom Hearts III ist der neueste Teil einer Action-Rollenspiel-Reihe, welche den Stil der japanischen Rollenspielserie Final Fantasy mit den bunten Welten von Disney vereint. In der Rolle des Protagonisten Sora und unterstützt von vielen Charakteren aus beiden Universen, allen voran Donald Duck und Goofy, erkunden Spielende verschiedene Disneywelten und versuchen dabei die ominösen Schurken aufzuhalten, die das Licht vernichten wollen. 

Pädagogische Beurteilung:
Wenn eine Geschichte zu verworren ist
Ominöse Schurken wollen also das Licht zerstören. Ist das nicht ein wenig nichtssagend? Tatsächlich sind die Hintergrundgeschichte und die Motive der Figuren die großen Probleme des Spiels. Die Reihe umfasst insgesamt zwölf Titel, einige davon sind hierzulande überhaupt nicht erschienen. Doch selbst eingefleischte Fans haben es schwer, die ganze Geschichte zu erzählen - einfach weil sie so verworren ist und voller unlogischer Lücken steckt. Spielende, die also kein oder kaum Vorwissen um das Geschehen aus den vorherigen Teilen haben und mit diesem Titel einsteigen, werden von der Geschichte kaum etwas verstehen. Hinzu kommt, dass die bunten Welten sehr groß sind. Die Hinweise, wo es weitergeht und wie Spielende diesen Punkt erreichen können, sind in Dialogen und teilweise umständlichen Menüs versteckt. Aufmerksamkeit ist hier gefragt, sonst irren die Helden schnell ziellos in der Gegend herum. Wer kurzweilig einsteigen möchte, wird zwar mit tollen Settings und bunten Effekten eine Weile Spaß haben, dem verworrenen Knäuel der Hauptgeschichte zu folgen, was ja als Motivation dienen soll, kann aber eher schnell frustrieren.

Fröhlich buntes Effektfeuerwerk statt Verletzungen und Blutspritzern
Die Darstellung ist größtenteils hell, farbenfroh und wirkt heiter. Die Mischung mit Disney ist vor allem in der Atmosphäre zu spüren. Dass das Licht bedroht ist, macht sich eher durch die Antagonist_innen bemerkbar, die entweder aus schwarzen Schattenwesen bestehen oder den Drahtzieher_innen, die wie ruhigere Versionen typischer Disneyfieslinge auftreten. Auch die vielen Kampfeffekte sind allesamt verharmlost dargestellt. Die Waffen sehen aus wie Spielzeuge und nach einem Treffer sind nicht mal Beulen zu sehen, von ernsten Verletzungen ganz zu schweigen. Vielmer sind gerade die starken Komboattacken wie Attraktionen von einer Kirmes oder einem Freizeitpark inszeniert, die in Lichtern aller Farben leuchten. Die sich drehenden Teetassen, die Schiffsschaukel und der große Zug sehen beeindruckend und nicht im Geringsten feindselig oder wie ein Angriff aus, aber genau das sind sie. So ist das Besiegen des Gegners durch Kampf der gängigste und meist einzige Weg der Lösungsfindung. Hier entstehen also auf der einen Seite einige wirkllich wunderschön dargestellte Szenen, die diesen Mix der beiden Welten so beliebt machen, auf der anderen Seite könnte hier auch der Eindruck entstehen, dass sich der Titel auch schon an Kleinkinder richtet. Donald Duck und Goofy liefen und laufen schließlich auch im Kinderfernsehen.

Lange Zwischensequenzen und viel Text
Storylastige Spiele leben oft von den filmisch inszenierten Zwischensequenzen und Kingdom Hearts bildet da keine Ausnahme. Diese Sequenzen sind hier jedoch teilweise ein paar Minuten lang. Das ist erst einmal nicht schlimm und Fans von storytragenden Spielen begrüßen das sehr. Doch hier kommt der Aspekt der Geduld zum Tragen, zusätzlich zur bereits genannten Aufmerksamkeit. Wer kurzweiligen Spaß ohne große oder langatmige Einleitung möchte, kann hier die Lust verlieren. Oder die Orientierung, wenn die Sequenz übersprungen wird und das wichtige Detail untergeht. Zudem sei angemerkt, dass es keine deutsche Vertonung gibt. Sämtliche gesprochenen Dialoge oder sonstige verbale Ausrufe sind entweder auf Englisch oder wahlweise auf Japanisch verfügbar. Auch dies ist bei Fans beliebt und daher nicht unüblich, doch fordert es von vielen Spielenden das Lesen der Untertitel, falls sie die jeweilige Sprache nicht flüssig verstehen. Wer also noch Schwierigkeiten oder fehlende Motivation beim Lesen hat, kann hier ebenfalls ins Stolpern geraten.

Fazit:
Kingdom Hearts III ist ein buntes Action-Rollenspiel, was durch die gelungene Mischung aus Final Fantasy-Rollenspiel und vielfältigen Disneywelten ein spaßiges Erlebnis ohne explizite Gewaltdarstellungen bietet. Viel Geduld und Aufmerksamkeit sind jedoch gefragt, da die storyrelevanten Sequenzen und Dialoge teils lang sind, die wichtigen Details nicht immer offensichtlich aufgezeigt werden und wegen fehlender deutscher Vertonung viel Text in Form von Untertiteln gelesen werden muss. Hinzu kommt, dass selbst mit voller Aufmerksamkeit nicht gänzlich alles einen logischen Sinn ergibt. Dafür ist die Hintergrundgeschichte der Serie zu verworren und lückenhaft. Wer schnell und kurzweilig einsteigen möchte, wird auf Hürden stoßen und kann frustriert werden. Fans von gut gemachten, bunten Spielwelten mit Disney-Feeling können trotzdem viel Spaß haben. Von der USK wurde Kingdom Hearts III für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren eingestuft. Aufgrund der genannten Punkte ist das Spiel für Jugendliche ab zwölf Jahren interessant.

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Spieletester
Games4Kalk
Köln
Bewertung Spielspass