Faszination Battle Royale - Was Eltern wissen sollten

2017 erlebte das Spielprinzip Battle Royale einen wahren Boom. Durch Spiele wie Playerunknown’s Battlegrounds oder Fortnite: Battle Royale, ist das Spielprinzip letztes Jahr fast jedem Spielenden über den Weg gelaufen und zog viele Jugendliche in seinen Bann.

von Saskia Moes

Was ist Battle Royale?
Das Prinzip ist jede Runde das gleiche: 100 Spieler_innen kommen per Flugzeug ohne jegliches Gepäck auf eine Insel und dürfen selbständig entscheiden, an welchem Ort sie mit ihrem Fallschirm abspringen. Dort angekommen, muss jeder für sich Waffen, Munition, Heilmittel und Schutzkleidung zusammensuchen. Dann beginnt der Kampf und der oder die zuletzt Überlebende gewinnt. Dabei dürfen sich die Spielenden nur in einer vorgegebenen Zone aufhalten. Ist der Spielcharakter nicht in dieser Zone, so verliert er oder sie stetig an Lebensenergie. Das Ganze ist allerdings nicht nur alleine, sondern auch zu zweit oder im Team zu dritt bzw. zu viert spielbar. Die Teams spielen auch gegen andere Teams und das Ziel ist es, mit möglichst vielen Teammitgliedern zu überleben. Sobald mindestens ein Teammitglied die letzte lebende Person der Runde ist, hat das Team gewonnen.

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Abgeleitet ist das Spielprinzip von einem gleichnamigen japanischen Roman aus dem Jahre 1999 und dem zugehörigen Spielfilm aus dem Jahr 2000. Battle Royale spielt im zukünftigen Japan. Jedes Jahr werden Schüler_innen gezwungen, sich in einem vom Staat arrangierten Todesspiel gegenseitig zu töten. Dies erinnert auch stark an den 2012 erschienen Film Die Tribute von Panem, welcher auf den gleichnamigen Roman von Suzanne Collins basiert. Nach den Buchautoren und Filmemachern wurden nun auch die Spieleentwickler auf Battle Royale aufmerksam und immer mehr Titel integrieren diesen Modus.

Pädagogische Einordnung
Für Erziehungsberechtigte ist es wichtig zu wissen, dass es sich beim Spielprinzip Battle Royale immer um gewalthaltige Szenarien handelt, mit dem Ziel, andere Charaktere umzubringen und selber so lange wie möglich am Leben zu bleiben. Aufgrund des kriegerischen Settings, ohne eine Hintergundgeschichte, haben Spiele wie PUBG keine Jugendfreigabe und sollten daher nicht von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren konsumiert werden. Bei Fortnite: Battle Royale handelt es sich um eine entschärftere Version im Comic-Stil mit lustigen Elementen. Die vorhandene Gewalt gegen andere Spieler_innen ist nicht überspitzt dargestellt. Aber trotz des futuristischen Settings, gibt es realistisch angelehnte Waffen. Auch sollten die Spielenden eine hohe Frustrationstoleranz mitbringen und für empfindliche Jugendliche könnte das nervenaufreibende Gameplay überfordernd sein. Daher ist Fortnite: Battle Royale frühstens für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet, auch wenn das Hauptspiel Fortnite ab 12 Jahren freigegeben ist.

Für umfangreiche Informationen zu den jeweiligen Spielen gibt es pädagogische Beurteilungen zu Playerunknown’s Battlegrounds und Fortnite: Battle Royale auf unserer Plattform.

Etablierte Spiele springen auf den Erfolgszug auf
PUBG zählte zu den erfolgreichsten Spielen 2017. Laut der Entwicklerfirma Bluehole verzeichnete der Titel während dem Early Access über 26 Millionen verkaufte Exemplare für PC und Xbox One. Zu Spitzenzeiten waren 3,15 Millionen Spieler_innen gleichzeitig auf dem Schlachtfeld, was zu Rekorden auf der Vertriebsplattform führte. Auch bestehende Spiele erweitern sich mit einem Battle Royale-Modus. Seit Kurzem gibt es bei GTA V im Online-Modus ebenfalls die Möglichkeit einen Battle Royale-Modus zu spielen. Bei den sogenannten ‚Motor Wars’ gilt es auch, in einem immer kleiner werdenden Bereich zu kämpfen, bis nur noch der letzte Spielcharakter oder das letzte Team überleben. Im Gegensatz zu PUBG oder Fortnite: Battle Royale gibt es bei GTA V die Möglichkeit, auch mit gepanzerten und schussfähigen Autos die gegnerische Mannschaft auszulöschen. Zudem werden Waffen, Autos und vor allem auch die Gegner_innen auf der Minimap angezeigt. In diesem Modus haben bis zu 28 Spieler_innen die Möglichkeit, an dem Kampf teilzunehmen. GTA V Online besitzt ebenfalls keine Jugendfreigabe und richtet sich daher an erwachsene Spieler_innen. 

Was wird dir Zukunft bringen?
Playerunknown’s Battleground, Fortnite: Battle Royale, H1Z1: King of the Kill oder auch Ark: Survival of the Fittest: Alle haben sie das Battle Royale-Prinzip gemeinsam, aber doch ist jedes Spiel für sich einzigartig und verfügt über innovative Elemente. Auch in Zukunft werden uns weitere Battle Royale-Titel begegnen, wie beispielsweise Islands of Nyne: Battle Royale, was aktuell nur für ausgewählte Spieler_innen in der Closed Alpha spielbar ist. Das Spiel möchte PUBG dieses Jahr Konkurrenz machen und setzt dabei auf ein futuristisches Szenario sowie schnellere Fortbewegungsmöglichkeiten.

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