Dragon Ball Z: Kararot

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Bandai Namco Entertainment
Erscheinungsjahr
2020.01
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Actionlastiges Abenteuer, das die Geschichte von Dragon Ball Z komplett spielbar macht
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans des Dragon Ball Franchises und von Anime allgemein, Actionspiel-Begeisterte
Sprache
Englisch und Japanisch in Ton, Texte und Untertitel in Deutsch, Englisch sowie weitere
Grafik
animetypischer 3D-Stil mit bunten visuellen Effekten
Sound
actionlastige Soundkulisse mit Fokus auf Stimmen und Kampfgeräuschen, musikalische Untermalung

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Son Goku alias Kakarot, die anderen bekannten Figuren aus dem Anime
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Lesefähigkeit und -bereitschaft, Interesse an Dragon Ball
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Darstellung von Gewalt als primärer Lösungsweg, übersexualisierte Darstellung von Männlichkeit
Redaktion
Patrick Habetz
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Dragon Ball Z: Kakarot ist ein Action-Adventure im bekannten Universum des Manga und Anime Dragon Ball. Im Gegensatz zu den meisten Anime-Spieleadaptionen handelt es sich hier jedoch nicht um ein Multiplayer Kampfspiel. Vielmehr steht die komplette Geschichte der zweiten Serie Dragon Ball Z als Singleplayer zur Verfügung. Da Dragon Ball allerdings trotzdem im weitesten Sinne Kampfsport thematisiert, bieten sich auch hier spektakulär inszenierte Kämpfe gegen allerlei Bösewichte, begleitet von den aus der Serie bekannten bunten Effekten, lauten Kampfschreien und anderen Formen der Auseinandersetzung.

Pädagogische Beurteilung:
Wenn ein Anime Vorlage für ein Spiel ist
Dieser Part gilt bis auf wenige Ausnahmen eigentlich für alle Titel, die auf einem bekannten Anime-Franchise basieren. Da diese oft gezielt die bereits bestehende Fangruppe ansprechen soll, sind solche Spiele oft sehr nah am Inhalt und den Darstellungsformen angelehnt. Deshalb lohnt an dieser Stelle auch den Anime zu beleuchten. Dragon Ball hat einige stiltypische Charakteristika, welche sich auch im Spiel wiederfinden. So sind die Charaktere originalgetreu dargestellt. Für Dragon Ball heißt das: überproportional muskulöse männliche Figuren und zumindest teilweise übersexualisierte weibliche Charaktere. Die männlichen Charaktere sind hier jedoch stärker überzeichnet. Auch die Ausdrucksweise der Charaktere neigt, angelehnt an die Serie, eher zu einem rauen Ton. Derbe Wortgefechte, teilweise mit Beleidigungen, gehen zumindest in der Serie jedem größeren Kampf voraus. Im Spiel ist dies jedoch reduziert, was nicht zuletzt daran liegt, dass es insgesamt weniger Dialoge gibt als in der Serie.
Da sich das Dragon Ball-Universum im Kern um Kampfsport dreht, stehen Auseinandersetzungen in Form von Gewaltdarstellungen als Kämpfe im Vordergrund. Einmal davon abgesehen, dass die Dimensionen des Kampfes sehr schnell in unrealistische Ebenen aufsteigen (fliegende Menschen, außerirdische Superkämpfer, eine Vielzahl Energieangriffe oder sterbende Figuren, die im Jenseits weiterkämpfen und wiederkehren können), kommen zumindest in der unzensierten Version der Serie regelmäßig Figuren zu explizit dargestellten Toden. Da das Spiel die Geschichte der Serie erlebbar macht und dem Verlauf folgt, kommt es auch zu den bekannten Todesfällen. Diese sind hier jedoch ordentlich geschnitten und zensiert. Es sind weder blutige Wunden zu sehen noch Darstellungen wie Arme die Körper durchbohren oder zerteilte und zerfetzte Körper. Nicht einmal Blut generell wurde in unserem Test entdeckt. Gleichzeitig sind die Todesszenen jedoch so dargestellt, dass die Originalgeschichte eingehalten wird und Fans sie wiedererkennen können.

Anime als Einzelspielertitel
Die Möglichkeit, die Geschichte eines Anime tatsächlich komplett spielen zu können, wünschen sich viele Fans schon lange. Dragon Ball Z: Kakarot bietet dies im gelungenen Maß. Für Fans kann es eine Erfahrung sein, aus der Beobachterrolle herauszutreten und selbst im Universum von Dragon Ball aktiv werden zu können. Dies bietet eine neue Ebene der Wahrnehmung und daraus vielleicht auch der Reflektion. Der Titel an sich folgt jedoch eher einem typischen Schema, welches auch andere Anime-Games verfolgen. Dieses besteht aus Begegnungen mit Bösewichten, einigen geschriebenen Dialogen und den Kämpfen, welche meist aus mehreren Wellen bestehen und letztlich dem Aufeinandertreffen mit dem Hauptgegner. Ist dieser Ablauf einmal durch, gibt es kurze Verschnaufpausen, in denen Minispiele, welche nichts mit der Hauptgeschichte zu tun haben, gespielt werden können. Hier können etwa Fische fürs Essen gefangen, bestimmte Parcours in der offenen Welt abgeflogen, besondere Plätze gefunden oder einfach leuchtende Kristalle für einen Highscore gesammelt werden.
Während das Gameplay also eher schematisch generiert wird, ist die erzählte Geschichte nichtsdestotrotz eine der erfolgreichsten im Anime- und Manga-Bereich und wird im Spiel gelungen erzählt. Wer jedoch keinerlei Vorerfahrung mit dem Dragon Ball-Universum hat, könnte jedoch schnell verwirrt werden. Auch die Steuerung ist zunächst verwirrend und muss sich erst angewöhnt werden. Generell ist der actionreiche Stil auch in der Optik vorhanden, wodurch es nicht immer leicht ist, dem plötzlich hektischen Verlauf und den visuellen Effekten zu folgen. Die Sprachausgabe ist in japanischer Sprache gehalten. Eine englische Sprachausgabe ist zwar als Download verfügbar, wer es auf Deutsch haben will, ist jedoch auf die Textdialoge beschränkt. Dies kann gerade für jüngere noch eine Barriere darstellen, andererseits ist die Bevorzugung der japanischen Originalvertonung mit entsprechenden Untertiteln auch ein Stilmittel der Manga- und Anime-Kultur.

Fazit:
Dragon Ball Z: Kakarot bietet die Möglichkeit, die gesamte Geschichte des Anime Dragon Ball Z als Einzelspielergeschichte nachzuspielen und zu erleben. Während dies eine willkommene Abwechslung zu anderen Spielen mit Anime-Hintergrund darstellt und eine neue Form des Erlebens und eine neue Chance des Reflektierens der Inhalte bietet, ist es spielerisch jedoch eher durchschnittlich fordernd. Der Ablauf geschieht nach einem sich wiederholendem Schema, die Steuerung ist nicht schwierig zu bedienen, jedoch gewöhnungsbedürftig und die Sprachausgabe bietet keine deutsche Vertonung. Es muss also gelesen werden, um dem Geschehen zu folgen, und auch dann ist dies ohne gewisse Vorkenntnisse über das Dragon Ball-Universum nicht immer leicht. Obwohl kämpferische Auseinandersetzungen in Form von Kampfsport im Vordergrund stehen und diese stiltypisch der Serie folgend auch mit teilweise harter Sprache und übersexualisierten Geschlechtern einhergeht, ist der Titel jedoch so weit geschnitten, dass weder schwere Verletzungen noch Tode der Figuren explizit gezeigt werden. Sogar auf Blut wurde gänzlich verzichtet.

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Spieletester
Games4Kalk
Köln
Bewertung Spielspass