Chuchel

Genre
Denken / Geschick
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Amanita Design
Erscheinungsjahr
2018.03
Systeme
PC, Mac, iOS, Android
System im Test
Android
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Witziges Point&Click-Adventure mit sympathischem Fellgnom
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans von einfachen Rätseln, skurrilen Figuren und Slapstick
Sprache
Bilder und Piktogramme erklären das Spiel ohne Sprache
Grafik
Pastellfarbene, bunte Comicgrafik
Sound
fröhliche Musik, die den Rätselspaß unterstützt

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Fellgnom Chuchel
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
gering
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
teilweise etwas hektisch und schrill, was sehr junge Kinder unter Umständen überfordern könnte
Gruppenleiter
Harald Walz
Zahnrad Brauweiler
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5

Spielbeschreibung:
Der haarige Held Chuchel ist auf der Jagd nach seiner Kirsche. Diese wird ihm immer wieder abgeluchst und an annähernd unzugänglichen Orten deponiert. Um diese zu erreichen, müssen die Spielenden kleine Aufgaben lösen. Leider währt die Freude über die gewonnene Kirsche stets nur kurz, da sie dem Helden immer wieder aufs Neue abgenommen wird. Aber ganz zum Schluss darf er sie natürlich behalten.

Pädagogische Beurteilung:
Direkter Einstieg ins Geschehen
Die Spielenden werden ohne Erklärungen mitten ins Geschehen geworfen. Sie sehen Chuchel schlafend und müssen ihn ganz offensichtlich wecken. Also beginnen sie auf die verschiedenen Elemente zu klicken. Dies können weitere skurrile Bewohner der Comicwelt sein oder auch ein Wecker oder die Stereoanlage. Je nachdem, was angeklickt wurde, wird eine andere Animation ausgelöst. Zum Beispiel tschirpt eines der Wesen, bis Chuchel einen Hausschuh nach ihm wirft. Muss eine bestimmte Aktion gewählt werden, können die Spielenden einfach so lange probieren, bis es klappt. Meist sind die entstehenden Aktionen so amüsant, dass es sich einfach lohnt, alles zu versuchen und zu schauen, was passiert. Kommt man dennoch nicht weiter, hilft das Fragezeichen am oberen Bildschirmrand. Eine Besonderheit von Chuchel ist, dass die Hilfestellungen dort nur aus Piktogrammen bestehen, die anzeigen, was getan werden muss. Dadurch ist Chuchel völlig unabhängig von Lesefähigkeit oder dem Beherrschen einer Sprache. Dies ist übrigens typisch für Spiele aus dem Hause Amanita Design, wie z. B. Machinarium.

Intuitive Steuerung
Gesteuert wird der Held zumeist über Mausklicks bzw. Fingertipps. Die Stelle, an der Chuchel etwas machen soll, wird angeklickt. Teilweise erscheinen dann mehrere selbsterklärende Bilder, die angeben, was Chuchel dort für Möglichkeiten hat. Zum Beispiel kann er seinen Begleiter als Trampolin nutzen oder mit ihm sprechen. Diese Art der Interaktion wird sofort verstanden. Etwas schwieriger gestaltet sich die Bedienung in den Minispielen, die absolviert werden müssen. Der Versuch, die Level per Maus oder Fingertipp zu meistern, erwies sich als schwierig. Einfacher ist dies über die Pfeiltasten, allerdings wurden diese in unserer Testerrunde ignoriert.

Kindgerechte Darstellung in Ton und Bild
Das faire Hilfesystem, welches ohne Worte auskommt, ist einer der Gründe, warum Chuchel für jüngere Kinder geeignet ist. Überhaupt kommt Sprache nur sehr stark abstrahiert vor. Wie bei der Fernsehserie „Der kleine Maulwurf“ geben hier alle Wesen ein sinnfreies Gequassel von sich. Allerdings gilt es die Gesten zu beachten, mit denen angezeigt wird, wo etwas als nächstes zu tun ist. Die zu dem bunten Treiben passende Musik wurde übrigens nicht computergeneriert, sondern die Band DVA hat sie eigens für Chuchel kreiert.
Eine weitere Besonderheit ist die liebevolle Grafik. Bunt und mit humorvollen Animationen spricht sie jüngere und junggebliebene Spieler_innen an. Auch wenn Chuchel zum Beispiel gegen andere Wesen boxen muss, um an seine Kirsche zu kommen, wirkt dies albern. Überhaupt entspricht das Spiel in vielen Momenten Slapstick-Comedy. Es ist bunt, schrill und teilweise agieren die völlig absurd überzeichneten Figuren sehr hektisch. So muss Chuchel mit einem Pudding oder einem Hühnerei interagieren. Sehr junge Kinder könnten von dem sehr hektischen Treiben irritiert werden, allerdings sorgt die reduzierte Art der Darstellung meist für einen Ausgleich. Das führt auch dazu, dass die einzelnen Ausschnitte nicht überladen sind. Daher können sich auch Neulinge auf das Geschehen konzentrieren. Die Art der Gestaltung wurde unter anderem schon auf dem Independent Games Festival prämiert.

Gut lösbare Aufgaben
Jedesmal wieder wird Chuchel die Kirsche entwendet und der Fellgnom läuft ihr erneut hinterher. Dadurch taucht er in immer unterschiedlichen Umgebungen auf und muss sein Lieblingssteinobst aus verschiedenen Situationen „befreien“. Einmal steckt sie in einem Pudding, ein anderes Mal wird sie von einem Boxroboter bewacht. Chuchel muss innerhalb dieser Rätsel immer zu seiner Kirsche gelangen und dafür die entsprechenden Hindernisse überwinden. Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben moderat an. Sie werden nie ernsthaft schwierig, obwohl ein wenig um die Ecke denken durchaus angebracht ist. Sollte doch einmal nicht klar sein, was zu tun ist, hilft das Hilfesystem weiter. Meist bekommt man die Lösung aber auch durch wildes Klicken raus – was tatsächlich auch seinen Reiz hat.

Dauermotivation / Spieldauer
Das Comedy-Adventure kann je nach Übung in knapp zwei bis gut drei Stunden durchgespielt werden. Es entspricht daher eher einem Spielfilm mit Überlänge. Wer nach länger andauernder Herausforderung sucht, hat hier leider nicht die Möglichkeit, nach dem Durchspielen einen höheren Schwierigkeitsgrad zu wählen. Spieler_innen, die auf der Suche nach kurzer Unterhaltung sind, werden allerdings von der absurden Komik begeistert sein. Für Abwechslung sorgen dabei die unterschiedlich gestalteten Level. Aber auch die Umsetzung der Spieleklassiker Tetris, Pacman und Space Invaders hat im Test viel Freude bereitet.

Fazit:
Chuchel ist ein kurzes und kurzweiliges Spiel, das in unserer Testerrunde zu begeistern wusste. Einmal angefangen will (und kann) man es durchspielen. Dabei haben die absurd komischen Situationen, die durchaus an Slapstick-Filme erinnern, die Tester_innen immer wieder zum Lachen gebracht. Wer auf der Suche nach kniffligen Rätselspielen ist, die einen lange Zeit beschäftigen, wird mit diesem Spiel aber wohl nicht glücklich. Wer hingegen an liebevoll gemachter Unterhaltung interessiert ist, liegt bei Chuchel absolut richtig – unabhängig vom Alter.

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Spieletester
Zahnrad Brauweiler
Pulheim
Bewertung Spielspass