Spieleratgeber NRW - Druckansicht von Seite #5047
LEGO Dimensions
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LEGO Dimensions

Genre
Action-Adventure
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Warner Bros.
Erscheinungsjahr
2015.10
Systeme
Playstation 3, Playstation 4, Xbox 360, Xbox One, Wii U
System im Test
Xbox One
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Typische LEGO-Abenteuer in verschiedenen Medienwelten
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
LEGO-Fans
Sprache
Deutsch, gesprochen (teilweise Original-Synchronsprecher)
Grafik
LEGO-Optik, angepasst an das jeweilige Universum
Sound
Angepasst an die jeweilige Film- oder Serienwelt

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Verschiedene Charaktere aus unterschiedlichen medialen Universen
Mehrspielermodus
Lokaler Mehrspielermodus
Spielforderungen
Reflektierter Umgang mit Geld, Augen-Hand-Koordination
Zusatzkosten
Neue Level, Spielfiguren und Bonusobjekte lassen sich per Echtgeld kaufen
Problematische Aspekte
Teilweise sehr teure Zusatzinhalte
Gruppenleiter
Christopher Wandel
Games4Kalk
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Spielbeschreibung:
Nachdem die Spieletester der Gruppe Games4Kalk bereits andere LEGO Titel und Disney Infinity testeten, war die Vorfreude auf das neue LEGO Dimensions natürlich entsprechend groß. Was könnte es besseres geben, als eine LEGO-Basis als Spielportal zahlreicher sammelbarer Figuren sowie über fünfzehn verschiedene Filmuniversen, die im wahrsten Sinne des Wortes nur darauf warten, zusammengewürfelt zu werden? LEGO Dimensions greift die klassischen Elemente und Mechaniken der LEGO-Spiele auf, allerdings können durch ein Portal verschiedene Welten betreten werden, die aus Film, Fernsehen und anderen Spielen bekannt sind.

Pädagogische Beurteilung:
Das innere Kind bewahrt
Es ist und bleibt einfach immer die gleiche Faszination: das Geräusch klackernder Legosteine, die liebevoll in kleinen Tütchen verpackt wurden, das Zusammensitzen von Jung und Alt um die Bauanleitung, die verschiedenen Steine akkurat sortiert, nur darauf wartend, dass sie jemand vorsichtig zusammensteckt. Mag sich auch noch so oft das Thema der Verpackung ändern, dieses spezielle Gefühl bleibt stets dasselbe. So auch in den Räumen der Stadtteilbibliothek Köln Kalk. Doch bei LEGO Dimensions handelt es sich nicht nur um ein weiteres ordinäres LEGO-Spiel zu einem Film. Diesmal kommen die Hersteller gleich mit rund 15 verschiedenen Welten um die Ecke sowie einem Portal aus echten Legosteinen und drei Hauptfiguren, die allesamt im Starter Pack enthalten sind. Hierbei handelt es sich um niemand geringeren als Gandalf, Batman und Wyldstyle, mit der die Spieletester_innen bereits im Rahmen von The LEGO Movie Videogame Bekanntschaft machten. Zudem gibt es neben dem Dimensions-Portal, welches aus rund zweihundert Teilen besteht, ebenfalls noch das Batmobil. Während des Abenteuers wird man aufgefordert, diese Objekte zusammenzubauen, doch die Spieletester_innen zogen dies vor, wieso auch warten?

Der Stein trügt
Nachdem der Konstruktionsdurst vorerst gestillt und das Portal zusammengebaut war, stellte sich erst einmal verhaltene Skepsis ein. Denn was sich da auf dem Bildschirm abspielte, unterschied sich im ersten Moment nicht sonderlich von den geistigen Vorgängern Disney Infinity und Skylanders. Durch das Platzieren der Spielfiguren auf dem sogenannten Toypad werden sie entsprechend im Spiel freigeschaltet. Die anfänglichen Aufgaben und Missionen beschränken sich auf das Zerschlagen von Konstruktionen sowie dem Sammeln der vielen runden Steinchen. Doch spätestens sobald der Antagonist des Spiels, Lord Vortech, höchstpersönlich die Bühne betritt, wird die Hintergrundgeschichte deutlich. Denn in den Spielwelten herrschen ein heilloses Durcheinander und nahezu anarchistische Zustände. Lord Vortech ist dabei, die verschiedenen Dimensionen (die bereits genannten 15 Filmwelten) gänzlich durcheinander zu würfeln. Dies hat zur Folge, dass im Laufe der Spielgeschichte sowohl Protagonisten als auch Antagonisten zueinanderfinden, die eigentlich nicht zueinander gehören. Ein gewaltiges Kräftemessen steht bevor.

Mit viel Wortwitz
Dabei ist bereits zu Anfang des Spiels festzustellen, dass weder ein Stein auf dem anderen, noch ein Auge trocken bleiben dürfte. Auch wenn bisherige LEGO-Spiele stets humorvoll waren, gehört der Wortwitz hier zu einer besonderen Qualität des Spiels, vor allem mit Blick auf die Möglichkeiten der vielen unterschiedlichen Universen. Wie sollte es auch anders sein, wenn jemand versucht, die Perlen der amerikanischen Unterhaltungsindustrie zusammenzuführen? Neben der Welt von Scooby Doo oder dem Zauberer von Oz sind beispielsweise auch Die Simpsons und die Ghostbusters mit von der Partie. Und somit stellen die gesprochenen Dialoge eine besondere Stärke des Spiels dar, da sie entweder originalgetreu den Synchronstimmen der Filmcharaktere entsprechen oder schlichtweg sehr humorvoll sind ohne albern zu wirken.

Der Spaß hat seinen Preis
Bei den bisherigen LEGO-Spielen werden Figuren im Laufe des Abenteuers freigespielt, die einen dann aufgrund ihrer Fähigkeiten innerhalb der Spielgeschichte weiterbringen. Denn will man das gesamte Spiel durchspielen und womöglich noch 100% erreichen, müssen die unterschiedlichen Charaktere kombiniert werden. Doch was machen, wenn es diesmal nichts freizuspielen, sondern nur zu kaufen gibt? Die spielbaren Charaktere müssen nämlich kostenpflichtig als Figuren erworben werden und man stellt schnell fest, dass LEGO Dimensions ein ganz schöner Taschengeldmagnet sein kann. Denn die Preise für weitere Figuren und Objekte schwanken zwischen 15€ bis 30€. Im Fall von LEGO Dimensions ist die Auswahl der verschiedenen Packs so umfangreich, dass die Grenze zum dreistelligen Eurosegment schnell überschritten werden kann (zusätzlich zum eigentlichen Spiel). Denn besitzt man erst einmal eine Figur einer weiteren Filmwelt, so wird der darin befindliche Storymodus soweit freigeschaltet, dass man eigentlich kaum darauf verzichten will, die anderen Figuren auch noch zu besitzen. Die Aussicht auf weitere hilfreiche Objekte innerhalb der Spielwelten ist groß und deshalb verführerisch. Daher empfiehlt es sich, jüngeren Kindern aber auch Jugendlichen mit großem Sammeltrieb regelmäßig vor Augen zu führen, dass sie das Spiel mit den Figuren aus dem Starter Pack problemlos durchspielen können. Offen gestanden würde das Spiel den gleichen Spaß bereiten, wenn es weder Figuren zu sammeln, noch ein Portal zum Zusammenbauen gäbe. Zwar üben das Portal und die Figuren einen haptischen Reiz aus und es kann Kinder faszinieren, wenn die realweltlichen Objekte scheinbar magisch in das Spiel integriert werden, in Anbetracht der teilweise sehr hohen Anschaffungskosten sollte sich jedoch der tatsächliche Nutzen stets vor Augen geführt werden.

Von Ästhetik und Disharmonien
Sehr gelungen ist den Entwickler_innen die geschmackvolle Gestaltung der einzelnen Level. Hierbei handelt es sich nicht etwa um ein festes Design, das auf alle Dimensionen übertragen wurde, vielmehr bewahrt jede Welt ihren eigenen Charme. Dies fällt vor allem auf, wenn das Design eines Levels die ästhetische Nähe zur eigentlichen LEGO-Optik verliert, was beispielsweise bei Scooby Doo der Fall ist, da es sich hierbei um eine Cartoonwelt handelt. Diese Liebe zum Detail sowie der durchweg respektvolle Umgang mit den jeweiligen Film- und Serienwelten steigern die Faszination am Spiel ungemein. Da fällt es leider umso schwerer ins Gewicht, wenn plötzlich mitunter sehr unangenehme Geräusche aus den Boxen schallen, daraufhin die gesamte Tonspur ausfällt und sich das Problem nur durch einen Neustart beheben lässt.

Fazit:
Zusammenfassend darf mit Fug und Recht behauptet werden, dass LEGO Dimensions seinen Konkurrenten in nichts nachsteht. Die Zusammenführung von virtueller und nicht-virtueller Spielwelt gelingt hervorragend und erschafft dadurch ungeahntes Spielvergnügen. Gemeinsam mit Gandalf, Batman und Wyldstyle bereisen die Spieler_innen die insgesamt fünfzehn Film- und Serienwelten, die durch originalgetreuen Charme sowie Liebe zum Detail bestechen. Ziel ist es dabei, die Machenschaften des bösartigen Lord Vortech zu stoppen. Durch den Kauf weiterer Figuren, die im Portal zu platzieren sind, werden neue Level und Gegenstände freigeschaltet, die dabei behilflich sind, die niederträchtigen Machenschaften von Lord Vortech aufzuhalten. Doch auch ohne die kostenpflichtigen Zusatzpakete ist es problemlos möglich, das Spiel mit den im Starter Pack zur Verfügung stehenden Mitteln durchzuspielen. Das fordert einen reflektierten Umgang mit Taschengeld und ist deswegen erst für Kinder ab 8 Jahren geeignet.

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Spieletester
Games4Kalk
Köln
Bewertung Spielspass